Zum Händler, in die Werkstatt, in den Urlaub ans Mittelmeer: Irgendwann steht jedes Trike auf einem Anhänger statt auf eigenen Rädern. Die Suche danach endet oft in einer Enttäuschung, weil der naheliegende Motorradanhänger die Fahrzeuge dieser Klasse in keiner Dimension aufnimmt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Maße und welche Nutzlast wirklich nötig sind und wo die Führerscheingrenze verläuft.
Warum der Motorradanhänger ausscheidet
Ein Trike sieht auf dem Parkplatz aus wie ein etwas breiteres Motorrad. Auf dem Anhänger verhält es sich wie ein kleines Auto, und daran scheitert die naheliegendste Lösung.
Handelsübliche Motorradanhänger sind für einspurige Fahrzeuge gebaut. Ihre Ladeflächen liegen bei etwa 2,50 m Länge und 1,07 bis 1,28 m Breite, häufig mit einer Wippe oder Schiene in der Mitte, die das Vorderrad aufnimmt. Beide Maße reichen für kein Motorrad-Trike, und die Vorderradschiene ist bei zwei Vorderrädern ohnehin gegenstandslos.
Die Zahlen der Hersteller machen den Abstand deutlich. Can-Am gibt für den Ryker Rally eine Länge von 2.532 mm bei 1.522 mm Breite an, für den Spyder RT Limited 2.833 mm bei 1.554 mm. Rewaco nennt für seine Baureihen Längen von 3.380 mm (PUR3 Explorer) bis 3.680 mm (RF1 ST) und Breiten von 1.720 bis 1.880 mm. Selbst das kürzeste Serien-Trike liegt damit über der Ladefläche eines Motorradanhängers, das längste um mehr als einen Meter.
Die Maßtabelle: Fahrzeug gegen Ladefläche
Für die Auswahl zählen drei Zahlen des Trikes und drei Zahlen des Anhängers. Diese Übersicht stellt gängige Fahrzeuge den Ladeflächen typischer Anhängerklassen gegenüber.
| Fahrzeug | Länge | Breite | Gewicht laut Hersteller |
|---|---|---|---|
| Can-Am Ryker Rally | 2.532 mm | 1.522 mm | 303 kg (Trockengewicht) |
| Can-Am Spyder RT Limited | 2.833 mm | 1.554 mm | 464 kg (Trockengewicht) |
| Rewaco PUR3 Explorer | 3.380 mm | bis 1.860 mm | 658–687 kg (Leergewicht) |
| Rewaco RF1 GT | 3.660 mm | 1.880 mm | 658–687 kg (Leergewicht) |
| Rewaco RF1 ST | 3.680 mm | bis 1.860 mm | 658–687 kg (Leergewicht) |
Die Werte stammen aus den Datenblättern von Can-Am (Modelljahre 2024 und 2025) und aus den technischen Informationen von Rewaco, das seine Gewichts- und Breitenangaben als Spanne über die Baureihen führt.
Dem gegenüber stehen die Ladeflächen. Die folgenden Beispiele sind Serienmodelle eines deutschen Herstellers und stehen stellvertretend für die jeweilige Klasse:
| Anhängerklasse | Innenmaß (L × B) | zul. Gesamtmasse | Nutzlast |
|---|---|---|---|
| Motorradanhänger, ungebremst | 2.095 × 1.365 mm | 750 kg | 575 kg |
| Absenkanhänger klein | 2.500 × 1.565 mm | 750 kg | 450 kg |
| Absenkanhänger klein, gebremst | 2.500 × 1.565 mm | 1.350 kg | 1.018 kg |
| Absenkanhänger groß | 3.100 × 1.765 mm | 1.350 kg | 985 kg |
| Absenkanhänger groß, verstärkt | 3.100 × 1.765 mm | 1.800 kg | 1.415 kg |
| Fahrzeugtransporter | 4.000 × 2.140 mm | 2.000 kg | 1.440 kg |
Nutzlast heißt hier die Differenz zwischen zulässiger Gesamtmasse und Leergewicht des Anhängers, also das, was tatsächlich obendrauf darf.

