Technische Daten
| Produkttyp | Adventure- und Tourenstiefel mit Membran, ganzjährig |
|---|---|
| Obermaterial laut Eleveit | wasserabweisende, atmungsaktive Mikrofaser |
| Materialzusammensetzung Schaft | 87 % Polyurethan, 13 % TPU laut Eleveit |
| Angabe des Händlers | Helm Express nennt Wildleder (weicht vom Hersteller ab) |
| Membran | E-Dry, Eleveits eigene wasserdichte Membran |
| Futter | Polyester, atmungsaktiv, laut Eleveit weich im Griff |
| Verstärkungen | Ferse, Zehenkappe, Knöchel, Innenschienbein |
| Schaltschutz | aufgeschweißter Gummifilm am Schalthebelbereich und an der Außenseite |
| Verschluss | zwei Eleveit-Schnallen aus Polyurethan mit Mikrometerverstellung |
| Verschluss oben | breites Klettband am Schaftabschluss |
| Laufsohle | Gummi mit ausgeprägter Stollenstruktur (Extreme Light) |
| Zwischensohle | EVA, für Gewicht und Dämpfung |
| Materialzusammensetzung Sohle | 100 % Gummi laut Eleveit |
|---|---|
| Zertifizierung | CE laut Eleveit, ohne ausgewiesene Leistungsstufen nach EN 13634 |
| Größen | 36 bis 48 (EU) |
| Farbe | Schwarz |
| Geschlecht | Herren laut Helm Express, Größenreihe deckt Damengrößen mit ab |
| Artikelnummer Helm Express | 551035 |
| Hersteller-Code | 001060095 |
| Hersteller-UVP | 279,90 € |
| Straßenpreis | 223,92 € (Helm Express) |
| Gewicht | weist Eleveit nicht aus |
| Schafthöhe | weist Eleveit nicht aus |
| Hersteller | Mandelli SRL, Carate Brianza, Italien |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Die Größenreihe von 36 bis 48 deckt Damen- und Herrenfüße aus einer Staffel ab, im übrigen Stiefel-Feld gibt es das so nicht
- Vier Verstärkungszonen statt der üblichen zwei: Zum Schutz an Ferse und Zehe kommen Knöchel und Innenschienbein
- Die E-Dry-Membran ist Eleveits eigene Entwicklung, das drückt den Preis gegenüber lizenzierten Membranen
- Die Schnallen lassen sich mikrometrisch verstellen, die Weite wird damit einmal eingestellt und bleibt
- Der aufgeschweißte Gummifilm am Schaltbereich sitzt ohne Naht auf dem Schaft und kann dort nicht ausreißen
- Die EVA-Zwischensohle nimmt Gewicht aus dem Stiefel und dämpft beim Gehen
- 223,92 Euro liegen rund 56 Euro unter der Hersteller-UVP
Das spricht dagegen
- Händler und Hersteller widersprechen sich beim Obermaterial: Helm Express nennt Wildleder, Eleveit Mikrofaser aus 87 % Polyurethan und 13 % TPU
- Eleveit weist wie der gesamte Wettbewerb keine Leistungsstufen nach EN 13634 aus, nur die CE-Kennzeichnung
- Weder Gewicht noch Schafthöhe stehen im Datenblatt, beides sind Kaufkriterien bei einem Tourenstiefel
- Nur eine Farbe und eine Weite, wer breite Füße hat, findet hier keine Alternative
- Die Stollensohle ist auf losen Untergrund ausgelegt, auf glatten Rasten greift eine feinere Profilierung besser
- Als junge Marke im deutschen Handel ist die Ersatzteil- und Servicelage schlechter belegt als bei Daytona oder TCX
Im Tourenstiefel-Feld dieser Seite klaffte bisher eine Lücke zwischen dem TCX Blend 2 WP und dem deutlich teureren Daytona Road Star GTX. Der Eleveit Tonale WP setzt sich mit 223,92 Euro genau dort hinein, und er bringt eine Ausstattung mit, die in dieser Klasse selten vollständig ist. Grundlage dieser Einordnung sind das Eleveit-Datenblatt zum Tonale E-Dry (Hersteller-Code 001060095) und die Listung bei Helm Express unter der Artikelnummer 551035.
Der Widerspruch beim Obermaterial
Die erste Auffälligkeit betrifft das Material, und sie lässt sich nicht glattbügeln. Helm Express führt Wildleder als Obermaterial. Eleveit selbst nennt Mikrofaser, wasserabweisend und atmungsaktiv, und beziffert die Zusammensetzung des Schafts mit 87 Prozent Polyurethan und 13 Prozent TPU. Das sind zwei unvereinbare Aussagen, und im Zweifel gilt der Hersteller.
