Welche Dreiräder haben einen Gurt?
Einen Gurt haben Dreiräder, in denen das Kind geschoben wird. Diese Schiebedreiräder sind eine Mischung aus Buggy und Dreirad: Sitzschale mit Lehne, Gurt, Sicherheitsbügel, Fußstütze und eine Schubstange, über die ein Erwachsener lenkt. Mit dem Wachsen baut man die Teile nach und nach ab, bis ein normales Kinderdreirad übrig bleibt.
Klassische Kinderdreiräder ab 2 Jahren kommen ohne Gurt aus. Sie setzen voraus, dass das Kind sicher sitzt und sich am Lenker festhält. Eine Schubstange haben viele von ihnen trotzdem, sie dient dann zum Mitschieben auf dem Heimweg.
| Modell | Gurt | Bügel | Alter laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| smarTrike STR3 | 5-Punkt, verstellbar | keine Angabe | 10 Monate bis 3 Jahre |
| MoMi Solivia | 5-Punkt | Schutzbügel | ab 1 Jahr, bis 25 kg |
| KikkaBoo Aluma | 5-Punkt | abnehmbar | 12 bis 60 Monate |
| Chicco Dreirad 4in1 | 4-Punkt mit Schulterpolstern | Sicherheitsstange | ab 6 Monaten |
| Kinderkraft Aveo 2 | Gurte mit Schnalle, drei Höhen | ja | ab 9 Monaten |
| Kinderkraft Spinstep 2 Plus | Gurte mit Schnalle, drei Höhen | ja | ab 9 Monaten |
| Kinderkraft Freeway 2 | 3-Punkt | aufklappbar | 9 Monate bis 5 Jahre |
| Kidiz Dreirad 5in1 | 3-Punkt | abnehmbar | 1,5 bis 5 Jahre (Anleitung) |
| Lionelo Haari | 3-Punkt | gepolstert | ab 18 Monaten |
| KikkaBoo Flip | 2-Punkt | Stoßbügel | ab 1 Jahr |
| Little Dutch 4-in-1 | Sicherheitsgurt, Punkte ohne Angabe | Sicherheitsring | ab 1 Jahr |
| PUKY CAT S6 CEETY | Gurtsystem am Sitz | keine Angabe | ab 18 Monaten, aus dem Programm |
| Kettler Startrike Air | kein Gurt genannt | kein Bügel genannt | 2 bis 5 Jahre |
Bei den Kinderkraft-Modellen Aveo 2 und Spinstep 2 Plus nennt der Hersteller die Zahl der Gurtpunkte nicht, nur die Schnalle und die drei Gurthöhen. Die übrigen Angaben stammen aus den Herstellerbeschreibungen der Modelle.
2-, 3-, 4- oder 5-Punkt: was die Gurtarten halten
Die Zahl im Namen zählt die Befestigungen am Sitz. Je mehr es sind, desto mehr Körperteile hält der Gurt.

Mit jeder Gurtart kommen Schrittgurt, Schultergurte oder beides dazu.
- 2-Punkt-Gurt: ein Bauchgurt über dem Becken. Er hält das Kind im Sitz, kann aber nicht verhindern, dass es nach vorn unter dem Gurt durchrutscht. Das KikkaBoo Flip hat laut Hersteller ein solches 2-Punkt-System.
- 3-Punkt-Gurt: Bauchgurt plus Schrittgurt zwischen den Beinen. Der Schrittgurt verhindert das Durchrutschen. Das ist die häufigste Lösung bei günstigen Schiebedreirädern wie dem Kidiz 5in1, dem Kinderkraft Freeway 2 und dem Lionelo Haari.
- 4-Punkt-Gurt: Bauchgurt plus Schultergurte, ohne Schrittgurt. Chicco verbaut ihn im Dreirad 4in1 mit gepolsterten Schultergurten.
- 5-Punkt-Gurt: Schultergurte, Bauchgurt und Schrittgurt zusammen, wie im Kinderwagen. smarTrike nennt beim STR3 einen verstellbaren 5-Punkt-Gurt, MoMi beim Solivia und KikkaBoo beim Aluma ebenfalls.
Den größten Unterschied machen die Schultergurte. Ein Kind, das aufrecht sitzt und sich festhält, ist mit einem 3-Punkt-Gurt im Becken gesichert. Kippt die Lehne in die Liegeposition oder schläft das Kind ein, halten erst Schultergurte den Oberkörper in der Schale. Viele Schiebedreiräder haben heute eine Liegeposition, bei diesen Modellen passt ein Gurt mit Schultergurten am besten dazu.