Länge und Breite scheitern an unterschiedlichen Klassen: Erst ab 3,10 m Innenlänge passt ein Can-Am, für ein Rewaco reicht auch das nicht.
Aus der Gegenüberstellung ergeben sich drei klare Gruppen:
- Can-Am Ryker. Passt in der Breite auf jeden Fahrzeugtransporter und braucht in der Länge mindestens 2,55 m, praktisch also die 3,10-m-Klasse. Beim Gewicht ist er unkritisch.
- Can-Am Spyder RT. Braucht 3,10 m Länge und lässt bei 1.765 mm Innenbreite gut 20 cm Luft. Beim Gewicht scheidet der 750-kg-Anhänger aus, weil dessen Nutzlast von 450 kg unter dem Trockengewicht liegt.
- Rewaco und vergleichbare Custom-Trikes. Länge und Breite sprengen die Standardklassen. Hier führt der Weg zum Fahrzeugtransporter mit 4,00 m Ladefläche und 2,14 m Innenbreite.
Trockengewicht ist nicht Leergewicht
Die Gewichtsangaben der Hersteller folgen zwei verschiedenen Definitionen, und der Unterschied entscheidet bei knapper Nutzlast über die Zulässigkeit.
Can-Am weist für seine Modelle das Trockengewicht aus. Es beschreibt das Fahrzeug ohne Kraftstoff, ohne Motoröl, ohne Kühl- und Bremsflüssigkeit. Der Spyder RT fasst laut Datenblatt 26,5 l Kraftstoff, der Ryker 20 l. Allein der volle Tank wiegt beim Spyder rund 20 kg, dazu kommen einige Kilogramm Betriebsstoffe. Wer mit dem Katalogwert rechnet, liegt am Ende um 20 bis 30 kg zu niedrig.
Rewaco nennt dagegen ein Leergewicht von 658 bis 687 kg und daneben eine zulässige Zuladung von 208 bis 237 kg. Das Leergewicht ist der fahrfertige Zustand.
Für die Auswahl gilt deshalb: Auf Trockengewichte einen Aufschlag rechnen, Anbauteile wie Topcase, Sturzbügel oder Zusatzscheinwerfer dazuzählen und erst die Summe gegen die Nutzlast des Anhängers stellen. Verbindlich ist ohnehin der Wert in Feld G der Zulassungsbescheinigung Teil I des eigenen Fahrzeugs.
Warum es ein Absenkanhänger sein sollte
Neben Länge, Breite und Gewicht entscheidet eine vierte Größe über den Erfolg des Beladens: der Auffahrwinkel.
Trikes liegen tief. Can-Am gibt für den Spyder RT eine Bodenfreiheit von 115 mm an, für den Ryker Rally 122 mm. Dazu kommen weit vorstehende Verkleidungsteile an der Fahrzeugfront und ein langer Radstand von 1.714 mm beim Spyder und 1.709 mm beim Ryker. Diese Kombination ist genau die, bei der ein Fahrzeug am Übergang von der Rampe zur Ladefläche aufsetzt: Vorn hebt die Rampe die Front an, während der lange Radstand die Fahrzeugmitte noch unten hält.
Ein Absenkanhänger löst das, indem er die Ladefläche zum Beladen komplett auf den Boden legt. Der Auffahrwinkel sinkt damit auf wenige Grad, und die Fläche bleibt über die gesamte Länge durchgehend eben. Nach dem Beladen hebt die Mechanik die Fläche wieder in Fahrstellung. Die Alternative aus langen Auffahrschienen und einem Helfer, der schiebt, funktioniert bei einspurigen Maschinen ordentlich und wird bei 460 kg auf drei Rädern zur Zitterpartie.
