Rikscha kaufen in Österreich: Regeln, Preise, Gebrauchtmarkt

Rikscha kaufen in Österreich: E-Rikschas kosten gebraucht meist 1.300 bis 3.300 €. Als Fahrrad gelten sie bis 250 W, Mitfahrer brauchen je einen eigenen Sitz.

E-Trikes & Dreiräder Veröffentlicht am 7 Min. Lesezeit

Wo man in Österreich eine Rikscha kauft

Personen-Rikschas sind Spezialfahrzeuge aus kleinen Serien. Ein bekanntes Modell ist das Taxi-Bike von Christiania Bikes aus Klemensker auf Bornholm, bei dem zwei Fahrgäste vorn zwischen den Vorderrädern sitzen und der Fahrer dahinter tritt. Aus Berlin stammt der City Cruiser, das typische Velotaxi mit dem Fahrer vorn und zwei Fahrgästen dahinter. Neu bestellt man solche Rikschas über den Lastenrad-Fachhandel oder direkt beim Hersteller. Auf willhaben bot am 16. Oktober 2026 kein Händler eine neue Personen-Rikscha an.

Entsprechend hoch liegen die Preise neuer Rikschas mit Motor. Der Schweizer Hersteller HCP verlangt für seine Rikscha Leonie mit Platz für zwei Fahrgäste CHF 11.000. Die Arbeiterwohlfahrt in Waren an der Müritz bezahlte 2025 für eine Rikscha mit Sitzbank für zwei Personen samt Zubehör rund 13.000 Euro, finanziert über die Postcode-Lotterie und die Stadt.

Deutlich günstiger ist der Gebrauchtmarkt. Hier kaufen die meisten Privatleute, Hotels und Vereine in Österreich.

Was der Gebrauchtmarkt hergibt

Die Suche nach „Rikscha“ auf willhaben lieferte am 16. Oktober 2026 85 Treffer. Gut drei Viertel waren Spielzeug, Deko oder Bücher. Übrig blieben 20 Inserate für fahrbare Rikschas:

GruppeInseratePreisetypische Angaben
Elektro-Rikschas für 2 bis 3 Personen91.300 bis 3.250 €Motor 500 bis 1.500 W laut Inserat, teils mit Gasgriff
Fahrrad-Rikschas ohne Motor5500 bis 3.000 €Hochzeitskutsche, Familienrad, Elektromotor zum Nachrüsten
Originale aus Indien, Thailand und China5390 bis 2.400 €Deko, Gästeshuttle, teils nur eine Bremse
E-Lastenrad mit Personenbank17.500 €Umbau zum reinen Lastenrad möglich

Am stärksten vertreten ist Wien mit sechs Inseraten, der Rest verteilt sich über Niederösterreich, das Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und Tirol. Bei den Elektro-Rikschas fällt die Motorleistung auf: 500 Watt, 750 Watt mit Gashebel, 1.500 Watt bei 25 km/h. Eine Anzeige nennt bis zu 30 km/h. Ob solche Rikschas in Österreich ohne Kennzeichen fahren dürfen, entscheidet die Nenndauerleistung.

Wann eine E-Rikscha in Österreich als Fahrrad gilt

Eine Rikscha ohne Motor ist ein Fahrrad. Mit Motor gilt sie nur dann als Fahrrad, wenn sie zwei Grenzen einhält (§ 1 Abs. 2a KFG):

Bis April 2023 lag die Grenze bei 600 Watt „höchster zulässiger Leistung“. Viele ältere Rikschas und Inserate orientieren sich noch daran. Liegt die Nenndauerleistung über 250 Watt oder fährt die Rikscha schneller als 25 km/h, ist sie ein Kraftfahrzeug. Dann braucht sie eine Typgenehmigung, Zulassung, Kennzeichen und Haftpflichtversicherung. Für eine importierte Rikscha mit 1.500 Watt gibt es diese Papiere in aller Regel nicht.

Nennt ein Inserat 500 oder 1.000 Watt, kann damit auch die Spitzenleistung gemeint sein. Die Nenndauerleistung steht auf dem Typenschild am Motor, sie gehört vor dem Kauf fotografiert oder schriftlich bestätigt. Offen ist die Einordnung von Dreirädern, die über einen Gasgriff ohne Treten fahren. Wie das Gesetz und die Wirtschaftskammer das sehen, erklärt der Ratgeber E-Trike in Österreich. Rechtssicher ist eine E-Rikscha mit Pedalen und reiner Tretunterstützung.

Rikscha ohne Motor nachrüsten

Mehrere Inserate bieten Fahrrad-Rikschas mit der Option an, einen Elektromotor nachzurüsten. Ein Wiener Verkäufer verlangt für den Nachrüstmotor 500 Euro und für einen gebrauchten 36-Volt-Akku mit Ladegerät 250 Euro, die Rikscha selbst kostet ohne Antrieb ab 1.200 Euro. Damit liegt eine nachgerüstete Rikscha im Preisband der fertigen E-Rikschas auf willhaben.

