FASTWAY Touring 201

Motorradstiefel · FASTWAY

FASTWAY Touring 201 (Motorradstiefel)

  • CE-zertifiziert nach EN 13634:2017, damit auf demselben Normstand wie Stiefel zum vierfachen Preis
  • Reflexmaterial an der Ferse: das einzige Modell im Vergleichsfeld mit eingebauter Sichtbarkeit
  • Schnürung mit Klettabdeckung, die verhindert, dass sich Senkel an Hebeln oder Rasten verfangen
  • Gepolsterte Knöchelverstärkung und integrierte Schalthebelverstärkung
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Rezension der trike-magazin.de-Redaktion · Veröffentlicht am 10. September 2026

Technische Daten

Produkttyp kurzer Tourenstiefel im sportlichen Schnitt
Zertifizierung CE nach EN 13634:2017 laut Louis
Leistungsstufen nach EN 13634 weist der Hersteller nicht einzeln aus
Obermaterial Mikrofaser
Membran keine, der Stiefel ist nicht wasserdicht
Knöchelschutz gepolsterte Verstärkung
Schaltschutz integrierte Schalthebelverstärkung am linken Spann
Reflexelemente Reflexmaterial an der Ferse
Laufsohle Gummi, laut Hersteller mit gutem Grip auf nassem Asphalt
Verschluss Schnürung mit Klettabdeckung
Schafthöhe kurzer Schnitt; genauen Wert weist der Hersteller nicht aus
Gewicht weist der Hersteller nicht aus
Größen 37 bis 47
Farbe Schwarz
Marke FASTWAY, Eigenmarke des Motorradhändlers Louis
Gewährleistung 2 Jahre gesetzlich

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • CE nach EN 13634:2017 zum Einstiegspreis, die Norm ist dieselbe wie bei Premium-Stiefeln, geprüft wird von einer benannten Stelle
  • Reflexmaterial an der Ferse fehlt im gesamten Vergleichsfeld sonst, obwohl der Fuß die am besten wahrnehmbare Reflexfläche ist
  • Die Klettabdeckung über der Schnürung löst ein reales Sicherheitsproblem und findet sich sonst eher bei teureren Modellen
  • Mikrofaser braucht keine Lederpflege, ein feuchtes Tuch genügt
  • Größen 37 bis 47 decken auch kleine Füße ab, der Stiefel ist damit für Mitfahrer auf dem Trike brauchbar
  • Der niedrige Preis macht ihn zum sinnvollen Zweitpaar oder Ersatzstiefel für Gäste

Das spricht dagegen

  • Nicht wasserdicht: es gibt weder Membran noch Imprägnierung, bei Regen wird der Fuß nass
  • Mikrofaser erreicht die Abriebfestigkeit von vollnarbigem Leder nicht
  • Die Leistungsstufen nach EN 13634 weist der Hersteller nicht aus, sie stehen nur im eingenähten Etikett
  • Kein Schienbeinschutz, der Schaft endet knapp über dem Knöchel
  • Weder Gewicht noch Schafthöhe sind angegeben, der Vergleich mit Konkurrenzmodellen bleibt lückenhaft
  • Nur Schwarz, es gibt keine Farbvariante

Bewertung im Detail

Schutz & Zertifizierung 3,5
Material & Verarbeitung 3,0
Wetterschutz & Komfort 2,5
Preis-Leistung 5,0

Gesamtwertung: 3,5 / 5

Zwischen Turnschuhen und einem zertifizierten Motorradstiefel liegt in der Praxis eine einzige Hürde: der Preis. Der FASTWAY Touring 201 senkt sie bei Amazon auf 69,99 € (Amazon-Preis: Stand 18.10.2026, 17:37 MESZ · Details) und bringt dafür eine CE-Zertifizierung nach EN 13634:2017, eine Knöchelverstärkung, eine Schalthebelverstärkung und als Einziger im Vergleichsfeld Reflexmaterial an der Ferse mit. Grundlage der Einordnung sind die Produktangaben von Louis zum Touring 201 und Händlerdaten.

Was die Norm bedeutet und was sie nicht sagt

Der wichtigste Punkt zuerst: EN 13634:2017 ist bei diesem Stiefel dieselbe Norm wie bei einem Lederstiefel der Oberklasse. Die CE-Kennzeichnung nach der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 bedeutet, dass eine unabhängige benannte Stelle eine Baumusterprüfung durchgeführt hat. Eine Selbsterklärung des Herstellers genügt dafür nicht.

