Piaggio Ape in Österreich kaufen: neu, gebraucht, Kosten

Piaggio Ape in Österreich kaufen: neue nur noch aus Restbeständen, dazu der Gebrauchtmarkt. Die Ape 50 zahlt weder NoVA noch motorbezogene Steuer, die TM schon.

Motorrad-Trikes Veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Gibt es die Piaggio Ape in Österreich noch neu?

Nur noch aus Restbeständen. Piaggio hat die Fertigung der Ape in Pontedera Ende 2024 eingestellt, in Indien läuft sie weiter. Neue Apes kommen seitdem nicht mehr nach. Was Händler heute als Neufahrzeug anbieten, stammt aus Lagern.

Der größte Teil dieser Bestände steht in Deutschland. Am 14. Oktober 2026 zeigte AutoScout24.at 33 Angebote für neue Apes, alle von deutschen Händlern. Es sind ausschließlich Ape 50, angeboten als Kasten, Pritsche und Cross Country, die Preise lagen zwischen rund 7.500 und 8.900 Euro. Einige davon sind auf 25 km/h gedrosselt. In Österreich hat diese Variante keinen Vorteil, weil auch die gedrosselte Ape die Klasse AM verlangt.

Auf willhaben stand am selben Tag vereinzelt ein neues Fahrzeug bei einem österreichischen Händler, etwa eine Ape Classic 400 mit null Kilometern. Wer eine neue Ape mit Händlergarantie sucht, landet trotzdem meist beim Kauf in Deutschland. Was das steuerlich bedeutet, steht weiter unten.

Gebraucht kaufen: was der österreichische Markt hergibt

Für gebrauchte Apes ist willhaben in Österreich die erste Adresse. Am 14. Oktober 2026 fand die Suche nach „Piaggio Ape“ in der Motorradbörse 37 Inserate, davon 32 echte Apes. Die übrigen fünf waren Elektro-Lastendreiräder anderer Hersteller.

GruppeInseratePreisspanneBeispiele
Oldtimer bis Baujahr 1990131.650 bis 12.900 €Ape 501, Ape Car P2, TL1, Ape 50 von 1979
Baujahre 1997 bis 2010, überwiegend Ape 50103.000 bis 12.990 €meist 4.000 bis 8.000 €
Ape 50, Baujahr 202137.000 bis 8.699 €Kasten mit 17 bis 3.500 km
Ape TM und Classic Diesel23.500 bis 6.900 €TM 703 Diesel 1996, Classic 422 von 2008
Ape Calessino 200215.000 bis 16.499 €Baujahre 2019 und 2022
Umbauten und Sondermodelle224.999 bis 32.000 €Ape 50 mit Ausschank, Classic 400 neu

Drei Dinge fallen auf. Der Markt ist klein, 32 Apes für ganz Österreich. Gut drei Viertel stammen von Privatverkäufern, nur sieben Inserate von Händlern. Und die Spannen sind breit, weil Zustand, Restaurierung und Aufbau den Preis stärker bestimmen als das Baujahr. Eine fast neue Ape 50 von 2021 kostet gebraucht etwa so viel wie eine neue aus deutschen Restbeständen.

Worauf du beim Gebrauchtkauf achtest

Die Ape ist ein einfaches Fahrzeug, aber ihre Papiere und ihr Typ entscheiden, was du später zahlst und wer sie fahren darf. Diese Punkte gehören zur Besichtigung:

Steuern: Die Ape 50 bleibt verschont

Bei den Steuern trennt sich die kleine Ape deutlich von den großen. Drei Hubraumgrenzen bestimmen das Bild.

NoVA. Die Normverbrauchsabgabe fällt bei der ersten Zulassung in Österreich an, auch bei einem gebrauchten Import. Das Finanzministerium nennt Krafträder der Klassen L1e, L2e und L6e ausdrücklich als nicht NoVA-pflichtig, Krafträder und Dreiräder bis 125 Kubikzentimeter sind ebenfalls ausgeschlossen. Die Ape 50 ist also frei. Ape TM (218 cm³) und Ape Classic 400 (435 cm³) sind dreirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L5e und zahlen NoVA nach ihrem CO₂-Wert, mit derselben Formel wie Motorrad-Trikes. Wie sie rechnet, steht im Ratgeber Trike kaufen in Österreich.