Ein zweiter Punkt kommt hinzu: Trikes lassen sich anders als Motorräder nicht in einen Wippenhalter stellen. Sie stehen frei auf der Fläche und brauchen dort Platz zum Rangieren, weil der Wendekreis auf einem Anhänger nicht existiert. Rewaco gibt den Wendekreis seiner Trikes mit 9,8 m an, weshalb das Fahrzeug in aller Regel geradeaus auffährt und rückwärts wieder herunter.
Die Führerscheingrenze: eine Rechnung mit zwei Zahlen
Der schwerere Anhänger löst das Platzproblem und schafft ein neues. Die Klasse B deckt nach § 6 Abs. 1 FeV Fahrzeuge bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse ab, „auch mit Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg oder mit Anhänger über 750 kg zulässiger Gesamtmasse, sofern 3 500 kg zulässige Gesamtmasse der Kombination nicht überschritten wird“.
Maßgeblich sind dabei die zulässigen Gesamtmassen, nicht die tatsächlichen Gewichte. Ein halb beladener Anhänger hilft also nicht weiter. Die Rechnung lautet schlicht:
zGM Zugfahrzeug + zGM Anhänger ≤ 3.500 kg
Damit ergeben sich für die drei Anhängerklassen konkrete Anforderungen an das Zugfahrzeug:
| Anhänger | zGM Anhänger | Pkw darf höchstens haben | Realistisch? |
|---|---|---|---|
| Absenkanhänger 750 kg | 750 kg | ohne Begrenzung durch die Kombination | immer |
| Absenkanhänger 1.350 kg | 1.350 kg | 2.150 kg | Mittelklasse-Kombi, knapp |
| Absenkanhänger 1.800 kg | 1.800 kg | 1.700 kg | praktisch nicht |
| Fahrzeugtransporter 2.000 kg | 2.000 kg | 1.500 kg | praktisch nicht |
Ein Anhänger bis 750 kg ist von der Kombinationsgrenze ausgenommen und deshalb immer fahrbar. Ab 1.350 kg wird es eng: Ein Mittelklasse-Kombi mit rund 2.100 kg zulässiger Gesamtmasse passt gerade noch, ein SUV mit 2.500 kg schon nicht mehr. Für die großen Transporter reicht die Klasse B in keiner sinnvollen Konstellation.
Zwei Wege führen darüber hinaus:
- Schlüsselzahl 96. Nach § 6a FeV erweitert sie die Klasse B auf Kombinationen über 3.500 kg bis 4.250 kg. Voraussetzung ist eine Fahrerschulung nach Anlage 7a FeV, eine Prüfung gibt es nicht. Ein Zugfahrzeug mit 2.250 kg plus 2.000-kg-Transporter ergibt exakt 4.250 kg und bleibt damit gedeckt.
- Klasse BE. Sie umfasst Kombinationen aus einem Zugfahrzeug der Klasse B und einem Anhänger bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse und verlangt eine praktische Prüfung. Für schwere Fahrzeugtransporter und für alle, die regelmäßig transportieren, ist sie die saubere Lösung.
Wer noch eine alte Klasse 3 besitzt, hat den Fall bereits erledigt: Sie enthält nach Anlage 3 FeV unter anderem die Klassen B, BE, C1 und C1E.
Stützlast: die dritte Zahl, die niemand liest
Neben der Anhängelast begrenzt die Stützlast das Gespann. Sie beschreibt das Gewicht, das der Anhänger über die Deichsel auf die Kupplungskugel des Zugfahrzeugs drückt, und liegt bei Pkw je nach Fahrzeug typischerweise zwischen 50 und 100 kg. Der maßgebliche Wert steht auf dem Typschild der Anhängerkupplung und in den Fahrzeugpapieren, der niedrigere von beiden gilt.
Beim Trike-Transport ist das eine echte Größe, weil ein einzelnes schweres Fahrzeug auf der Ladefläche steht und dessen Position die Stützlast unmittelbar bestimmt. Steht das Trike zu weit vorn, überschreitet die Stützlast schnell den zulässigen Wert. Steht es zu weit hinten, wird die Stützlast zu gering und das Gespann neigt bei hoher Geschwindigkeit zum Schlingern.
