Technische Daten
| Helmtyp | Retro-Jethelm mit langem Visier und integrierter Sonnenblende |
|---|---|
| Norm | ECE-R 22.06 (Prüfsiegel laut Helm Express) |
| Außenschale | ATR-Thermoplast mit hoher Schlagfestigkeit, von NEXX als Polyfusion-Schale bezeichnet |
| Schalengrößen | 2 |
| Größen | XXS bis XXL, sieben Größen |
| Gewicht | 1.325 g ± 50 g (NEXX und Helm Express); eine Amazon-Listung nennt abweichend rund 1.177 g |
| Visier | lang, klar, kratzfest |
| Sonnenblende | integriert, von NEXX als ultrabreit beschrieben |
| Antibeschlag | keine Pinlock-Vorbereitung ausgewiesen |
| Belüftung | Kopfbelüftung; eine Hinterkopfentlüftung führt der Händler nicht auf |
|---|---|
| Verschluss | Micrometric-Ratschenverschluss |
| Innenausstattung | antibakterielles Komfort-Innenfutter, herausnehmbar und waschbar |
| Kommunikation | vorbereitet für universelle Bluetooth-Systeme mit bis zu 45 mm Lautsprechern |
| Farben | Plain in sieben Farben; Dekore Midtown, Sunny, Cali, Stiletto und Artville ab 110,49 € |
| Artikelnummer Helm Express | 108290 |
| EAN (weiß, XXS) | 5600427110419 |
| Listenpreis | 149,99 € (Streichpreis Helm Express) |
| Straßenpreis | ab 127,49 € (Helm Express, Stand 31.08.2026) |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Sieben Größen von XXS bis XXL decken Kopfumfänge ab, für die andere Hersteller schlicht nichts im Programm haben
- Das lange Visier reicht deutlich weiter über das Gesicht als bei kurzen Demi-Jets und hält Fahrtwind und Insekten ab
- Integrierte Sonnenblende trotz Retro-Optik, klassische Jethelme in diesem Stil haben oft keine
- Vorbereitung für universelle Sprechanlagen mit 45 mm Lautsprechern statt Bindung an ein Herstellersystem
- Sieben Unifarben plus fünf Dekorlinien, die Auswahl ist für einen Jethelm dieser Klasse ungewöhnlich groß
- Micrometric-Ratsche statt Doppel-D-Ring, mit Handschuhen einhändig bedienbar
Das spricht dagegen
- Mit 1.325 Gramm der schwerste Helm unter den Jethelmen um 100 bis 130 Euro, rund 200 Gramm mehr als der Caberg Riviera V4X
- Der Händler weist keine Hinterkopfentlüftung aus, die Kopfbelüftung arbeitet damit ohne Auslass
- Keine Pinlock-Vorbereitung, gegen beschlagendes Visier hilft nur Chemie oder ein Spalt Luft
- Die Gewichtsangaben klaffen weit auseinander: NEXX und Händler nennen 1.325 Gramm, eine Amazon-Listung 1.177 Gramm
- NEXX weist keinen Geräuschpegel aus, ein Vergleichswert zur Aeroakustik fehlt
- Zwei Schalengrößen für sieben Helmgrößen, die Spreizung ist größer als bei Wettbewerbern mit derselben Schalenzahl
Der Y.10 ist der Jethelm für Köpfe, die anderswo nicht passen. Sieben Größen von XXS bis XXL sind in dieser Preisklasse eine Ansage, und NEXX packt in die klassisch gezeichnete Schale ein langes Visier, eine integrierte Sonnenblende und die Zulassung nach ECE 22.06. Diese Einordnung stützt sich auf die Angaben von NEXX, die Händlerdaten von Helm Express und die Prüfkriterien der Norm.
Sieben Größen sind das eigentliche Argument
Die meisten Jethelme dieser Klasse beginnen bei XS und enden bei XXL, das sind sechs Größen. Der Y.10 fängt eine Stufe früher an, bei XXS. Für Fahrerinnen und Fahrer mit kleinem Kopfumfang ist das der Unterschied zwischen einem passenden Helm und einem, der bei jeder Bodenwelle wandert.
Ein zu großer Helm ist ein Sicherheitsproblem. Beim Aufprall muss die Innenschale den Kopf verzögern, und das gelingt nur, wenn sie am Kopf anliegt. Sitzt der Helm lose, beschleunigt der Kopf innerhalb der Schale, bevor das EPS überhaupt arbeitet. Wer bisher zwischen zwei Größen gestanden hat, findet beim Y.10 eher die richtige.
Der Haken: Zwei Schalengrößen decken diese sieben Helmgrößen ab. Die Spreizung pro Schale ist damit größer als bei Wettbewerbern mit derselben Schalenzahl und weniger Größen. Wer XXS trägt, bekommt eine Schale, die bis M mitgeht, und trägt entsprechend Volumen.
Polyfusion: Thermoplast mit Marketingnamen
NEXX nennt die Außenschale Polyfusion, Helm Express führt sie als ATR-Thermoplast mit hoher Schlagfestigkeit. Beides beschreibt dasselbe: einen gespritzten Kunststoff, keinen Faserverbund. Der Hersteller wirbt damit, dass die Schalentechnologie den Y.10 zu einem der sichersten offenen Motorradhelme am Markt macht.
Diese Formulierung gehört ins Reich der Werbung, die Zulassung dagegen ist überprüfbar: ECE 22.06 mit Rotationstest auf schräger Fläche, erhöhter Aufprallgeschwindigkeit von 8,2 Metern pro Sekunde und Visierprüfung mit einer Stahlkugel bei 60 Metern pro Sekunde. Was gemessen wurde, steht im Prüfsiegel, nicht im Prospekt.