Ab wann und wie lange braucht das Kind den Gurt?
Der Gurt gehört zur Schiebephase. Sie beginnt, wenn das Kind sicher sitzen kann, bei den meisten Herstellern ab etwa 9 Monaten. Das Kind fährt angeschnallt mit, die Füße ruhen auf der Fußstütze, und du lenkst über die Schubstange. Wie sich die Phasen bis zum selbstständigen Fahren aufteilen, zeigt unser Ratgeber Dreirad ab welchem Alter.
Wie lange diese Phase dauert, steht in den Anleitungen. Kinderkraft begrenzt beim Aveo 2 die Kinderwagen-Funktion mit Gurten, Bügel und Schubstange auf das Alter bis 24 Monate. Dazu passt die technische Spezifikation CEN/TS 17876, die das europäische Normungsinstitut CEN im Oktober 2024 für Dreiräder mit Schiebefunktion veröffentlicht hat. Laut dem Prüfdienstleister SGS beschreibt sie Dreiräder, in denen ein kleines Kind sitzt und gesichert ist, während ein Erwachsener schiebt. Ihre Anforderungen sind auf Kinder bis 24 Monate ausgelegt, und auf dem Produkt muss der Warnhinweis stehen, das Kind nie unbeaufsichtigt zu lassen.
Danach wechselt das Kind schrittweise zum Selbstfahren. Die Fußstütze klappt weg, das Kind tritt mit, und du behältst über den Griff die Kontrolle. In der letzten Stufe kommen Bügel, Gurt und Schubstange ab. PUKY formuliert es für das CEETY am deutlichsten. Für den Spielbetrieb sollen Schiebestange und Fußstütze komplett ab, beim CAT S6 zusätzlich Gurtsystem und Lehne.
Gurt oder Bügel: was schützt wovor?
Fast alle Schiebedreiräder haben beides, und die beiden Teile haben verschiedene Aufgaben. Der Sicherheitsbügel liegt vor dem Bauch. Er gibt dem Kind etwas zum Festhalten und bremst es, wenn es sich weit nach vorn beugt. Der Gurt verhindert, dass das Kind aufsteht oder seitlich aus dem Sitz klettert, sobald das Dreirad anhält oder etwas Spannendes am Wegrand liegt.
Bei den Bügeln gibt es zwei Bauarten. Ein abnehmbarer Bügel wie beim Kidiz 5in1 muss zum Hineinsetzen ab oder das Kind wird darüber gehoben. Ein aufklappbarer Bügel wie beim Kinderkraft Freeway 2 schwenkt zur Seite, das Kind steigt ein, und der Bügel klappt wieder zu. Im Alltag mit einem zappelnden Kleinkind spart das Zeit.
So stellst du den Gurt richtig ein
Ein Gurt schützt nur, wenn er passt. Drei Punkte lohnen sich vor jeder Fahrt:
- Gurthöhe: Die Schultergurte sollen nah an den Schultern aus der Lehne kommen. Kinderkraft bietet beim Aveo 2 und Spinstep 2 Plus drei Höhen. Zum Umstellen nimmst du den Bezug ab, ziehst die Gurtschnallen durch die Schlitze und fädelst sie eine Stufe höher wieder ein. Das ist ein paar Mal im Jahr nötig, wenn das Kind wächst.
- Spannung: Der Gurt liegt eng an, ohne einzuschnüren. Eine dicke Winterjacke macht ihn lose, darum nach dem Anziehen der Jacke nachziehen.
- Schnalle: Sie rastet hörbar ein. Zieh einmal an jedem Gurtende, bevor du losschiebst.
Auch mit Gurt bleibt das Kind nie allein im Dreirad. Ein Dreirad kann kippen, etwa wenn schwere Taschen an der Schubstange hängen. Kettler verbietet Lasten an der Schubstange ausdrücklich, bei Kinderkraft ist die Tasche am Elterngriff auf 2 kg begrenzt.