Die Faustregel für die Beladung: Das Fahrzeug so positionieren, dass der Schwerpunkt leicht vor der Anhängerachse liegt, dann die Stützlast an der abgekuppelten Deichsel mit einer Stützlastwaage prüfen und die Position gegebenenfalls korrigieren. Diese Prüfung lohnt einmal, danach ist die Position markiert und wiederholbar.
Ladungssicherung: was § 22 StVO verlangt
Für die Sicherung des Trikes auf dem Anhänger gilt eine kurze, aber strenge Vorschrift:
Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten.
§ 22 Abs. 1 Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
Der Verweis auf die anerkannten Regeln der Technik führt zu den Richtlinien für die Ladungssicherung und zu den Normen für Zurrmittel. Für den Trike-Transport ergeben sich daraus vier praktische Punkte:
- An den Zurrpunkten des Fahrzeugs ansetzen. Rahmen und ausgewiesene Zurrösen tragen die Kräfte, Lenker, Verkleidung, Spiegel und Gepäckträger nicht. Wo der Hersteller Zurrpunkte ausweist, gelten diese.
- Federung einfedern lassen. Ein Gurt, der über eine ausgefederte Federung gespannt wird, verliert seine Vorspannung, sobald das Fahrzeug beim ersten Schlagloch einfedert. Beim Niederzug wird die Federung deshalb bewusst zusammengedrückt und der Gurt in diesem Zustand nachgespannt.
- Nach vorn, hinten und zur Seite sichern. Die Vollbremsung wirkt nach vorn, die Ausweichbewegung zur Seite. Vier Gurte im Diagonalzug decken beide Richtungen ab, zwei Gurte vorn allein nicht.
- Feststellbremse ist keine Sicherung. Sie hält das Fahrzeug beim Rangieren, sie ersetzt keinen Zurrgurt. Dasselbe gilt für Radkeile und Radwannen ohne zusätzliche Verzurrung.
Bei Zurrgurten kommt es auf die zulässige Zugkraft an, die auf dem Etikett steht. Für ein Fahrzeug von 300 bis 700 kg sind vier Gurte mit ausreichender Vorspannkraft der übliche Ansatz, Feinripp-Spanngurte aus dem Baumarkt sind es nicht.
Tempo, Kennzeichen und Prüfung
Ist das Gespann zusammengestellt, ändern sich einige Regeln gegenüber der Fahrt ohne Anhänger:
- Höchstgeschwindigkeit. Außerorts gilt für Pkw mit Anhänger bis 3,5 t nach § 3 Abs. 3 Nr. 2 StVO ein Wert von 80 km/h, auch auf Autobahnen. Mit einer Tempo-100-Zulassung sind auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen 100 km/h möglich, sofern Anhänger und Zugfahrzeug die technischen Voraussetzungen erfüllen und eine entsprechende Bescheinigung mitgeführt wird.
- Zulassung und Kennzeichen. Anhänger über 750 kg sind zulassungspflichtig und brauchen ein eigenes Kennzeichen sowie eine eigene Versicherung. Anhänger bis 750 kg fahren ebenfalls mit eigenem Kennzeichen.
- Hauptuntersuchung. Anhänger unterliegen der regelmäßigen Hauptuntersuchung, üblicherweise im Zweijahresrhythmus.
- Beleuchtung. Vor jeder Fahrt gehören Blinker, Bremslicht und Schlussleuchten geprüft. Bei einem geliehenen Anhänger ist das der häufigste Mangel.
Kaufen oder mieten
Die Entscheidung hängt an der Häufigkeit. Ein eigener Anhänger kostet neben dem Kaufpreis dauerhaft Stellplatz, Versicherung, Steuer und alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung. Wer sein Trike ein- oder zweimal im Jahr bewegt, fährt mit Miete regelmäßig günstiger.
