Trike mieten: Preise, Führerschein und Bedingungen

Ein Trike-Miettag kostet 140 bis 175 Euro, die Klasse B genügt. Was Vermieter beim Mindestalter verlangen und warum die Selbstbeteiligung zählt.

Motorrad-Trikes Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Ein Trike zu kaufen kostet einen fünfstelligen Betrag, ein Wochenende darauf 300 Euro. Für alle, die erst wissen wollen, ob drei Räder und Fahrtwind zusammenpassen, ist die Miete der naheliegende Weg. Was dabei im Vertrag steht, unterscheidet sich allerdings erheblich von einer gewöhnlichen Autovermietung.

Was ein Miettag kostet

Wer ein Trike ausleihen möchte, findet in Deutschland rund zwei Dutzend spezialisierte Vermieter, dazu einzelne Händler mit angeschlossener Vermietung. Ihre Preise liegen erstaunlich eng beieinander. Wer einen Tagespreis unter 140 Euro sieht, hat meist ein Elektro-Fahrzeug mit kurzer Reichweite vor sich oder ein Zeitfenster von wenigen Stunden. Nach oben endet die Skala bei Turbo-Modellen um 230 Euro am Tag.

VermieterRegionTag werktagsWochenendeWoche
Trike-Vermietung DeworLeipzig140 € (2-Sitzer), 150 € (3-Sitzer)260 € bzw. 280 €auf Anfrage
Trike MünchenMünchen140 € (Schaltung), 175 € (Automatik)300 € bzw. 390 €700 € bzw. 770 €
rtrikesMüllheimab 150 €ab 300 €800 €
Chiemgau-TrikesChiemgau175 €350 € (2 Tage)980 € (7 Tage)

Preise laut den Preislisten der Vermieter, Saison 2025/2026, inklusive Mehrwertsteuer. Auffällig ist der Wochenend-Aufschlag: Er beträgt bei allen Anbietern zwischen 7 und 25 Prozent, weil Samstag und Sonntag die gefragtesten Tage sind. Wer flexibel ist, fährt unter der Woche für dasselbe Geld länger.

Die Degression bei längeren Mieten fällt kräftig aus. Drei Tage kosten meist etwa das Zweieinhalbfache eines Einzeltages. Bei einer ganzen Woche sinkt der rechnerische Tagespreis auf rund 100 bis 140 Euro. Wer eine Tour plant, sollte die Wochenmiete deshalb auch dann durchrechnen, wenn er das Fahrzeug nur fünf Tage braucht.

Die drei Zahlen im Vertrag

Der Tagespreis ist die Zahl, mit der geworben wird. Die beiden anderen entscheiden darüber, welches Risiko du mit nach Hause nimmst.

Balkendiagramm auf einer gemeinsamen Euro-Achse von 0 bis 2.600 Euro. Der Tagespreis liegt bei 140 bis 175 Euro und bildet den kürzesten Balken. Die Kaution folgt mit 250 bis 500 Euro. Die Selbstbeteiligung im Schadensfall reicht mit 2.000 bis 2.500 Euro über die gesamte Skala und ist damit rund fünfzehnmal so hoch wie ein Miettag. Ein vierter, sehr kurzer Balken zeigt die Zusatzversicherung für 10 bis 20 Euro pro Tag, mit der sich die Selbstbeteiligung auf 1.000 bis 1.750 Euro senken lässt.

Der beworbene Tagespreis ist der kleinste Betrag im Vertrag. Das eigentliche Risiko steht in der Zeile zur Selbstbeteiligung.

Die Kaution liegt bei 250 bis 500 Euro und wird bei der Abholung hinterlegt, bar oder per Karte. Sie deckt Kleinigkeiten ab: fehlender Kraftstoff, ein Kratzer im Lack, eine verlorene Sturmhaube. Nach schadensfreier Rückgabe geht sie vollständig zurück. Einzelne Anbieter verzichten ganz auf eine Kaution und rechnen Schäden direkt ab.

Die Anzahlung sichert den Termin und ist eine dritte, oft übersehene Zahl. Üblich sind 30 Euro je Trike und Miettag oder pauschal 50 Prozent der Mietsumme. Bei kurzfristiger Absage bleibt dieser Betrag in aller Regel beim Vermieter, ein Blick in die Stornobedingungen lohnt vor der Überweisung.

Die Selbstbeteiligung ist der Posten, der die Rechnung sprengen kann. Verbreitet sind 2.000 bis 2.500 Euro je Schadensfall bei Vollkasko, bei Teilkasko manchmal 1.500 Euro. Diesen Betrag zahlst du bei jedem selbst verschuldeten Schaden, unabhängig von der Kaution. Mehrere Vermieter bieten eine Reduzierung an: 10 Euro pro Tag senken die Summe auf 1.750 oder 2.000 Euro, 20 Euro pro Tag auf 1.000 oder 1.500 Euro. Bei einem Wochenende sind das 20 bis 40 Euro, gemessen am Risiko eine der wenigen Zusatzoptionen, die sich rechnen lassen.