Motorbezogene Versicherungssteuer. Sie kommt mit der Haftpflichtprämie und ist in § 6 VersStG geregelt. § 4 Abs. 3 Z 7 VersStG nimmt Krafträder der Klassen L1e bis L5e mit höchstens 100 Kubikzentimetern Hubraum aus, damit ist die Ape 50 befreit. Für die großen Apes gilt:

ModellErstzulassungMotorbezogene Steuer pro Monatpro Jahr
Ape 50 (49,8 cm³)jedebefreit0 €
Ape TM (218 cm³)vor dem 1.10.20200,025 € × 218 = 5,45 €65,40 €
Ape Classic 400 (435 cm³)vor dem 1.10.20200,025 € × 435 = 10,88 €130,50 €
Ape Classic 400 (435 cm³)ab dem 1.10.20200,014 € × 383 = 5,36 € plus 0,20 € je g CO₂ über 52ab rund 88 €

Bei der Classic 400 mit späterer Erstzulassung hängt der Betrag am CO₂-Wert aus der Zulassungsbescheinigung, das Gesetz setzt mindestens 10 Gramm über dem Abzug an. Daraus ergibt sich ein Mindestbetrag von rund 88 Euro im Jahr. Für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor Oktober 2020 kommt nach § 6 Abs. 3 VersStG ein Zuschlag dazu, wenn die Prämie nicht jährlich gezahlt wird: 6 Prozent bei halbjährlicher, 8 bei vierteljährlicher und 10 bei monatlicher Zahlung. Die Sätze für Verbrenner bleiben auch in der ab 2027 geltenden Fassung des Gesetzes gleich.

Hubraum-Skala von 25 bis 500 Kubikzentimetern mit drei waagrechten Bändern für drei Regeln. Erwerbsteuer beim Neukauf im EU-Ausland: ab 48 Kubikzentimetern pflichtig. Motorbezogene Versicherungssteuer: bis 100 Kubikzentimeter befreit, darüber pflichtig. NoVA: bis 125 Kubikzentimeter und für die Klasse L2e nicht steuerbar, darüber pflichtig. Drei senkrechte Linien markieren die Modelle: Ape 50 bei 49,8 Kubikzentimetern knapp über der ersten Grenze, Ape TM bei 218 und Ape Classic 400 bei 435 Kubikzentimetern rechts aller Grenzen.

Die Ape 50 liegt knapp über der 48-cm³-Grenze der Erwerbsteuer und unter den Grenzen von motorbezogener Steuer und NoVA. Ape TM und Classic 400 fallen unter alle drei Regeln.

Neu aus Deutschland: was steuerlich passiert

Wer eine Ape aus deutschen Restbeständen kauft, kauft ein neues Fahrzeug im EU-Ausland. Für die Umsatzsteuer gilt dann eine Sonderregel. Nach Art. 1 Abs. 8 der österreichischen Binnenmarktregelung zählen motorbetriebene Landfahrzeuge mit mehr als 48 Kubikzentimetern Hubraum oder mehr als 7,2 kW als Fahrzeuge. Die Ape 50 liegt mit 49,8 Kubikzentimetern knapp darüber.

Neu ist ein solches Fahrzeug, wenn die erste Inbetriebnahme höchstens sechs Monate zurückliegt oder es höchstens 6.000 Kilometer gelaufen ist. Dann verkauft der deutsche Händler ohne deutsche Umsatzsteuer, und du zahlst in Österreich 20 Prozent Erwerbsteuer, auch als Privatperson.