Bei der Miete führt der naheliegende Weg allerdings ins Leere. Die Mietflotten der Baumärkte bestehen weitgehend aus Kasten- und Planenanhängern für Baustoffe, die für ein Trike zu schmal sind und keine befahrbare Fläche bieten. Hornbach etwa nennt für seine Anhängervermietung 15 Euro je Stunde zuzüglich 0,33 Euro je Kilometer bei 100 Freikilometern, was für Kastenanhänger gilt.
Passende Fahrzeugtransporter und Absenkanhänger vermieten:
- Anhängercenter und Anhängerhändler, meist mit dem größten Angebot an Absenkmodellen
- Autovermieter mit Nutzfahrzeugsparte, häufig mit Fahrzeugtransportern im Programm
- Trike- und Motorradhändler, oft an einen Kauf oder eine Werkstattleistung gekoppelt
Für die Anfrage genügen drei Zahlen: Länge, Breite und Gewicht des Fahrzeugs. Mit ihnen lässt sich am Telefon in einer Minute klären, ob der angebotene Anhänger trägt.
Wer sein Trike ohnehin nur am Zielort fahren will, sollte den Transport gegen eine Miete vor Ort rechnen. Für viele Urlaubsregionen gibt es Trike-Vermietungen, und die Fahrt ohne Gespann ist deutlich entspannter als 800 Kilometer mit 80 km/h auf der rechten Spur.
Fazit: drei Zahlen entscheiden, eine davon wird vergessen
Für die Auswahl des Anhängers reichen Länge, Breite und Gewicht des eigenen Trikes. Die Länge zwingt praktisch immer zur 3,10-m-Klasse, die Breite bei Custom-Trikes aus der Rewaco-Klasse zur 2,14-m-Klasse, und das Gewicht schließt bei allem oberhalb eines Ryker den 750-kg-Anhänger aus.
Vergessen wird meist die vierte Zahl: die zulässige Gesamtmasse des Zugfahrzeugs. Sie entscheidet zusammen mit der des Anhängers darüber, ob die Klasse B noch trägt oder ob es die Schlüsselzahl 96 oder die Klasse BE braucht. Wer diese Rechnung vor dem Kauf aufmacht, spart sich die unangenehme Variante, den passenden Anhänger im Hof stehen zu haben und ihn nicht bewegen zu dürfen.
Eine ganz andere Frage ist es, wenn das Trike selbst ziehen soll. Was dabei gilt, klärt der Ratgeber zum Trike mit Anhänger und dem passenden Führerschein. Wie die Fahrerlaubnis für das Trike an sich aussieht, steht im Ratgeber zum Trike mit Autoführerschein, und was auf der Fahrt selbst an Schutz vorgeschrieben ist, klärt der Beitrag zur Helmpflicht beim Trike.
Rechtsstand August 2026. Grundlage sind § 6 und § 6a der Fahrerlaubnis-Verordnung, § 3 und § 22 der Straßenverkehrs-Ordnung sowie die Datenblätter von Can-Am (Modelljahre 2024 und 2025), die technischen Informationen von Rewaco und die Modellangaben von Humbaur. Dieser Artikel ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Rechtsberatung; verbindlich Auskunft geben Zulassungsstelle und Straßenverkehrsbehörde.
Häufige Fragen
Welcher Anhänger eignet sich für den Transport eines Trikes?
Ein absenkbarer Fahrzeugtransporter mit mindestens 3,10 m Innenlänge und 1,76 m Innenbreite. Klassische Motorradanhänger mit 2,50 m Ladefläche sind für jedes Motorrad-Trike zu kurz: Ein Can-Am Ryker misst 2.532 mm, ein Spyder RT 2.833 mm und ein Rewaco RF1 GT 3.660 mm. Bei den Rewaco-Baureihen reicht auch die Breite von 1.880 mm über alles, was nur die großen Transporter mit 2,14 m Innenbreite aufnehmen.
Wie schwer ist ein Trike und welche Nutzlast braucht der Anhänger?