Rechtlich gelten nach dem Umbau dieselben Grenzen wie für eine gekaufte E-Rikscha. Der Motor darf höchstens 250 Watt Nenndauerleistung haben und nur bis 25 km/h unterstützen. Ein Nachrüstsatz mit 500 oder 1.000 Watt macht aus der Rikscha ein Kraftfahrzeug, für das es keine Papiere gibt. Beim Kauf des Motors deshalb auf die Angabe „250 W“ auf dem Typenschild achten.

Mit Motor fährt die voll besetzte Rikscha schneller als getreten, und Akku und Motor bringen zusätzliches Gewicht. Die Bremsen verdienen beim Umbau darum besondere Aufmerksamkeit. Bei mehrspurigen Fahrrädern müssen sie auf alle Räder wirken (§ 2 Z 2 Fahrradverordnung).

Mitfahrer: Alter, Sitze und Ladegewicht

Wer mit der Rikscha Personen befördert, muss mindestens 16 Jahre alt sein (§ 65 Abs. 3 StVO). Für die Fahrgäste gelten drei Regeln:

Mit zwei Erwachsenen zu je 80 Kilogramm bleiben 90 Kilogramm Reserve. Drei Erwachsene bringen 240 Kilogramm auf die Bank und liegen knapp unter der Grenze, für Gepäck bleibt dann kaum etwas.

Für Fahrten gegen Entgelt kommt die Versicherungsfrage dazu. Die private Haftpflicht deckt in der Regel nur die Gefahren des täglichen Lebens. Wer Hochzeitspaare oder Gäste kutschiert, braucht eine Betriebshaftpflicht, die die Rikscha ausdrücklich einschließt.

Radweg oder Fahrbahn: die Breite entscheidet

Mehrspurige Fahrräder bis 100 Zentimeter Breite dürfen auf den Radweg, breitere müssen auf der Fahrbahn fahren (§ 68 Abs. 1 StVO). Eine Pflicht zum Radweg gibt es für Rikschas nicht, sie gilt nur für einspurige Fahrräder ohne Anhänger. Viele Rikschas für zwei Fahrgäste liegen genau an der Grenze oder darüber.

Rückansichten von vier Rikschas, maßstäblich nach Breite, mit einer gestrichelten Linie bei 100 Zentimetern als Radweg-Grenze nach § 68 Abs. 1 StVO. Christiania Taxi-Bike mit 97 Zentimetern und Veloform City Cruiser II mit 100 Zentimetern bleiben auf der Radweg-Seite. HCP eTriBike Leonie mit 110 Zentimetern und eine Rikscha aus einem Salzburger willhaben-Inserat mit 118 Zentimetern ragen darüber hinaus und gehören auf die Fahrbahn.

Zwei von vier Rikschas dürfen auf den Radweg, die beiden breiteren fahren auf der Fahrbahn.

Gemessen wird an der breitesten Stelle, bei Rikschas meist an der Achse mit den zwei Rädern. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist, profitiert von einer schmalen Rikscha, weil sie Radwege und Radfahrstreifen nutzen darf.

Bremsen und Licht: was eine Original-Rikscha nachrüsten muss

Die Originale aus Indien, Thailand oder China sind schöne Stücke, auf der Straße aber oft nicht vollständig ausgerüstet. Die Fahrradverordnung verlangt in § 1 für jedes Fahrrad:

Für mehrspurige Fahrräder kommen in § 2 zwei Punkte dazu: Die Bremsen müssen auf alle Räder wirken, innerhalb einer Achse gleichzeitig und gleichmäßig, und hinten braucht es zwei Rücklichter und zwei Rückstrahler an den Seiten. Eine indische Fahrradrikscha mit einer einzigen Bremse am Vorderrad, wie sie ein Inserat in Salzburg beschreibt, erfüllt das nicht. Auf die Straße gehört sie erst nach einem Umbau mit Bremsen für die Hinterräder und einer Lichtanlage.

Bei neuen Rikschas aus der EU hilft § 8 der Fahrradverordnung. Abweichungen sind erlaubt, wenn das Fahrrad in einem anderen EU- oder EWR-Staat rechtmäßig in Verkehr ist und dasselbe Sicherheitsniveau bietet. Eine Rikscha, die in Dänemark oder Deutschland legal verkauft wird, muss deshalb nicht Punkt für Punkt umgebaut werden, solange sie gleich sicher ist.

Förderung und Finanzierung

Eine Bundesförderung gibt es derzeit nicht. Das Programm klimaaktiv mobil zahlte Privatpersonen bis zum 20. Jänner 2026 900 Euro für ein Transportrad, wenn es mindestens 60 Kilogramm Zuladung oder 140 Kilogramm Gesamtzuladung samt Fahrer hatte und tretbare Pedale besaß. Seitdem sind keine Einreichungen möglich. Ob die Förderung wiederkommt, hängt nach Auskunft der Wirtschaftskammer am Budget.