RechenschrittBeispiel mit 8.000 € Listenpreis in Deutschland
Deutscher Preis inklusive 19 % Umsatzsteuer8.000,00 €
Nettopreis ohne deutsche Umsatzsteuer6.722,69 €
Österreichische Erwerbsteuer 20 %1.344,54 €
Summe8.067,23 €

Der Unterschied liegt bei rund 0,8 Prozent, also knapp 70 Euro bei diesem Beispiel. Spürbarer sind Überstellung und Zulassung. Für die Anmeldung muss die Ape in der Genehmigungsdatenbank stehen, dafür braucht es das COC des Herstellers. Der Ablauf mit Landesprüfstelle, Finanzamt und Zulassungsstelle ist derselbe wie bei einem Motorrad-Trike, bei der Ape 50 entfällt dabei die NoVA.

Eine gebrauchte Ape, die länger als sechs Monate in Betrieb ist und mehr als 6.000 Kilometer gelaufen ist, fällt nicht unter diese Regel, es bleibt beim Preis des Verkäufers. Bei Ape TM und Classic 400 wird die NoVA trotzdem fällig, weil sie an der ersten Zulassung in Österreich hängt.

Nach dem Kauf: Zulassung, Pickerl und laufende Kosten

Auch die Ape 50 braucht in Österreich eine Zulassung mit Kennzeichen und eine Haftpflichtversicherung. An der Prämie selbst hängt die allgemeine Versicherungssteuer, die motorbezogene Steuer entfällt bei der Ape 50 wie oben beschrieben.

Zum Pickerl müssen alle Apes. § 57a Abs. 1 KFG nimmt nur langsame Anhänger, Zugmaschinen, Arbeitsmaschinen und Motorkarren aus, Motorfahrräder stehen nicht auf der Liste. Für Fahrzeuge der Klasse L gilt nach § 57a Abs. 3 KFG der Rhythmus drei Jahre nach der ersten Zulassung, dann nach zwei Jahren und danach jährlich. Bei einer Ape aus Restbeständen mit Erstzulassung 2026 ist das erste Gutachten also 2029 fällig.

Im laufenden Betrieb unterscheiden sich die Modelle vor allem bei der Steuer. Eine Ape 50 kostet neben Versicherung, Benzin und Wartung keine Fixsteuer, eine Ape TM aus der Zeit vor 2020 gut 65 Euro im Jahr, eine Classic 400 je nach Erstzulassung ab rund 88 Euro.

Welche Ape für wen in Österreich?

Die Wahl hängt in Österreich stärker am Führerschein als in Deutschland. Die Ape 50 fährst du mit der Klasse AM ab 15 Jahren, und jede andere Klasse schließt sie ein. Für Ape TM und Classic 400 braucht es die Klasse A1 ab 16 oder die Klasse B, diese aber erst ab 21, außer sie wurde vor dem 19. Jänner 2013 erteilt. Alle Einzelheiten stehen im Ratgeber zum Ape-Führerschein in Österreich.

Fazit

Eine neue Piaggio Ape kaufst du in Österreich heute fast immer aus deutschen Restbeständen, mit 20 Prozent Erwerbsteuer und kaum Mehrkosten gegenüber dem deutschen Preis. Gebraucht ist der Markt klein und bunt, von der Oldtimer-Ape für unter 2.000 Euro bis zum typisierten Ausschank-Umbau.

Steuerlich ist die Ape 50 die günstigste Wahl: keine NoVA, keine motorbezogene Steuer, nur Versicherung und Pickerl. Bei Ape TM und Classic 400 lohnt vor dem Kauf ein Blick auf CO₂-Wert und Erstzulassung in den Papieren, denn beides bestimmt NoVA und laufende Steuer. Wer eine Ape aus dem Ausland holt, plant das COC von Anfang an mit ein.

Rechtsstand Oktober 2026. NoVA nach den Angaben des Bundesministeriums für Finanzen zum Steuergegenstand (Stand 1. Jänner 2026), motorbezogene Versicherungssteuer nach § 4 Abs. 3 Z 7 und § 6 VersStG 1953 (Fassungen ab 1. April 2025 und ab 1. Jänner 2027), Erwerbsteuer nach Art. 1 Abs. 8 und 9 der Binnenmarktregelung zum UStG 1994, Begutachtung nach § 57a KFG 1967. Marktdaten von willhaben und AutoScout24.at vom 14. Oktober 2026. Dieser Artikel ordnet die Rechtslage ein und ersetzt keine Steuerberatung.