PUKY Dreirad mit Gurt
PUKY hat seine Dreiräder aus dem Programm genommen, viele CEETY fahren aber noch und werden gebraucht verkauft. Beim Gurt kommt es auf die Ausführung an:
- CAT S6 CEETY: Zum Lieferumfang gehört laut Anleitung ein Sitz mit Polster, Einsatz und Gurtsystem. Damit ist das CAT S6 als Kindertransport für Kinder ab 18 Monaten und 80 Zentimetern Körpergröße gedacht.
- CAT S2 CEETY: Hier listet die Anleitung Sitz, Einsatz, Kippmulde, Komfort-Schubstange und Fußstütze, aber keinen Gurt.
Zum Abbauen des Gurtsystems beim CAT S6 löst du laut Anleitung zwei Haken an der Rückenlehne und drehst drei Schrauben heraus. Das ist für den Spielbetrieb vorgesehen, den PUKY für Kinder ab 2 Jahren und 90 Zentimetern freigibt.
Einen Gurt zum Nachrüsten am CAT S2 bietet PUKY nicht an. Im Ersatzteilshop gibt es Gurtpolster, aber weder ein komplettes Gurtsystem noch den Sitz des CAT S6. Wer ein gebrauchtes CEETY für ein Kind unter 2 Jahren sucht, achtet deshalb auf die Bezeichnung CAT S6 und prüft, ob Gurt und Schnalle vollständig sind.
Kettler-Dreiräder: ohne Gurt
Für das Startrike Air, das Funtrike und das Happytrike nennt Kettler weder Gurt noch Sicherheitsbügel. Alle drei sind für Kinder von 2 bis 5 Jahren und bis 50 kg freigegeben. Die Schubstange dient bei ihnen zum Schieben und Lenken, wenn das Kind müde ist, als Kinderwagen-Ersatz für Babys sind sie nicht gedacht.
Für Kinder ab 2 Jahren ist das kein Mangel. Sie sitzen sicher, halten sich am Lenker fest und steigen über den Tiefeinstieg selbst auf und ab. Wer viel abseits von Asphalt unterwegs ist, findet beim Startrike Air einen anderen Vorzug, die Luftreifen. Was sie bringen, steht in unserem Ratgeber zum Kinderdreirad mit Luftbereifung.
Kann man einen Gurt nachrüsten?
Im Handel gibt es universelle 5-Punkt-Gurte für Kinderwagen und Hochstühle. Für Dreiräder sind sie nicht ausgelegt. Ein Gurt hält nur so gut wie seine Befestigung, und an einem Dreirad ohne Gurtsystem hat der Hersteller keine Befestigungspunkte vorgesehen. Die Anleitungen von Kettler und PUKY verlangen zudem Original-Ersatzteile.
Der sichere Weg ist deshalb ein Dreirad, das den Gurt ab Werk mitbringt. Für die ersten Monate, in denen das Kind noch geschoben wird, kommt alternativ der Buggy infrage, das Dreirad folgt dann ab 2 Jahren.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Bei einem Schiebedreirad mit Gurt lohnt der Blick auf fünf Punkte:
- Gurtart passend zum Alter: Für Kinder unter 18 Monaten und für Modelle mit Liegeposition sind Schultergurte die bessere Wahl, also ein 4- oder 5-Punkt-Gurt. Ein 3-Punkt-Gurt passt zu Kindern, die schon aufrecht sitzen. Kidiz und Lionelo geben ihre 3-Punkt-Modelle ab 18 Monaten frei.
- Verstellbare Gurthöhe: Kinderkraft bietet drei Stufen, so wächst der Gurt über die Schiebephase mit.
- Bügel: aufklappbar ist im Alltag praktischer als abnehmbar.
- Spezifikation: Kinderkraft nennt beim Aveo 2 und beim Aston 2 PRO die CEN/TS 17876, smarTrike verweist beim STR3 auf eine Kinderwagen-Zertifizierung.
- Bezug: abnehmbar oder waschbar, wie beim Chicco 4in1 und beim Kinderkraft Freeway 2.
Mit 5-Punkt-Gurt gibt es unter anderem diese drei Schiebedreiräder. Das smarTrike STR3 ist klappbar und endet mit 3 Jahren, das MoMi Solivia trägt bis 25 kg, das KikkaBoo Aluma hat einen Aluminiumrahmen und reicht bis 60 Monate.
Mit 3- oder 4-Punkt-Gurt sind diese Modelle ausgestattet. Das Chicco 4in1 hat Schultergurte ohne Schrittgurt, das Kinderkraft Freeway 2 und das Lionelo Haari haben einen 3-Punkt-Gurt mit Bügel. Mehr zur Ausstattung von Kinderkraft, mit Drehsitz und Liegeposition, steht in unserer Rezension des Kinderkraft Aveo 2.
