Technische Daten
| Produkttyp | Kurzstiefel im klassischen Schnitt für Stadt und Tour |
|---|---|
| Zertifizierung | CE, Kategorie II der PSA-Verordnung, nach EN 13634 laut TCX |
| Leistungsstufen nach EN 13634 | weist TCX auf der Produktseite nicht einzeln aus |
| Obermaterial | vollnarbiges Leder mit Pull-up-Finish, Vintage-Effekt |
| Membran | T-Dry, wasserdicht und atmungsaktiv laut TCX |
| Knöchelschutz | Protektoreinsätze beidseitig |
| Verstärkungen | Schaltbereich, Zehenkappe, Ferse |
| Laufsohle | Groundtrax-Gummisohle |
| Fußbett | Ortholite, dämpfend und atmungsaktiv |
| Verschluss | Schnürung mit seitlichem Reißverschluss |
|---|---|
| Schafthöhe | kurzer Schaft über dem Knöchel; genauen Wert weist TCX nicht aus |
| Gewicht | weist TCX nicht aus |
| Farben | Schwarz und Braun |
| Artikelnummer | 2017900177001 (Schwarz), 2017900177004 (Braun) |
| Damenmodell | Blend 2 WP Wmn als eigene Ausführung |
| Schwestermodell | Blend 2 GTX mit Gore-Tex-Membran statt T-Dry |
| Gewährleistung | 2 Jahre gesetzlich |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Pull-up-Leder ist mit Wachsen und Ölen gesättigt, das wirkt zusätzlich zur Membran gegen Nässe von außen
- Die Kombination aus Schnürung und Seitenreißverschluss trennt Passform und Einstieg sauber voneinander
- Die klassische Optik passt zu Custom-Aufbauten und fällt außerhalb des Fahrzeugs nicht als Motorradstiefel auf
- Ortholite-Fußbett und Groundtrax-Sohle sind auf Gehkomfort ausgelegt, ein Argument bei Treffen mit langen Standzeiten
- Verstärkungen an Zehe, Ferse und im Schaltbereich decken die drei Stellen ab, die am schnellsten verschleißen
- Preislich liegt er deutlich unter hohen Tourenstiefeln, ohne auf Membran und Zertifizierung zu verzichten
- Als Damenmodell und als Gore-Tex-Variante verfügbar, das erweitert die Auswahl innerhalb derselben Baureihe
Das spricht dagegen
- Kein Schienbeinschutz, der Schaft endet knapp über dem Knöchel
- TCX weist die Leistungsstufen nach EN 13634 auf der Produktseite nicht aus
- Weder Gewicht noch Schafthöhe nennt der Hersteller, beides erschwert den Vergleich mit Konkurrenzmodellen
- Die Membran hält Wasser ab und isoliert nicht, für kalte Tage fehlt eine wärmende Lage
- Pull-up-Leder verändert bei jeder Biegung die Farbe, was als Patina gemeint ist und nicht jedem gefällt
- Keine Reflexelemente, bei Dunkelheit trägt der Stiefel nichts zur Sichtbarkeit bei
Wer ein Trike mit klassischem Aufbau fährt, will selten aussehen wie auf dem Weg zur Rennstrecke. Der TCX Blend 2 WP trifft diesen Punkt: ein kurzer Lederstiefel mit Pull-up-Finish, der außerhalb des Fahrzeugs als normaler Schuh durchgeht und unter dem Leder eine T-Dry-Membran und die Zertifizierung nach EN 13634 trägt. Er kostet bei Amazon 180,69 € (Amazon-Preis: Stand 18.10.2026, 17:37 MESZ · Details). Grundlage der Einordnung sind die TCX-Produktangaben zum Blend 2 WP und Händlerdaten.
Was Pull-up-Leder ausmacht
Der auffälligste Unterschied zu anderen Lederstiefeln sitzt in der Oberfläche. Pull-up-Leder ist ein vollnarbiges Leder, das mit Wachsen und Ölen durchtränkt wurde. Biegt sich das Material, wandern die Fette an der Biegestelle zur Seite, und die Stelle hellt sichtbar auf. Genau das meint TCX mit dem Vintage-Effekt.
Optisch entsteht daraus eine Patina, die jedem Paar ein eigenes Muster gibt: an der Zehenbeuge, dort wo der Fuß beim Gehen knickt, und an der Ferse. Wer eine gleichmäßig glatte Optik will, ist bei diesem Leder falsch.