Welcher Führerschein trägt

Für die Anmietung gelten zwei getrennte Regelwerke, und das führt regelmäßig zu Missverständnissen.

Die gesetzliche Seite ist eindeutig. § 6 Abs. 3a der Fahrerlaubnis-Verordnung bestimmt:

Die Fahrerlaubnis der Klasse B berechtigt auch zum Führen von dreirädrigen Kraftfahrzeugen im Inland, im Falle eines Kraftfahrzeugs mit einer Motorleistung von mehr als 15 kW jedoch nur, soweit der Inhaber der Fahrerlaubnis mindestens 21 Jahre alt ist.

§ 6 Abs. 3a Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)

Damit steht fest: Der Autoführerschein genügt, ein Motorradführerschein ist keine Voraussetzung. Zwei Bedingungen hängen daran. Ab 15 kW Nennleistung gilt das Mindestalter 21, und die Berechtigung wirkt nur im Inland. Für eine Tour über die Grenze reicht die Klasse B beim Trike nicht, dort brauchst du die Klasse A. Die Details dazu stehen im Ratgeber zum Trike mit Autoführerschein.

Die Vermieterseite setzt darüber eigene Hürden. Die gefundenen Bedingungen reichen von 21 über 23 bis 25 Jahre Mindestalter, dazu verlangen mehrere Anbieter zwei Jahre Führerscheinbesitz. Diese Vorgaben stammen aus dem Versicherungsvertrag des Vermieters und sind nicht verhandelbar. Sie stehen auch nicht in der StVO oder der FeV, weshalb es keinen Sinn hat, mit dem Gesetzestext dagegen zu argumentieren.

Ein dritter Punkt taucht bei mehreren Vermietern auf und wird gern überlesen: uneingeschränkte Beweglichkeit in Nacken, Armen und Beinen. Ein Trike hat keine Servolenkung, die Vorderachse verlangt beim Rangieren spürbar Kraft, und der Schulterblick über die eigene Sitzbank hinweg funktioniert anders als im Auto.

Kilometer, Kraftstoff und was sonst noch abgerechnet wird

Trike-Vermietungen arbeiten mit Kilometerkontingenten, ähnlich wie Wohnmobilvermieter. Die Spanne ist groß:

PositionTypische Regelung
Freikilometer250 bis 500 km je Miettag, teils pauschal 350 oder 1.500 km
Mehrkilometer0,35 bis 0,40 € je km
Kraftstoffvollgetankt abholen, vollgetankt zurückgeben
Helmekostenlos bis 3 € je Helm und Tag
Regenkombi10 € je Miete
Handy- oder Navihalterung5 bis 10 €
Schutzbriefab 5 €

Für eine Tagestour ist das Kontingent großzügig bemessen. Wer 250 Freikilometer hat, fährt damit eine ausgedehnte Runde durchs Mittelgebirge und kommt am Abend zurück, ohne nachzurechnen. Eng wird es bei mehrtägigen Reisen mit langen Etappen: Bei 300 Kilometern pro Tag und einem Kontingent von 250 summieren sich in einer Woche 350 Zusatzkilometer, also rund 140 Euro obendrauf.

Der Kraftstoffverbrauch kommt bei allen Anbietern zusätzlich auf die Rechnung. Ein Motorrad-Trike mit 1.500 cm³ und Automatikgetriebe liegt je nach Fahrweise bei 7 bis 9 Litern auf 100 Kilometer. Bei 250 Kilometern Tagesstrecke sind das rund 20 Liter, also etwa 35 Euro. Wie sich diese Kosten bei einem eigenen Fahrzeug übers Jahr entwickeln, rechnet der Ratgeber zu den laufenden Kosten eines Trikes durch.

Welche Fahrzeuge in den Vermietflotten stehen

Die Auswahl ist überschaubar, weil nur wenige Hersteller Trikes in Serie bauen. In den Flotten dominieren zwei Namen:

Für die Sitzplätze gilt: Ein Zweisitzer nimmt Fahrer und eine Begleitperson auf, ein Dreisitzer hat eine durchgehende Sitzbank für zwei Mitfahrer und kostet rund 10 Euro Aufschlag am Tag. Maßgeblich ist die eingetragene Sitzplatzzahl in der Zulassungsbescheinigung, mehr Personen dürfen nach § 21 Abs. 1 StVO nicht mitfahren.