Fazit
Ein Dreirad mit Gurt ist ein Schiebedreirad für die Zeit, in der das Kind mitfährt und noch nicht selbst tritt. Für diese Phase ab etwa 9 Monaten gehört ein Gurt dazu, bei Liegeposition und jüngeren Kindern am besten mit Schultergurten. Sobald das Kind ab etwa 2 Jahren selbst fährt, kommen Gurt, Bügel und Schubstange ab.
Wer jetzt kauft, entscheidet am besten nach dem Alter des Kindes. Für den Start mit 9 bis 12 Monaten passt ein Modell mit 5-Punkt-Gurt und Liegeposition, für ein Kind ab 18 Monaten, das aufrecht sitzt, genügt ein 3-Punkt-Gurt, und ab 2 Jahren kommt auch ein Dreirad ganz ohne Gurt infrage.
Häufige Fragen
Ab wann braucht ein Kind im Dreirad einen Gurt?
Sobald es im Dreirad geschoben wird. Schiebedreiräder sind ab etwa 9 Monaten freigegeben, das Kind sitzt dann angeschnallt wie im Buggy, und ein Erwachsener lenkt über die Schubstange. Voraussetzung ist, dass das Kind schon sicher sitzen kann.
Ist ein 5-Punkt-Gurt besser als ein 3-Punkt-Gurt?
Er hält mehr. Der 3-Punkt-Gurt sichert das Becken, der Schrittgurt verhindert das Durchrutschen. Der 5-Punkt-Gurt hält zusätzlich mit Schultergurten den Oberkörper. Das zählt bei kleinen Kindern, in der Liegeposition und wenn das Kind im Dreirad einschläft.
Bis wann muss das Kind im Dreirad angeschnallt sein?
Solange das Dreirad als Schiebewagen dient. Kinderkraft begrenzt die Kinderwagen-Funktion mit Gurten und Bügel beim Aveo 2 auf 24 Monate, und die Spezifikation CEN/TS 17876 ist auf Kinder bis 24 Monate ausgelegt. Tritt das Kind ohne Schubstange selbst, kommen Gurt und Bügel ab.
Hat das PUKY CEETY einen Gurt?
Das CAT S6 CEETY hat laut PUKY-Anleitung einen Sitz mit Gurtsystem und ist so als Kindertransport ab 18 Monaten und 80 Zentimetern Körpergröße gedacht. Beim CAT S2 CEETY gehört kein Gurt zum Lieferumfang. Für den Spielbetrieb verlangt PUKY, das Gurtsystem abzubauen.
Kann man am PUKY Dreirad einen Gurt nachrüsten?
Einen Nachrüstgurt bietet PUKY nicht an. Im Ersatzteilshop gibt es Gurtpolster, aber weder ein komplettes Gurtsystem noch den Sitz des CAT S6. PUKY hat seine Dreiräder zudem aus dem Programm genommen. Wer einen Gurt braucht, greift zu einem Schiebedreirad, das ihn ab Werk hat.
Haben Kettler-Dreiräder einen Gurt?
Für Startrike Air, Funtrike und Happytrike nennt Kettler weder Gurt noch Sicherheitsbügel. Alle drei sind für Kinder ab 2 Jahren gedacht, die schon sicher sitzen und sich am Lenker festhalten. Als Schiebewagen für Babys sind sie nicht ausgelegt.
Ersetzt der Sicherheitsbügel den Gurt?
Nein. Der Bügel gibt Halt nach vorn und bremst ein Kind, das sich vorbeugt. Aufstehen oder seitlich herausklettern kann es trotzdem. Darum kombinieren Schiebedreiräder beides, den Bügel zum Festhalten und den Gurt zum Sichern.
Welches Dreirad mit Schubstange hat einen 5-Punkt-Gurt?
Laut Hersteller unter anderem das smarTrike STR3, das MoMi Solivia und das KikkaBoo Aluma. Das smarTrike STR3 ist zusätzlich als Kinderwagen zertifiziert und für 10 Monate bis 3 Jahre gedacht. Das Chicco Dreirad 4in1 hat einen 4-Punkt-Gurt mit gepolsterten Schultergurten, aber ohne Schrittgurt.