Praktisch wichtiger ist die Nebenwirkung. Die Fettsättigung macht die Oberfläche wasserabweisend, und zwar unabhängig von der Membran darunter. Wasser perlt zunächst ab, statt vom Leder aufgesogen zu werden. Das entlastet die Membran und hält den Stiefel leichter, weil vollgesogenes Leder erheblich an Gewicht zulegt.
| Ledertyp | Oberfläche | Verhalten bei Nässe | Pflege |
|---|---|---|---|
| Pull-up (Blend 2 WP) | gefettet, hellt beim Biegen auf | perlt ab, Farbe verändert sich | Wachs oder Fett |
| Vollnarbig glatt (Hero 2 WP) | geschlossen, matt | nimmt wenig Wasser auf | Lederpflege |
| Rauleder (Street 3 WP) | aufgeraut, offenporig | saugt sich voll | trockene Bürste |
Schnürung und Reißverschluss: zwei Aufgaben, zwei Lösungen
Der Blend 2 WP hat eine Schnürung und zusätzlich einen seitlichen Reißverschluss. Diese Doppelung wirkt auf den ersten Blick redundant, löst aber zwei getrennte Probleme.
Die Schnürung stellt die Passform ein. Über den Spann lässt sich die Weite genau anpassen, und ein Stiefel, der bei jeder Bewegung des Fußes mitarbeiten soll, braucht diese Feineinstellung. Ein Fuß, der im Stiefel wandert, verliert das Gefühl für die Fußraste.
Der Reißverschluss übernimmt danach das Ein- und Aussteigen. Einmal richtig geschnürt bleibt die Einstellung erhalten, geöffnet und geschlossen wird nur noch der Zipper. Im Alltag heißt das: Das Anziehen am Morgen dauert so lange wie bei einem Halbschuh.
Für Trike-Fahrer ist das relevanter als für Motorradfahrer, weil ein Trike häufiger für kurze Wege und Ausfahrten bewegt wird. Wer für eine halbe Stunde losfährt, akzeptiert keine fünf Minuten Anziehzeit.
Die Groundtrax-Sohle und der Gehanteil
Unter dem Stiefel sitzt die hauseigene Groundtrax-Gummisohle von TCX, laut Hersteller ausgelegt auf Stabilität, Grip und Abriebfestigkeit. Darüber liegt ein Ortholite-Fußbett, das TCX als dämpfend und atmungsaktiv beschreibt.
Diese Kombination zielt auf den Gehanteil, und der ist bei Trikes höher als beim Motorrad. Ein Trike wird typischerweise für Ausfahrten und Treffen bewegt, bei denen man Stunden neben dem Fahrzeug verbringt. Ein Blick auf die Termine der Trikertreffen-Seite zeigt Veranstaltungen mit halben Tagen Standzeit auf Schotterplätzen und Wiesen.
Ortholite ist ein offenzelliger Schaum, der laut Hersteller über die Lebensdauer weniger als fünf Prozent seiner Dicke verliert. Bei einem klassischen EVA-Fußbett sackt die Dämpfung nach einer Saison sichtbar zusammen. Die offenen Zellen lassen zudem Luft zirkulieren, was in einem Membranstiefel gegen Feuchtigkeitsstau arbeitet.
Was der Schutz abdeckt und wo er endet
TCX zertifiziert den Blend 2 WP nach EN 13634 und ordnet ihn der Kategorie II der PSA-Verordnung zu. Das bedeutet eine Baumusterprüfung durch eine benannte Stelle. Verbaut sind Protektoreinsätze am Knöchel sowie Verstärkungen an Zehenkappe, Ferse und im Schaltbereich.
Diese vier Zonen sind mit Bedacht gewählt. Der Knöchel ist die Stelle, an der ein Sturz am häufigsten zu bleibenden Schäden führt. Zehe und Ferse nehmen Stöße auf, wenn der Fuß gegen ein Hindernis gerät oder das Fahrzeug kippt. Der Schaltbereich ist Verschleißschutz, kein Aufprallschutz: Dort scheuert bei jedem Gangwechsel der Fußhebel am Leder.
Was fehlt, benennt TCX ebenso klar durch die Bauart: kein Schienbeinschutz. Der Schaft endet knapp über dem Knöchel, der Bereich darüber bleibt offen. Wer diesen Schutz will, braucht einen hohen Tourenstiefel wie den Daytona Road Star GTX, zahlt dafür rund den doppelten Preis und trägt spürbar mehr Gewicht.
Ungenannt bleiben außerdem die Leistungsstufen. Die Norm EN 13634 stuft vier Merkmale in Level 1 oder Level 2 ein: Höhe des Schuhoberteils, Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit und Quersteifigkeit. TCX nennt auf der Produktseite nur die CE-Kategorie. Die konkreten Werte stehen im eingenähten Etikett. Dieses Muster zieht sich durch die gesamte Marke und fällt auch beim Hero 2 WP auf.