Rikschas für Senioren laufen in Österreich meist über Gemeinden und Vereine. Die Stadt Dornbirn hat 2019 für die Initiative Radeln ohne Alter zusätzlich eine E-Rikscha angeschafft, in Wiener Neustadt fährt der Verein Bewohner eines Stadtheims aus. Wer ein solches Projekt plant, findet bei der eigenen Gemeinde, Sozialvereinen und Stiftungen die besten Ansprechpartner.

Checkliste vor dem Kauf

Wer statt Fahrgästen vor allem Lasten bewegt, landet bei Elektro-Lastendreirädern im Tuk-Tuk-Stil. Markt und Regeln dazu stehen im Ratgeber Tuk Tuk kaufen in Österreich.

Fazit

Eine Rikscha kaufen heißt in Österreich meist gebraucht kaufen. Auf willhaben gibt es Elektro-Rikschas für zwei Erwachsene ab etwa 1.300 Euro, neue Personen-Rikschas von Spezialherstellern kosten über 10.000 Euro. Vor dem Kauf zählt vor allem die Nenndauerleistung des Motors. Bis 250 Watt fährt die Rikscha als Fahrrad ohne Kennzeichen, darüber fehlen ihr in aller Regel die Papiere für die Straße.

Für den Alltag mit Fahrgästen sind danach Sitze, Breite, Bremsen und Licht entscheidend. Eine Rikscha bis 100 Zentimeter Breite mit Bremsen an allen Rädern und eigenem Sitz für jeden Fahrgast deckt die österreichischen Regeln vollständig ab. Wer in der Schweiz kauft, findet dort ganz andere Kategorien, sie stehen im Ratgeber Elektro-Rikscha kaufen in der Schweiz.

Rechtsstand Oktober 2026. Grundlage sind § 1 Abs. 2a KFG 1967, § 65 und § 68 StVO 1960 sowie §§ 1, 2, 7 und 8 der Fahrradverordnung. Förderung laut Wirtschaftskammer Österreich (Stand 28. Jänner 2026), Breiten aus den Typengenehmigungsdaten des Schweizer Bundesamts für Strassen (Stand 29. September 2026). Marktdaten von willhaben vom 16. Oktober 2026. Dieser Artikel ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Was kostet eine Rikscha in Österreich?

Gebraucht meist 1.300 bis 3.300 Euro für eine Elektro-Rikscha mit Platz für zwei Erwachsene, so lagen am 16. Oktober 2026 neun Inserate auf willhaben. Originale aus Indien, Thailand oder China gab es ab 390 Euro, ein hochwertiges E-Lastenrad mit Personenbank für 7.500 Euro. Neue Personen-Rikschas von Spezialherstellern kosten deutlich mehr, der Schweizer Hersteller HCP etwa verlangt für sein Modell Leonie CHF 11.000.

Brauche ich für eine Rikscha in Österreich einen Führerschein?

Nicht, solange sie als Fahrrad gilt. Das ist bei einer Rikscha ohne Motor der Fall und bei einer E-Rikscha mit höchstens 250 Watt Nenndauerleistung und Unterstützung bis 25 km/h (§ 1 Abs. 2a KFG). Wer Personen mitnimmt, muss aber mindestens 16 Jahre alt sein (§ 65 Abs. 3 StVO).

Wie viele Personen darf ich mit einer Rikscha befördern?

So viele, wie die Rikscha Sitze hat. Die Fahrradverordnung verlangt bei mehrspurigen Fahrrädern für den Transport mehrerer Personen für jede beförderte Person einen eigenen Sitz (§ 2 Z 3) und begrenzt das Ladegewicht auf 250 Kilogramm (§ 7 Z 1). Drei Erwachsene mit je 80 Kilogramm liegen damit knapp an der Grenze.

Darf eine Rikscha in Österreich auf dem Radweg fahren?

Wenn sie höchstens 100 Zentimeter breit ist, ja (§ 68 Abs. 1 StVO). Breitere mehrspurige Fahrräder müssen die Fahrbahn benutzen. Das Christiania Taxi-Bike misst laut Schweizer Typendaten 97 Zentimeter, viele Rikschas für zwei Fahrgäste liegen zwischen 100 und 120 Zentimetern.

Gibt es in Österreich eine Förderung für Rikschas?

Derzeit nicht. Die Bundesförderung von 900 Euro für Transporträder aus dem Programm klimaaktiv mobil wurde am 20. Jänner 2026 eingestellt, eine Neuauflage hängt am Budget. Rikscha-Projekte für Senioren finanzieren sich in der Praxis über Gemeinden, Vereine und Spenden, Dornbirn etwa hat für Radeln ohne Alter eine E-Rikscha angeschafft.

Darf ich eine alte Rikscha aus Indien in Österreich fahren?

Nur, wenn sie die Ausrüstung eines Fahrrads hat. Die Fahrradverordnung verlangt zwei voneinander unabhängige Bremsen, die bei mehrspurigen Fahrrädern auf alle Räder wirken, dazu Klingel, Rückstrahler sowie zwei Rücklichter. Originale aus Asien haben oft nur eine Bremse und kein Licht und müssen nachgerüstet werden, bevor sie mit Fahrgästen auf die Straße dürfen.

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