Die Norm prüft vier Merkmale und stuft jedes in Level 1 oder Level 2 ein:

Prüfmerkmalwas geprüft wird
Höhe des SchuhoberteilsMindesthöhe des Schafts über dem Knöchel
AbriebfestigkeitWiderstand beim Rutschen über Asphalt
SchnittfestigkeitWiderstand gegen scharfkantige Teile
QuersteifigkeitWiderstand gegen seitliches Verdrehen

Welche Stufen der Touring 201 erreicht, gibt der Hersteller nicht an. Diese Lücke zieht sich durch die ganze Kategorie und trifft TCX und Daytona genauso. Die Werte stehen im eingenähten Etikett, und wer im Laden steht, sollte dort nachsehen.

Geprüft wurde in jedem Fall. Den Preisunterschied zu teuren Stiefeln machen die erreichten Leistungsstufen, das Material, die Verarbeitung und die Lebensdauer.

Reflexmaterial an der Ferse: der unterschätzte Vorteil

Ein Detail hebt den Touring 201 aus seinem Preisbereich heraus. Er trägt Reflexmaterial an der Ferse, und das ist im Vergleichsfeld dieser Seite die Ausnahme. Weder der TCX Hero 2 WP noch der Blend 2 WP noch der Daytona Road Star GTX haben nennenswerte Reflexflächen.

Dabei ist der Fuß die wirksamste Stelle für Reflexion am ganzen Fahrer. Der Grund liegt in der Bewegung: Eine reflektierende Fläche, die sich beim Gehen oder beim Absetzen des Fußes bewegt, wird vom menschlichen Auge deutlich schneller erkannt als eine ruhende. Verkehrspsychologisch ist dieses Prinzip als Biomotion bekannt.

Am Trike kommt ein zweiter Punkt dazu. Ein dreirädriges Fahrzeug ist für andere Verkehrsteilnehmer schwer einzuschätzen, weil die Breite ungewohnt ist und die Lichtsignatur weder der eines Autos noch der eines Motorrads entspricht. Jede zusätzliche Fläche, die im Scheinwerferlicht antwortet, hilft.

Mikrofaser statt Leder: die Rechnung dahinter

Das Obermaterial ist Mikrofaser, ein synthetisches Material aus sehr feinen Fasern, das die Struktur von Leder nachbildet. Drei Eigenschaften folgen daraus.

Pflege: Mikrofaser braucht kein Lederfett und keine Pflegecreme. Ein feuchtes Tuch und milde Seife genügen. Wer Ausrüstung ungern pflegt, macht hier weniger falsch als bei einem Lederstiefel, dessen Imprägnierung nachlässt, wenn man sie vernachlässigt.

Formstabilität: Mikrofaser dehnt sich kaum. Das ist ein Vorteil, weil der Stiefel über Jahre die Form behält, und gleichzeitig eine Falle beim Kauf. Ein Lederstiefel gibt nach einigen Fahrten am Spann nach und passt sich an. Bei Mikrofaser bleibt eine zu enge Stelle für immer eng.

Abriebfestigkeit: Hier liegt der ehrliche Nachteil. Dickes vollnarbiges Leder rutscht über Asphalt länger, bevor es aufreißt. Für Stadtverkehr und Tourenfahrten ist Mikrofaser eine brauchbare Wahl, für die maximale Schutzwirkung ist sie nicht die erste.

Die Klettabdeckung über der Schnürung

Ein Bauteil, das in dieser Preisklasse selten vorkommt: eine Klettlasche, die die Schnürung abdeckt. Sie beantwortet ein reales Problem.

Lose Schnürsenkel finden am Motorrad und am Trike genug Stellen, an denen sie sich verfangen können: Fußrasten, Schalthebel, Trittbrettkanten, Sturzbügel. Ein Senkel, der im falschen Moment am Hebel hängt, blockiert die Fußbewegung genau dann, wenn man sie braucht.

Die Lasche legt sich über die Schnürung und schließt sie ein. Zwei Nebeneffekte kommen dazu: Die Senkel verschleißen langsamer, weil sie nicht mehr am Fahrzeug scheuern, und der Spann wird etwas windfester, weil die Lasche die Schnürlöcher abdeckt.