Die Lücke bei Gewicht und Schafthöhe
Zwei Werte, die Käufer regelmäßig vergleichen wollen, weist TCX beim Blend 2 WP nirgends aus: Gewicht und Schafthöhe. Beim Hero 2 WP ist das Gewicht durch einen Fachmagazin-Test mit 703 Gramm belegt, beim Blend 2 WP fehlt eine belastbare Quelle.
Aus der Bauart lässt sich ein Rahmen ableiten, mehr allerdings nicht. Ein kurzer Lederstiefel mit Membran und Gummisohle liegt üblicherweise zwischen 600 und 800 Gramm je Stiefel. Eine Schätzung als Tatsache auszugeben, wäre an dieser Stelle das falsche Signal, deshalb bleibt der Wert hier offen.
Praktisch lässt sich die Lücke im Laden schließen: Der Stiefel steht im Regal, und die Waage im Fachgeschäft klärt die Frage in zehn Sekunden.
Optik als Kaufargument
Bei Ausrüstung geht es meistens um Schutz, hier kommt ein zweites Kriterium dazu. Der Blend 2 WP sieht aus wie ein normaler Lederstiefel, und das ist bei einem klassischen Trike-Aufbau ein echtes Argument.
Wer mit dem Fahrzeug zum Essen fährt, zu einem Treffen oder zur Arbeit, trägt den Stiefel danach weiter. Ein Sportstiefel mit Hartschalen und Schnallen fällt in diesen Situationen auf und lässt sich schlecht kombinieren. Der Blend 2 WP in Braun passt zu Jeans und funktioniert optisch mit einer klassisch geschnittenen Lederjacke.
Die Kehrseite: Was unauffällig aussieht, ist auch bei Dunkelheit unauffällig. Reflexelemente gibt es keine. Wer viel im Dunkeln fährt, gleicht das an anderer Stelle aus, etwa über reflektierende Flächen an der Jacke oder Reflektoren am Topcase. Die Wirkung am Fuß wäre besonders groß, weil sich die Fläche mit jedem Schritt bewegt und deshalb schneller wahrgenommen wird.
Für wen der Blend 2 WP passt
Er passt für Fahrer, die ihr Trike für Ausfahrten und Alltagswege nutzen und dabei nicht zwischen Fahr- und Straßenschuh wechseln wollen. Er passt zu klassischen Aufbauten, weil die Optik dazu stimmt. Und er passt für alle, denen ein hoher Tourenstiefel zu viel Stiefel ist.
Weniger passend ist er für kalte Tage, denn die T-Dry-Membran hält Wasser draußen und wärmt nicht. Weniger passend ist er für mehrtägige Touren bei durchwachsenem Wetter, dort zahlt sich ein hoher Schaft aus. Und wer bei Dunkelheit viel unterwegs ist, sollte die fehlende Reflexfläche einkalkulieren.
Alternativen im Vergleich
| Modell | Bauform | Obermaterial | Membran | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|---|
| TCX Blend 2 WP | Kurzstiefel, klassisch | Pull-up-Leder | T-Dry | 180,69 € | 4,0 |
| TCX Hero 2 WP | hoher Kurzstiefel | vollnarbiges Leder | T-Dry | ab 255 € | 4,1 |
| TCX Street 3 WP | kurzer Schuh | Wildleder | T-Dry | ab 159 € | 4,0 |
| Daytona Road Star GTX | hoher Tourenstiefel | Vollrindleder | Gore-Tex Duratherm | ab 407,96 € | 4,5 |
Amazon-Preise: Stand 18.10.2026, 17:37 MESZ · Details
Fazit
Der TCX Blend 2 WP ist der Stiefel für Fahrer, die Schutz wollen und dabei aussehen möchten wie jemand, der einfach Lederstiefel trägt. Pull-up-Leder mit T-Dry-Membran hält Regen ab und entwickelt mit den Jahren eine eigene Patina, die Kombination aus Schnürung und Seitenreißverschluss macht das Anziehen zur Sache von Sekunden. Groundtrax-Sohle und Ortholite-Fußbett zielen auf den Gehanteil, der bei Trike-Ausfahrten und Treffen hoch ausfällt. Offen bleiben der fehlende Schienbeinschutz, die nicht ausgewiesenen Leistungsstufen und die fehlenden Reflexflächen. Für Stadt, Alltag und Tagestouren bei wechselhaftem Wetter ist er die stimmige Wahl, für kalte Mehrtagestouren greift man zum hohen Tourenstiefel.
Häufige Fragen
Was ist Pull-up-Leder beim TCX Blend 2 WP?
Pull-up bezeichnet ein Leder, das mit Wachsen und Ölen durchtränkt ist. Biegt oder zieht man das Material, wandern die Fette an der Biegestelle zur Seite und die Stelle hellt sichtbar auf. Daraus entsteht der Vintage-Effekt, den TCX beim Blend 2 WP nennt. Ein Nebeneffekt zählt in der Praxis mehr als die Optik: Die Fettsättigung wirkt zusätzlich zur Membran wasserabweisend.