Der Ablauf einer Anmietung

Die Abläufe ähneln sich bei allen Anbietern:

  1. Anfrage und Reservierung. Termin und Fahrzeug werden telefonisch oder per Formular abgestimmt, danach sichert die Anzahlung den Termin. In der Hauptsaison von Mai bis September sind Wochenenden Wochen im Voraus vergeben.
  2. Abholung am Morgen. Üblich ist 8 Uhr, die Rückgabe erfolgt am letzten Miettag bis 18 Uhr. Ein Miettag ist damit kein Zeitraum von 24 Stunden.
  3. Übergabe und Einweisung. Führerschein und Ausweis werden geprüft, die Kaution hinterlegt, danach folgt eine Einweisung ins Fahrzeug. Sie dauert 15 bis 30 Minuten und behandelt vor allem das abweichende Fahrverhalten.
  4. Rückgabe. Vollgetankt und im Zustand der Übergabe. Der Vermieter prüft das Fahrzeug, danach geht die Kaution zurück.

Die Einweisung ist der wichtigste Teil und der Grund, warum sich niemand von der Fahrpraxis auf zwei Rädern täuschen lassen sollte. Ein Trike legt sich in Kurven nicht in Schräglage, es will wie ein Fahrzeug mit Spurbreite gelenkt werden. Wer vom Motorrad kommt, muss sich das Gegenlenken abgewöhnen, wer vom Auto kommt, unterschätzt die Fahrbahnbreite. Beide Umstellungen brauchen die ersten Kilometer.

Wann Mieten sinnvoller ist als Kaufen

Die Rechnung ist schnell gemacht. Ein gebrauchtes Trike beginnt bei etwa 15.000 Euro, ein neues rewaco liegt jenseits von 40.000 Euro. Dazu kommen laufende Kosten von rund 1.500 bis 2.500 Euro im Jahr für Steuer, Versicherung, Wartung und Reifen.

Bei einem Tagespreis von 150 Euro entspricht allein der jährliche Unterhalt eines eigenen Trikes zehn bis siebzehn Miettagen. Wer weniger als zehn Ausfahrten im Jahr plant, fährt mit der Miete günstiger, ohne Kapital zu binden und ohne Stellplatzfrage. Ab etwa 20 Fahrtagen im Jahr kippt die Rechnung zugunsten des eigenen Fahrzeugs, spätestens wenn spontane Kurzausfahrten dazukommen, für die sich keine Anmietung lohnt.

Ein zweiter Grund für die Miete ist der Test vor dem Kauf. Zwei Tage auf einem rewaco beantworten Fragen, die keine Probefahrt über zwanzig Minuten klärt: Wie sitzt es sich nach vier Stunden, wie laut ist es bei Tempo 120, wie sehr stört der Fahrtwind ohne Scheibe. Wer die Miete später als Anzahlung angerechnet bekommt, sollte danach fragen, einzelne Händler mit angeschlossener Vermietung bieten das an.

Alternativen zur Selbstfahrer-Miete

Nicht jeder will oder darf selbst fahren. Dafür gibt es zwei Wege:

Geführte Ausfahrten mit Fahrer bieten viele Vermieter und Trike-Clubs an, oft als Rundfahrt über zwei bis drei Stunden. Das Fahrzeug bleibt dabei in der Hand des Anbieters, ausgeliehen wird der Platz auf der Sitzbank. Der Gast sitzt hinten, Führerschein und Mindestalter spielen keine Rolle. Die Preise beginnen bei rund 90 Euro für eine kurze Tour und liegen für Halbtagesfahrten mit Fahrer im Bereich von 150 bis 250 Euro.

Erlebnisgutscheine großer Anbieter bündeln solche Fahrten in feste Pakete, meist als Selbstfahrer-Erlebnis über zwei bis vier Stunden mit Einweisung. Sie kosten je nach Region und Dauer 125 bis 210 Euro und eignen sich als Geschenk, weil der Termin später frei gewählt wird.

Wer ein Trike für einen Hochzeitstransfer oder einen Firmenanlass sucht, findet bei denselben Vermietern Fahrten mit Chauffeur. Die Abrechnung läuft dann meist pauschal je Anlass statt nach Miettagen.

Fazit: Der Tagespreis ist die kleinste Zahl im Vertrag

Ein Trike für einen Tag zu mieten kostet 140 bis 175 Euro, ein Wochenende 260 bis 390 Euro. Diese Beträge sind die verlässlichsten im ganzen Angebot, weil die Anbieter dicht beieinander liegen. Der Autoführerschein reicht, solange die Fahrt in Deutschland bleibt.