Was der Stiefel nicht kann

Zwei Punkte gehören klar benannt, weil sie den Einsatzbereich begrenzen.

Der Touring 201 ist nicht wasserdicht. Es gibt weder eine Membran noch eine wasserdichte Konstruktion, und der Hersteller behauptet das auch nicht. Bei längerem Regen ist der Fuß nass. Ein Imprägnierspray für Textil hilft gegen leichte Schauer und muss regelmäßig erneuert werden.

Und er hat keinen Schienbeinschutz. Der Schaft endet knapp über dem Knöchel, der Bereich darüber bleibt frei. Wer diesen Schutz braucht, kommt an einem hohen Tourenstiefel nicht vorbei, und dort beginnt die Preisklasse bei einem Vielfachen.

Was der Touring 201 hatWas ihm fehlt
CE nach EN 13634:2017Membran gegen Regen
KnöchelverstärkungSchienbeinschutz
SchalthebelverstärkungLeder-Obermaterial
Reflexmaterial an der Ferseausgewiesene Leistungsstufen

Der Zweitstiefel für Mitfahrer

Ein Anwendungsfall passt zu diesem Preis besonders gut. Ein Trike nimmt regelmäßig Gäste mit, die keine eigene Motorradausrüstung besitzen: Familie, Freunde, Kollegen, die einmal mitfahren wollen. Für den Helm ist das geregelt, denn § 21a Absatz 2 StVO gilt für Fahrer und Mitfahrer gleichermaßen. Details dazu stehen im Ratgeber zur Helmpflicht am Trike.

Beim Schuhwerk endet die Vorschrift, und die Praxis sieht dann so aus, dass der Gast in Sandalen oder Turnschuhen einsteigt. Ein günstiger zertifizierter Stiefel in einer gängigen Größe lässt sich als Zweitpaar vorhalten, ohne dass sich die Anschaffung rechnen muss. Der Größenbereich von 37 bis 47 deckt dabei auch kleinere Füße ab.

Für wen der Touring 201 passt

Er passt für Einsteiger, die von Turnschuhen kommen und den ersten zertifizierten Stiefel suchen. Er passt als Zweitpaar für Mitfahrer. Und er passt für kurze Strecken bei gutem Wetter, bei denen ein Membranstiefel nur Wärme staut.

Weniger passend ist er für Regenfahrten, denn es fehlt jeder Wetterschutz. Weniger passend ist er für Vielfahrer, die hohe Kilometerleistungen fahren und dabei auf maximale Abriebfestigkeit setzen. Und weniger passend ist er für kalte Tage, weil es weder Isolierung noch Windschutz gibt.

Alternativen im Vergleich

ModellObermaterialMembranReflexionPreisBewertung
FASTWAY Touring 201Mikrofaserkeinean der Ferse69,99 €3,5
TCX Street 3 WPWildlederT-Drykeineab 159 €4,0
Dainese Metractive AirStrickgewebekeinekeineab 156,19 €4,0
TCX Blend 2 WPPull-up-LederT-Drykeineab 180,69 €4,0

Amazon-Preise: Stand 18.10.2026, 17:37 MESZ · Details

Fazit

Der FASTWAY Touring 201 macht genau eine Sache richtig, und die ist die wichtigste: Er senkt die Einstiegshürde zu zertifizierter Ausrüstung auf einen Preis, den auch Gelegenheitsfahrer zahlen. Die Prüfung nach EN 13634:2017 ist dieselbe wie bei teuren Modellen, Knöchel- und Schalthebelverstärkung sind vorhanden, und das Reflexmaterial an der Ferse hat in diesem Vergleichsfeld sonst kein Stiefel. Bezahlt wird das mit Mikrofaser statt Leder und dem vollständigen Verzicht auf Wetterschutz. Als erster Motorradstiefel, als Sommerpaar für kurze Strecken und als Ersatzausrüstung für Mitfahrer ist er die richtige Entscheidung. Wer bei jedem Wetter und über lange Strecken fährt, sollte zwei Preisklassen höher einsteigen.

Häufige Fragen

Ist der FASTWAY Touring 201 wasserdicht?