Häufige Fragen

Kann man die Piaggio Ape in Österreich noch neu kaufen?

Nur noch aus Restbeständen. Piaggio hat die Fertigung der Ape in Europa Ende 2024 eingestellt. Im Oktober 2026 standen auf AutoScout24.at 33 neue Apes, alle bei Händlern in Deutschland, ausschließlich Ape 50 als Kasten, Pritsche oder Cross Country für rund 7.500 bis 8.900 Euro. In Österreich selbst tauchen neue Fahrzeuge nur vereinzelt bei Händlern auf.

Was kostet eine gebrauchte Ape in Österreich?

Auf willhaben lagen die 32 Ape-Inserate am 14. Oktober 2026 zwischen 1.650 und 32.000 Euro. Apes der Baujahre 1997 bis 2010, überwiegend Ape 50, kosteten meist 4.000 bis 8.000 Euro, fast neue Ape 50 von 2021 7.000 bis 8.700 Euro. Oldtimer vor 1990 reichten von 1.650 bis knapp 13.000 Euro, je nach Zustand und Restaurierung.

Muss man für die Ape 50 in Österreich NoVA zahlen?

Nein. Das Finanzministerium nennt Krafträder der Klassen L1e, L2e und L6e ausdrücklich als nicht NoVA-pflichtig, und die Ape 50 ist ein Fahrzeug der Klasse L2e. Anders die Ape TM und die Ape Classic 400: Sie sind dreirädrige Kraftfahrzeuge der Klasse L5e mit mehr als 125 Kubikzentimetern und zahlen bei der ersten Zulassung in Österreich NoVA nach ihrem CO₂-Wert.

Wie hoch ist die motorbezogene Versicherungssteuer für eine Ape?

Für die Ape 50 null, denn § 4 Abs. 3 Z 7 VersStG befreit Krafträder der Klassen L1e bis L5e mit höchstens 100 Kubikzentimetern. Eine Ape TM mit Erstzulassung vor Oktober 2020 zahlt 0,025 Euro je Kubikzentimeter und Monat, bei 218 Kubikzentimetern also 5,45 Euro im Monat oder 65,40 Euro im Jahr. Bei einer Ape Classic 400 aus derselben Zeit sind es 130,50 Euro im Jahr.

Lohnt es sich, eine neue Ape in Deutschland zu kaufen?

Für Restbestände ist Deutschland derzeit der größere Markt. Steuerlich ändert sich wenig: Eine neue Ape gilt umsatzsteuerlich als Fahrzeug, weil sie mehr als 48 Kubikzentimeter hat, auch die Ape 50 mit 49,8. Der deutsche Händler verkauft ohne deutsche Umsatzsteuer, in Österreich fallen 20 Prozent Erwerbsteuer an. Gegenüber dem deutschen Bruttopreis sind das rund 0,8 Prozent mehr, dazu kommt die Überstellung.

Braucht die Ape 50 in Österreich ein Pickerl?

Ja. § 57a KFG nimmt nur langsame Anhänger, Zugmaschinen, Arbeitsmaschinen und Motorkarren bis 25 bzw. 30 km/h von der wiederkehrenden Begutachtung aus, Motorfahrräder gehören nicht dazu. Für Fahrzeuge der Klasse L gilt der Rhythmus drei Jahre nach der ersten Zulassung, dann nach zwei Jahren und danach jährlich.

Welchen Führerschein brauche ich in Österreich für die Ape?

Für die Ape 50 die Klasse AM ab 15 Jahren, sie steckt in jeder anderen Klasse. Ape TM und Ape Classic 400 sind dreirädrige Kraftfahrzeuge: Mit der Klasse A1 dürfen sie ab 16 gefahren werden, mit der Klasse B erst ab 21 Jahren, außer die Klasse B wurde vor dem 19. Jänner 2013 erteilt.

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