Die Zahlen, die vor der Buchung wirklich Aufmerksamkeit verdienen, stehen weiter unten im Vertrag: das Mindestalter des Vermieters, die Selbstbeteiligung von 2.000 bis 2.500 Euro und das Kilometerkontingent. Zwei Minuten für diese drei Zeilen ersparen die unangenehmen Überraschungen. Und wenn die Fahrt Lust auf mehr macht, hilft der Blick auf die laufenden Kosten und die Versicherung eines eigenen Trikes bei der nächsten Entscheidung.

Rechtsstand September 2026. Grundlage der Rechtsangaben sind § 6 Abs. 3a FeV, § 21 Abs. 1 StVO und § 21a Abs. 2 StVO. Preise und Bedingungen stammen aus den veröffentlichten Preislisten der genannten Vermieter (Saison 2025/2026) und ändern sich saisonal.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Trike zu mieten?

Ein Tag kostet bei deutschen Vermietern zwischen 140 und 175 Euro, am Wochenende und an Feiertagen 150 bis 220 Euro. Ein komplettes Wochenende liegt bei 260 bis 390 Euro, eine ganze Woche bei 700 bis 980 Euro. Dazu kommt eine Kaution von 250 bis 500 Euro, die nach schadensfreier Rückgabe zurückgeht.

Welchen Führerschein braucht man, um ein Trike zu mieten?

Die Klasse B genügt. Nach § 6 Abs. 3a FeV berechtigt sie im Inland zum Führen dreirädriger Kraftfahrzeuge, bei mehr als 15 kW Motorleistung allerdings erst ab 21 Jahren. Auch die Klasse A trägt. Vermieter akzeptieren beide Klassen, verlangen aber oft zusätzlich ein höheres Mindestalter und einige Jahre Fahrpraxis.

Ab welchem Alter darf man ein Trike mieten?

Gesetzlich reicht die Klasse B ab 18 Jahren, oberhalb von 15 kW Motorleistung ab 21 Jahren. Die Vermieter setzen eigene Grenzen darüber: verbreitet sind 21, 23 oder 25 Jahre, dazu häufig die Bedingung, den Führerschein seit mindestens zwei Jahren zu besitzen. Diese Vorgaben kommen aus dem Versicherungsvertrag des Vermieters.

Wie hoch ist die Kaution beim Trike mieten?

Üblich sind 250 bis 500 Euro, meist bar oder per Karte bei der Abholung. Einzelne Anbieter verzichten ganz darauf. Die Kaution deckt Kleinschäden und fehlenden Kraftstoff ab und wird bei unbeschädigter Rückgabe vollständig erstattet. Getrennt davon läuft die Anzahlung bei der Reservierung, die häufig 30 Euro je Miettag oder 50 Prozent der Mietsumme beträgt.

Was passiert bei einem Schaden am Mietfahrzeug?

Die Vollkaskoversicherung des Vermieters greift, du haftest bis zur vereinbarten Selbstbeteiligung. Verbreitet sind 2.000 bis 2.500 Euro je Schadensfall, deutlich mehr als die Kaution. Für 10 bis 20 Euro pro Tag lässt sich die Summe bei vielen Anbietern auf 1.000 bis 1.750 Euro senken.

Wie viele Kilometer sind bei der Trike-Miete inklusive?

Je nach Vermieter 250 bis 500 Kilometer pro Tag, bei längeren Mieten teils pauschal 1.500 Kilometer. Jeder weitere Kilometer kostet 35 bis 40 Cent. Für eine Tagestour reicht das Kontingent bequem, bei mehrtägigen Reisen mit hohen Etappen lohnt der Blick in die Preisliste vor der Buchung.

Kann man ein Trike auch stundenweise mieten?

Ja, mehrere Vermieter bieten kurze Zeitfenster an. Verbreitet sind Drei-Stunden-Pakete ab etwa 90 Euro und Halbtagesmieten von 11 bis 17 Uhr ab 150 Euro. Bei einem Elektro-Trike beginnt die Stundenmiete bei rund 40 Euro für die erste Stunde, jede weitere kostet dann etwa 15 Euro.

Sind Helme bei der Trike-Miete dabei?

Meistens ja. Ein Teil der Vermieter stellt Helme kostenlos, andere berechnen etwa 3 Euro pro Helm und Tag. Die Helmpflicht nach § 21a Abs. 2 StVO gilt auf offenen Trikes für Fahrer und Mitfahrer gleichermaßen, ein passender Helm gehört also zwingend zur Ausrüstung.

Was muss man zur Abholung mitbringen?

Gültiger Führerschein und Personalausweis, das Geld für die Kaution in der vereinbarten Form sowie wetterfeste Kleidung und feste Schuhe. Mehrere Vermieter setzen zusätzlich uneingeschränkte Beweglichkeit in Nacken, Armen und Beinen voraus, weil das Fahrzeug ohne Servolenkung Kraft am Lenker verlangt.

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