Die Spanne ist groß. Can-Am gibt für den Ryker Rally 303 kg Trockengewicht an und für den Spyder RT Limited 464 kg, Rewaco nennt für seine Baureihen 658 bis 687 kg Leergewicht. Trockengewichte enthalten weder Kraftstoff noch Öl und Kühlmittel, weshalb auf den Katalogwert rund 20 bis 30 kg aufzuschlagen sind. Ein 750-kg-Anhänger mit typisch 450 bis 575 kg Nutzlast trägt damit einen Ryker, beim Spyder RT wird es knapp und ein Rewaco überschreitet ihn deutlich.
Darf ich das Trike mit dem Autoführerschein auf dem Anhänger transportieren?
Das hängt an der Summe der zulässigen Gesamtmassen von Zugfahrzeug und Anhänger. Die Klasse B deckt Anhänger bis 750 kg immer ab, schwerere nur, solange die Kombination 3.500 kg nicht überschreitet (§ 6 Abs. 1 FeV). Ein 1.350-kg-Transporter lässt dem Pkw damit 2.150 kg. Reicht das nicht, kommt die Schlüsselzahl 96 nach § 6a FeV mit einer Fahrerschulung ins Spiel, sie erweitert die Kombination auf 4.250 kg. Darüber führt der Weg über die Klasse BE.
Warum braucht man für ein Trike einen Absenkanhänger?
Wegen der Bodenfreiheit. Can-Am gibt für den Spyder RT 115 mm und für den Ryker Rally 122 mm an, dazu kommen tief liegende Verkleidungsteile an der Front. Auf einem hochbeinigen Anhänger mit steilen Auffahrschienen setzt das Fahrzeug am Übergang von der Rampe zur Ladefläche auf. Absenkanhänger legen die Ladefläche zum Beladen auf den Boden und ergeben damit einen flachen, durchgehenden Auffahrwinkel.
Wie sichere ich ein Trike auf dem Anhänger richtig?
Nach § 22 Abs. 1 StVO muss die Ladung selbst bei Vollbremsung und plötzlicher Ausweichbewegung an ihrem Platz bleiben, ausdrücklich nach den anerkannten Regeln der Technik. In der Praxis heißt das: Zurrgurte mit Ratsche an den vom Hersteller ausgewiesenen Zurrpunkten des Fahrzeugs, im Niederzug oder Diagonalzug gegen die Zurrösen des Anhängers, Federung dabei bewusst einfedern lassen. Die Feststellbremse allein ist keine Ladungssicherung.
Wie schnell darf ich mit dem Trike auf dem Anhänger fahren?
Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt für Pkw mit Anhänger bis 3,5 t nach § 3 Abs. 3 Nr. 2 StVO eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, auch auf der Autobahn. Trägt das Gespann eine Tempo-100-Zulassung und sind deren Voraussetzungen erfüllt, sind auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen 100 km/h zulässig. Innerorts bleibt es bei 50 km/h.
Kann ich einen Anhänger für den Trike-Transport mieten?
Ja, allerdings selten im Baumarkt. Deren Mietflotten bestehen überwiegend aus Kasten- und Planenanhängern, die für ein Trike zu schmal und zu hoch sind. Passende Absenk- und Fahrzeugtransporter vermieten Anhängercenter, Autovermieter mit Nutzfahrzeugsparte und viele Trike-Händler. Bei der Anfrage gehören drei Zahlen genannt: Länge, Breite und Gewicht des Fahrzeugs.
Was kostet ein Anhänger für den Trike-Transport?
Der Preis richtet sich nach Größe und Aufbau. Einfache 750-kg-Anhänger beginnen im niedrigen vierstelligen Bereich, absenkbare Fahrzeugtransporter mit 3,10 m Ladefläche liegen darüber, Alu-Ausführungen und Modelle mit 2,14 m Innenbreite noch einmal deutlich höher. Wer ein- oder zweimal im Jahr transportiert, fährt mit Miete meist günstiger, zumal ein eigener Anhänger Stellplatz, Versicherung und alle zwei Jahre eine Hauptuntersuchung kostet.