Der Tonale ist damit ein Kunstfaser-Stiefel, und das hat handfeste Folgen für den Alltag. Mikrofaser braucht kein Fetten, nimmt weniger Wasser auf als Leder und trocknet schneller. Sie dehnt sich im Gegenzug kaum, ein Stiefel aus diesem Material passt sich dem Fuß also weniger an, als Leder es über die Saison tut. Wer sich auf eine Weite einstellen muss, sollte das beim Anprobieren wissen.
Optisch führt die Verwechslung nicht zufällig in die Irre: Mikrofaser wird genau so ausgerüstet, dass sie wie Wildleder aussieht und sich so anfühlt.
Die E-Dry-Membran und was sie leistet
E-Dry ist Eleveits eigene Membran, verbaut im Polyesterfutter. Das ist der Grund, warum der Stiefel mit 223,92 Euro auskommt, wo vergleichbare Modelle mit lizenzierter Membran regelmäßig über 300 Euro liegen. Der Daytona Road Star GTX zeigt das am oberen Ende: Er nutzt Gore-Tex und kostet 383 Euro.
Was eine Eigenmembran leistet, lässt sich aus den Herstellerangaben allein nicht messen, und Eleveit nennt weder Wassersäule noch einen Wert zur Atmungsaktivität. Belegt ist die Konstruktion drumherum: wasserabweisendes Obermaterial, ein aufgeschweißter Gummifilm an den spritzwasserreichsten Zonen und ein durchgehendes Futter. Die Membran arbeitet also in einem Aufbau, der Wasser schon vor ihr abhält.
Für ein offenes Dreirad ist das der entscheidende Punkt. Auf einem Trike gibt es keine Verkleidung, die Gischt ablenkt, und die Füße stehen in der vollen Anströmung. Nasse Füße nach einer Stunde Regen sind dort die Regel, wenn der Stiefel nichts dagegen hat.
Vier Verstärkungszonen statt zwei
Die meisten Stiefel in dieser Preisklasse verstärken Ferse und Zehe, das schreibt die Bauform faktisch vor. Eleveit legt beim Tonale zwei Zonen nach: Knöchel und Innenschienbein. Dazu kommt ein aufgeschweißter Polyurethan-Einsatz, der den Bereich am Schalthebel und die Außenseite des Stiefels schützt.
Das Aufschweißen ist dabei mehr als ein Fertigungsdetail. Ein aufgenähter Schaltschutz hängt an seiner Naht, und die Naht ist die Stelle, die nach zwei Jahren Schalten zuerst aufgeht. Ein aufgeschweißter Film hat diese Sollbruchstelle nicht.
Der Knöchelschutz ist die Zone, die in der Unfallstatistik zählt. Beim Umfallen im Stand trifft es zuerst den Knöchel, und das passiert auf drei Rädern seltener als auf zweien. Beim Rangieren mit einem schweren Trike setzt der Fahrer die Füße trotzdem regelmäßig ab, und das Fahrzeuggewicht ändert sich dadurch nicht.
Die Normlücke, die das ganze Feld betrifft
Eleveit weist die CE-Zertifizierung aus, ohne Leistungsstufen nach EN 13634 zu nennen. Diese Norm bewertet vier Eigenschaften getrennt in den Stufen 1 und 2: Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Durchtrittsicherheit und Knöchelschutz. Wer die Werte sehen will, muss das eingenähte Etikett lesen.
Dieser Befund zieht sich durch das komplette Stiefel-Feld dieser Seite. TCX, Daytona, Dainese und die Eigenmarken des Handels nennen ausnahmslos nur die CE-Kategorie, keiner die Stufen. Eleveit macht es also weder besser noch schlechter als der Wettbewerb, aber die Lücke bleibt eine Lücke: Zwei CE-zertifizierte Stiefel können in der Abriebfestigkeit eine Stufe auseinanderliegen, ohne dass der Käufer das auf der Produktseite erfährt.
Ebenso fehlen Gewicht und Schafthöhe. Beides sind Kaufkriterien bei einem Tourenstiefel, und beides weist Eleveit nicht aus. Die Konstruktion erlaubt immerhin einen Rückschluss auf die Höhe: Ein Stiefel, der das Innenschienbein als eigene Zone verstärkt, endet oberhalb des Schienbeinansatzes.
Der Verschluss: zwei Schnallen mit Mikrometerverstellung
Eleveit setzt auf zwei Schnallen aus Polyurethan mit Mikrometerverstellung, dazu ein breites Klettband am Schaftabschluss. Die Mikrometerverstellung ist der praktische Teil: Die Weite wird einmal eingestellt und bleibt dann, das Öffnen und Schließen läuft danach über den Schnallenhebel allein.