Ist der TCX Blend 2 WP wasserdicht?
TCX verbaut die hauseigene T-Dry-Membran und beschreibt sie als wasserdicht und atmungsaktiv. Eine Grenze bleibt bauartbedingt bestehen: Der Schaft endet knapp über dem Knöchel. Läuft bei Starkregen Wasser am Bein herunter und liegt die Hose im Schaft statt darüber, kommt es von oben hinein. Über die Hose getragene Regenkleidung löst das.
Was unterscheidet den Blend 2 WP vom TCX Hero 2 WP?
Schafthöhe und Sohlenanbindung. Der Hero 2 WP ist der höhere Stiefel mit Sohlennaht-Konstruktion und Leder-Schaltschutz, er wiegt 703 Gramm je Stiefel. Der Blend 2 WP ist der kürzere, klassisch geschnittene Stiefel mit Groundtrax-Sohle und Pull-up-Leder. Beide tragen die T-Dry-Membran und sind nach EN 13634 zertifiziert.
Was ist der Unterschied zwischen Blend 2 WP und Blend 2 GTX?
Die Membran. Die WP-Version nutzt die hauseigene T-Dry-Membran von TCX, die GTX-Version eine Gore-Tex-Membran. Beide gelten als wasserdicht und atmungsaktiv. Gore-Tex bringt eine Garantiezusage des Membranherstellers mit und kostet entsprechend Aufpreis. Wer den Stiefel überwiegend im Trockenen und bei gelegentlichem Regen fährt, ist mit der WP-Version ausreichend bedient.
Taugt der Blend 2 WP für lange Touren?
Für Tagestouren ja, mit Einschränkungen. Ortholite-Fußbett und Groundtrax-Sohle sind auf Komfort ausgelegt, die Membran hält Regen ab. Was fehlt, ist der Schienbeinschutz und die Isolierung gegen Kälte. Wer im Frühjahr und Herbst mehrtägig unterwegs ist, fährt mit einem hohen Tourenstiefel wie dem Daytona Road Star GTX besser.
Wie wirkt sich die Groundtrax-Sohle im Alltag aus?
Groundtrax ist die hauseigene Gummisohle von TCX, ausgelegt auf Stabilität, Grip und Abriebfestigkeit. In der Praxis heißt das: verlässlicher Halt beim Absetzen des Fußes an der Ampel und beim Gehen auf nassem Asphalt oder Schotter. Anders als die grob gestollten Sohlen von Adventure-Stiefeln bleibt das Profil flach genug, um in normalen Umgebungen nicht aufzufallen.
Brauche ich den Schaltschutz am Trike?
Das hängt vom Antrieb ab. Der Schaltbereich am linken Spann ist die Stelle, an der ein Schaltfußhebel bei jedem Gangwechsel am Leder reibt. Trikes auf Motorradbasis mit erhaltener Fußschaltung nutzen die Verstärkung. Beim Can-Am Ryker mit stufenlosem Getriebe und beim Spyder F3 mit Schaltwippe am Lenker gibt es keinen Schaltfußhebel, dort bleibt die Stelle unbelastet.
Gibt es den Blend 2 WP auch für Damen?
Ja, TCX führt den Blend 2 WP Wmn als eigene Ausführung mit angepasstem Leisten. Ein eigener Damenleisten ist mehr als eine kleinere Größe: Fersenbreite, Spannhöhe und Ballenweite fallen anders aus. Wer bisher Herrengrößen getragen hat und dabei am Spann Druck oder in der Ferse Spiel hatte, sollte die Damenausführung anprobieren.
Muss ich am Trike Motorradstiefel tragen?
Vorgeschrieben ist ausschließlich der Helm. Nach § 21a Absatz 2 StVO muss auf Krafträdern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h während der Fahrt ein geeigneter Schutzhelm getragen werden, und das erfasst auch dreirädrige Fahrzeuge der Klasse L5e. Schuhwerk, Handschuhe, Jacke und Hose bleiben freiwillig. Rechtsstand: 10. September 2026.
Wie pflege ich Pull-up-Leder richtig?
Groben Schmutz trocken abbürsten und den Stiefel bei Zimmertemperatur trocknen lassen, niemals an der Heizung. Zur Pflege gehört ein wachs- oder fetthaltiges Mittel, das die Sättigung des Leders erneuert; klassische Schuhcreme auf Lösungsmittelbasis ist hier das falsche Produkt. Zwei- bis dreimal pro Saison genügt. Der Pull-up-Effekt wird dadurch gleichmäßiger, weil das Leder überall gleich viel Fett trägt.