Nein. Der Stiefel hat weder eine Membran noch eine wasserdichte Imprägnierung, und der Hersteller wirbt auch nicht damit. Bei längerem Regen wird der Fuß nass. Für kurze Schauer hilft eine Nachbehandlung mit Imprägnierspray für Textil und Mikrofaser, die aber nach einigen Wäschen erneuert werden muss. Wer trockene Füße will, braucht ein Modell mit Membran.

Ist ein so günstiger Stiefel überhaupt sicher?

Die CE-Zertifizierung nach EN 13634:2017 bedeutet, dass eine unabhängige benannte Stelle den Stiefel geprüft hat. Diese Prüfung ist dieselbe wie bei Modellen, die ein Vielfaches kosten. Was der Preis beeinflusst, sind die erreichten Leistungsstufen, das Material, die Verarbeitung und die Lebensdauer. Ein zertifizierter Einstiegsstiefel liegt damit in einer anderen Liga als ein Turnschuh, aber auch in einer anderen als ein Lederstiefel der Oberklasse.

Was bringt die Klettabdeckung über der Schnürung?

Sie verhindert, dass sich lose Schnürsenkel an Fußrasten, Schalthebeln oder beweglichen Teilen verfangen. Das Risiko ist konkret: Ein am Hebel hängender Senkel blockiert im ungünstigen Moment die Fußbewegung. Nebenbei schützt die Lasche die Schnürung vor Verschleiß und hält den Spann etwas windfester.

Was ist Mikrofaser und wie hält sie im Vergleich zu Leder?

Mikrofaser ist ein synthetisches Material aus sehr feinen Fasern, das die Struktur von Leder nachbildet. Vorteile sind das geringe Gewicht, die einfache Pflege und die Formstabilität, denn Mikrofaser dehnt sich kaum aus. Beim Abriebwiderstand über Asphalt erreicht sie die Werte von dickem vollnarbigem Leder allerdings nicht. Für Stadt- und Tourenfahrten ist sie eine brauchbare Wahl, für maximale Schutzwirkung nicht die erste.

Wofür ist die Schalthebelverstärkung gut?

Am linken Spann reibt bei jedem Gangwechsel der Schaltfußhebel am Obermaterial. Ohne Verstärkung scheuert die Stelle innerhalb einer Saison auf. Ob du sie am Trike brauchst, hängt vom Antrieb ab: Trikes auf Motorradbasis mit erhaltener Fußschaltung nutzen sie, beim Can-Am Ryker mit stufenlosem Getriebe und beim Spyder F3 mit Schaltwippe am Lenker gibt es keinen Schaltfußhebel.

Taugt der Touring 201 als Stiefel für Mitfahrer?

Dafür ist er besonders geeignet. Ein Trike nimmt regelmäßig Gäste mit, die keine eigene Motorradausrüstung besitzen. Ein günstiger zertifizierter Stiefel in einem Größenbereich von 37 bis 47 lässt sich als Zweitpaar vorhalten, ohne dass die Anschaffung wehtut. Für Gelegenheitsfahrten ist das die deutlich bessere Lösung als Sneaker.

Wie pflege ich Mikrofaser-Stiefel?

Groben Schmutz mit einer Bürste abnehmen und mit einem feuchten Tuch und etwas milder Seife abwischen. Lederpflege und Lederfett braucht Mikrofaser nicht, sie können die Oberfläche sogar verkleben. Trocknen bei Zimmertemperatur, niemals an der Heizung, weil Kunstfasern bei Hitze verspröden. Eine Imprägnierung für Textil verbessert das Verhalten bei leichtem Regen.

Muss ich am Trike Motorradstiefel tragen?

Vorgeschrieben ist nur der Helm. Nach § 21a Absatz 2 StVO muss auf Krafträdern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h während der Fahrt ein geeigneter Schutzhelm getragen werden, was auch dreirädrige Fahrzeuge der Klasse L5e erfasst. Schuhwerk, Handschuhe und Kleidung bleiben freiwillig. Rechtsstand: 10. September 2026.

Welche Stiefelgröße soll ich wählen?

Der Touring 201 wird in den Größen 37 bis 47 geführt. Mikrofaser dehnt sich im Gebrauch kaum, anders als Leder, das sich nach einigen Fahrten an den Fuß anpasst. Was am ersten Tag zu eng ist, bleibt zu eng. Weil Motorradstiefel meist mit dickeren Socken getragen werden als Straßenschuhe, ist im Grenzfall zwischen zwei Größen die größere die sichere Wahl.

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