Motorrad-Fahrverbot Tirol: Landtag prüft die Engetalstraße

Tirol prüft, ob das Lärm-Fahrverbot für Motorräder im Außerfern auf die Engetalstraße nach Pfronten wächst. Trikes erfasst es weiterhin nicht.

Führerschein & Recht Veröffentlicht am 2 Min. Lesezeit

Blick von oben auf die Passhöhe des Hahntennjochs mit geparkten Autos am Straßenrand und einer Reihe abgestellter Motorräder vor einem Kiosk, dahinter grüne Berghänge mit Latschen
Die Passhöhe des Hahntennjochs im Juni 2008. Von Mitte April bis Ende Oktober dürfen Motorräder mit mehr als 95 dB(A) Standgeräusch die Passstraße nicht befahren.

Foto: Vince51, CC BY 3.0 · Ausschnitt

Der Verkehrsausschuss des Tiroler Landtags lässt prüfen, ob das Lärm-Fahrverbot für Motorräder im Außerfern auf weitere Straßen ausgedehnt wird. Das berichten Tiroler Tageszeitung und Allgäuer Zeitung am 28. Oktober 2026. Den Antrag stellten die Grünen, im Blick haben sie vor allem die Engetalstraße (L 261) von Grän im Tannheimer Tal nach Pfronten im Allgäu. Gesperrt sind bisher sechs Strecken im Bezirk Reutte, jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober. Trikes betrifft das Verbot nicht, nach Angaben des Landes Tirol gilt es nur für einspurige Kraftfahrzeuge.

Welche Straßen sollen dazukommen?

„Der Verkehrsausschuss hat eine Prüfung zur Ausweitung des Motorrad-Fahrverbots im Außerfern in Auftrag gegeben“, sagt Gebi Mair, Klubobmann der Tiroler Grünen. Auf der Engetalstraße habe die Belastung „besonders von Grän nach Pfronten stark zugenommen“. Die Straße verbindet das Allgäu mit dem Tannheimer Tal, Motorradfahrer nutzen sie gern als Zufahrt zu den Tiroler Pässen. Margit Dablander, Bezirkssprecherin der Grünen in Reutte, will zusätzlich die Ehenbichler Landesstraße aufnehmen. Geprüft wird außerdem, welchen Anteil Sportwagen am Verkehrslärm haben. Ob und wann neue Strecken dazukommen, sollen die Fachabteilungen des Landes klären.

Was gilt heute?

Das Verbot trifft Motorräder, deren Standgeräusch laut Zulassung über 95 dB(A) liegt. In der deutschen Zulassungsbescheinigung Teil I steht der Wert im Feld U.1. Ausnahmen gibt es nach Angaben des Landes keine, auch nicht für historische Motorräder. Wer trotzdem fährt, muss mit einer Geldstrafe von rund 220 Euro rechnen, die Polizei kann außerdem zum Umkehren auffordern.

StreckeAbschnitt
B 198 LechtalstraßeSteeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech
B 199 Tannheimer StraßeWeißenbach am Lech bis Schattwald (Staatsgrenze)
L 21 Berwang-Namloser StraßeBichlbach bis Stanzach
L 266 Bschlaber StraßeElmen bis Pfafflar
L 72 und L 246 HahntennjochstraßePfafflar über die Passhöhe bis Imst

Die Fernpassstraße (B 179) ist nicht gesperrt.

Schematische Karte des Außerferns mit den gesperrten Strecken in Rot: Lechtalstraße von Steeg bis Weißenbach, Tannheimer Straße von Weißenbach bis Schattwald, Berwang-Namloser Straße von Bichlbach bis Stanzach, Bschlaber Straße von Elmen bis Pfafflar und Hahntennjochstraße von Pfafflar bis Imst. Gestrichelt die zur Prüfung vorgeschlagene Engetalstraße von Grän nach Pfronten, grau die nicht gesperrte Fernpassstraße. Darunter, wen das Verbot trifft: Motorräder über 95 dB(A) Standgeräusch gesperrt, Motorräder bis 95 dB(A) frei, Trikes und Gespanne frei, weil nur einspurige Kraftfahrzeuge erfasst sind.
Sechs Abschnitte sind von Mitte April bis Ende Oktober für laute Motorräder gesperrt, die Engetalstraße wird geprüft.

Was heißt das für Trike-Fahrer?

„Nein, die Fahrverbote gelten nur für einspurige Kraftfahrzeuge“, antwortet das Land Tirol auf die Frage nach Trikes, Gespannen und Sportwagen. Mit dem Trike fährst du also auch im Sommer über Hahntennjoch und Lechtal, unabhängig vom eingetragenen Standgeräusch. Wer mit Motorradfahrern unterwegs ist, prüft deren Wert vor der Tour. Liegt er über 95 dB(A), braucht die Gruppe eine Route über freie Straßen wie den Fernpass. Bei anderen Fahrverboten in Österreich kommt es auf das Schild an, das Zeichen „außer einspurigen Motorrädern“ sperrt Trikes aus (Bußgelder Österreich 2027). Was du sonst für Touren in Österreich wissen musst, steht im Ratgeber zum Trike in Österreich.

Was noch offen ist

Einen Zeitplan für die Prüfung gibt es nicht. Ob neue Strecken schon zum Saisonstart am 15. April 2027 gesperrt würden und ob eine Ausweitung wieder nur einspurige Fahrzeuge erfasst, ist offen. Auch zum Lärm der Sportwagen gibt es noch kein Ergebnis.

Quellen

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