Gegenüber einem Reißverschluss-Stiefel hat das zwei Vorteile. Ein Reißverschluss ist das Bauteil, das an einem Motorradstiefel am häufigsten ausfällt, und er lässt sich in der Weite nicht anpassen. Wer über der Hose fährt oder eine dicke Wintersocke trägt, stellt die Schnallen eine Raste weiter und ist fertig.
Das Klettband oben schließt den Schaft gegen Zugluft und gegen Wasser, das an der Hose herunterläuft. Auf einem Trike mit aufrechter Sitzposition läuft Regen genau diesen Weg: die Hose hinunter in den Stiefelschaft.
Die Sohle: zwei Schichten, zwei Aufgaben
Die Extreme-Light-Sohle besteht aus einer Gummi-Laufsohle mit ausgeprägten Stollen und einer EVA-Zwischensohle darüber. Die Aufgabenteilung ist klar: Die Stollen greifen auf losem Untergrund, auf Schotter und im Nassen, die EVA-Schicht nimmt Gewicht aus dem Stiefel und dämpft beim Auftreten.
Die Stollen haben eine Kehrseite, und die zeigt sich am Fahrzeug. Auf einer glatten Metallraste greift ein grobes Profil schlechter als eine feine Profilierung, weil weniger Fläche aufliegt. Wer viel in der Stadt mit häufigem Fußabsetzen unterwegs ist, fährt mit einem Straßenprofil wie am TCX Blend 2 WP besser. Wer Schotterwege, Feldwege und nasse Wiesen auf dem Weg zum Treffen kennt, bekommt hier den passenden Grip.
Die Größenreihe als eigenes Argument
Helm Express listet den Tonale in 36 bis 48, durchgehend. Das ist im Stiefel-Feld dieser Seite einmalig: Der Daytona Road Star GTX punktet mit fünf Weiten von XS bis XL, deckt aber keine kleinen Größen ab, und die übrigen Modelle starten bei 39 oder 40.
Für Paare auf einem Trike ist das ein praktischer Vorteil. Beifahrerin und Fahrer können denselben Stiefel in ihrer jeweiligen Größe kaufen, mit identischer Ausstattung und identischem Schutzniveau. Damengrößen im Motorradhandel sind sonst eine eigene Suche mit eigenem, meist schmalerem Angebot.
Der Gegenposten: Eleveit führt den Tonale in einer Weite und einer Farbe. Wer breite Füße hat, findet hier keine zweite Option, und genau dafür ist Daytona mit seinem Weitensystem im Markt.
Preis und Einordnung
| Modell | Bauform | Membran | Preis | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| TCX Blend 2 WP | Kurzstiefel, Pull-up-Leder | TCX-eigene | ab 180,69 € | 4,0 |
| Eleveit Tonale WP | Adventure-Tourenstiefel | E-Dry | ab 223,92 € | 4,0 |
| TCX Hero 2 WP | hoher Kurzstiefel | TCX-eigene | ab 255 € | 4,1 |
| Daytona Road Star GTX | hoher Tourenstiefel | Gore-Tex | ab 407,96 € | 4,5 |
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Der Blend 2 WP ist der klassischere Auftritt aus Leder und bleibt niedriger. Der Hero 2 WP kostet bei Amazon 255 € (Amazon-Preis: Stand 18.10.2026, 17:37 MESZ · Details) und setzt auf vollnarbiges Leder mit Sohlennaht-Konstruktion. Der Road Star GTX spielt mit Gore-Tex, Stahleinlage und fünf Weiten in einer anderen Liga, kostet aber deutlich mehr. Der Tonale ist das Angebot für alle, die eine Membran und vier Verstärkungszonen wollen und dafür bei einer Eigenmembran bleiben.
Fazit
Der Eleveit Tonale WP füllt die Mittelfeld-Lücke sauber. Für 223,92 Euro bekommt man eine Membran, vier Verstärkungszonen, einen aufgeschweißten Schaltschutz ohne Naht und eine Größenreihe, die von 36 bis 48 reicht. Die Eigenmembran statt Gore-Tex ist der Grund für den Preis, und sie arbeitet in einem Aufbau, der Wasser schon davor abhält.
Für Trike-Fahrer, die auch Schotterwege und nasse Wiesen auf dem Weg zum Treffen kennen, ist die Stollensohle das passende Profil. Wer überwiegend Stadtverkehr fährt und oft den Fuß auf die Raste setzt, nimmt besser einen Straßenstiefel. Und wer breite Füße hat, kommt an Daytonas Weitensystem nicht vorbei. Offen bleibt bei allen: Gewicht, Schafthöhe und die Leistungsstufen nach EN 13634 nennt Eleveit nicht, wie der gesamte Wettbewerb. Der Stiefel steht bei Helm Express*. Welche Ausrüstung auf dem Dreirad vorgeschrieben ist, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.
Häufige Fragen
Ist der Eleveit Tonale WP wasserdicht?
Eleveit verbaut die eigene E-Dry-Membran im Polyesterfutter und beschreibt den Stiefel als wasserdicht und atmungsaktiv. Dazu kommt ein wasserabweisendes Obermaterial und ein aufgeschweißter Gummifilm an den Stellen, die dem Spritzwasser am stärksten ausgesetzt sind. Eine Wassersäule in Millimetern nennt der Hersteller nicht.
Besteht der Tonale aus Leder?
Hier widersprechen sich die Quellen. Helm Express führt Wildleder als Obermaterial, Eleveit selbst nennt wasserabweisende Mikrofaser und gibt die Zusammensetzung mit 87 Prozent Polyurethan und 13 Prozent TPU an. Im Zweifel gilt der Hersteller, der Tonale ist damit ein Kunstfaser-Stiefel. Für die Pflege ist das eine gute Nachricht, weil Mikrofaser kein Fetten braucht.
Welche Schutzstufe hat der Eleveit Tonale WP?
Eleveit weist die CE-Zertifizierung aus, ohne die Leistungsstufen nach EN 13634 zu nennen. Diese Norm bewertet Abriebfestigkeit, Schnittfestigkeit, Durchtrittsicherheit und Knöchelschutz getrennt in den Stufen 1 und 2, die Werte stehen im eingenähten Etikett. Dieselbe Lücke haben TCX, Daytona und Dainese, kein Hersteller im Feld legt die Stufen offen.
Wie hoch ist der Schaft des Tonale?
Eine Schafthöhe in Zentimetern nennt Eleveit nicht. Aus der Konstruktion lässt sich ableiten, dass der Schaft über den Knöchel hinausreicht, denn der Hersteller führt das Innenschienbein als eigene Verstärkungszone auf. Ein Stiefel, der das Schienbein schützt, endet zwangsläufig oberhalb davon. Für die genaue Höhe bleibt das Nachmessen beim Händler.
Für welche Jahreszeit ist der Tonale gedacht?
Eleveit beschreibt ihn als Adventure-Stiefel für das ganze Jahr. Die Membran hält Nässe draußen, das Polyesterfutter transportiert Feuchtigkeit nach außen, eine eigene Isolationsschicht hat der Stiefel nicht. Für Fahrten im Winter regelt man die Wärme also über die Socke, wofür der Stiefel Platz lassen sollte.
Was ist die Extreme-Light-Sohle?
Eleveits zweiteilige Sohlenkonstruktion. Unten sitzt eine Gummi-Laufsohle mit ausgeprägten Stollen für Halt auf wechselndem Untergrund, darüber eine Zwischensohle aus EVA, die Gewicht spart und Stöße abfängt. Der Nutzen zeigt sich beim Gehen: Eine reine Gummisohle in dieser Dicke wäre schwerer und härter.
Welche Größen gibt es beim Eleveit Tonale WP?
Helm Express listet die Größen 36 bis 48 in einer durchgehenden Reihe. Damit deckt derselbe Stiefel Damen- und Herrenfüße ab, was im Stiefel-Feld dieser Seite kein anderes Modell schafft. Eleveit legt eine Tabelle mit Fußlängen in Zentimetern bei, Größe 43 entspricht dort 27,5 Zentimetern.
Wer steckt hinter der Marke Eleveit?
Eleveit gehört zur italienischen Mandelli SRL mit Sitz in Carate Brianza in der Provinz Monza und Brianza. Die Marke führt neben Touren- und Adventure-Stiefeln auch Offroad- und Urban-Modelle und vertreibt sie über den europäischen Fachhandel. In Deutschland ist sie über Helm Express breit gelistet, mit rund 400 Stiefel-Varianten im dortigen Feed.
Was kostet der Eleveit Tonale WP?
Bei Helm Express steht er mit 223,92 Euro, die Hersteller-UVP liegt bei 279,90 Euro. Damit füllt er die Lücke im Tourenstiefel-Feld zwischen dem TCX Blend 2 WP für rund 181 Euro und dem Daytona Road Star GTX für 383 Euro. Für die Kaufentscheidung zählt der Betrag an der Kasse.
Taugt der Tonale zum Gehen abseits des Fahrzeugs?
Die Kombination aus Stollenprofil und EVA-Zwischensohle ist dafür gebaut, sie dämpft und greift auf losem Untergrund. Motorradstiefel mit Verstärkungen an Knöchel und Schienbein schränken das Abrollen trotzdem ein, das ist bauartbedingt. Für den Weg vom Parkplatz zum Café reicht es, für eine Wanderung bleibt es ein Motorradstiefel.