1.325 Gramm: der Preis der Ausstattung
Mit 1.325 Gramm ist der Y.10 der schwerste Helm im Feld der Jethelme zwischen 80 und 180 Euro. Der Caberg Riviera V4X wiegt ab 1.100 Gramm, der MT Le Mans 2 SV S rund 1.150 Gramm. Erst der deutlich teurere LS2 OF603 Infinity II liegt mit 1.400 Gramm darüber, dafür aber mit einer Faserschale und vier Schalengrößen.
Eine Amazon-Listung nennt für den Y.10 rund 1.177 Gramm. Diese Abweichung von fast 150 Gramm lässt sich nicht auflösen; NEXX und Helm Express nennen übereinstimmend 1.325 Gramm, und im Zweifel gilt die Herstellerangabe. Auf dem Trike mit aufrechter Sitzposition trägt der Nacken das Helmgewicht ohnehin dauerhaft, ohne dass der Fahrtwind es wie auf einem Sportmotorrad teilweise abnimmt. 200 Gramm mehr merkt man nach der dritten Stunde.
Langes Visier statt kurzer Retro-Scheibe
Klassische Jethelme in dieser Optik haben oft kurze Visiere oder gar keine. Der Y.10 bekommt ein langes, das nach Herstellerangabe deutlich über das Gesicht reicht. Für den Trike-Einsatz ist das die richtige Entscheidung: Ohne Verkleidung trifft der Fahrtwind das Gesicht ungebremst, mit allem, was er transportiert.
Dazu kommt die integrierte Sonnenblende, die NEXX als ultrabreit beschreibt. Bemerkenswert ist, dass sie überhaupt da ist: Bei Helmen, die auf klassische Optik zielen, wird sie oft weggelassen, weil sie die Schale dicker macht. Der Y.10 nimmt die Bauhöhe in Kauf und liefert dafür die Funktion, die im Alltag am häufigsten gebraucht wird.
Universelle Sprechanlage statt Herstellerbindung
NEXX gibt die Kommunikationsvorbereitung mit bis zu 45 Millimeter Lautsprecherdurchmesser an. Das ist die Angabe, auf die es beim Nachrüsten ankommt: Gängige Sets von Drittanbietern arbeiten mit Lautsprechern zwischen 40 und 45 Millimetern, und wenn die Aussparung im Ohrpolster kleiner ist, drückt der Lautsprecher aufs Ohr.
Der Unterschied zu Systemen wie dem Caberg Pro Speak EVO oder dem Schuberth SC2 ist die Wahlfreiheit. Beim Y.10 lässt sich ein Set kaufen, das man vielleicht schon besitzt, statt das passende System des Herstellers zu ordern. Der Nachteil ist die Optik: Fremdsysteme sitzen außen an der Schale und erzeugen dort Turbulenz.
Was der Y.10 kostet
127,49 Euro sind der Straßenpreis für die Ausführung Plain bei Helm Express*, der Streichpreis liegt bei 149,99 Euro. Die Dekorlinien decken eine ungewöhnlich breite Spanne ab.
| Ausführung | Straßenpreis |
|---|---|
| Y.10 Core (Einstiegsdekor) | 101,99 € |
| Y.10 Stiletto | 110,49 € |
| Y.10 Plain (Unifarben) | 127,49 € |
| Y.10 Artville | 127,49 € |
| Y.10 Sunny | 135,99 € |
| Y.10 Midtown | 152,99 € |
| Y.10 Cali | 161,49 € |
Straßenpreise Helm Express, Stand 31. August 2026. Wer nur die Funktion will, greift zur Ausführung Core und spart 25 Euro gegenüber Plain. Die Technik ist in allen Ausführungen dieselbe.
Für wen der Y.10 passt
Er passt für alle, die bei anderen Herstellern zwischen den Größen stehen, für Fahrer mit sehr kleinem oder sehr großem Kopf und für Trike-Fahrer, deren Fahrzeug eine klassische Linie hat und deren Helm dazu passen soll. Die Kombination aus sieben Größen, langem Visier und Sonnenblende deckt diesen Einsatz ab.
Er passt weniger für Fahrer, die auf jedes Gramm achten oder viel bei Hitze unterwegs sind: Ohne ausgewiesene Hinterkopfentlüftung bewegt sich die Luft im Helm weniger als beim Caberg. Wer Gewicht und Belüftung höher gewichtet als Größenauswahl und Optik, nimmt den Caberg Riviera V4X für 22 Euro weniger.
Der Y.10 im Umfeld der Preisklasse
| Modell | Bauart | Straßenpreis ab | Gewicht | Größen |
|---|---|---|---|---|
| NEXX Y.10 Plain | Jethelm | 127,49 € | ca. 1.325 g | XXS bis XXL (7) |
| MT Le Mans 2 SV S | Jethelm | 83,96 € | ca. 1.150 g | XS bis XXL (6) |
| Caberg Riviera V4X | Jethelm | 104,99 € | ab 1.100 g | XS bis XXL (6) |
| LS2 OF603 Infinity II | Jethelm | 179,00 € | ca. 1.400 g | XS bis 3XL (7) |
| Schuberth J2 | Jethelm | 469,00 € | ca. 1.520 g | 53 bis 65 (7) |
Straßenpreise Helm Express, Stand 31. August 2026. Der Y.10 sitzt in der Mitte des Felds, und sein Alleinstellungsmerkmal ist die Größe XXS am unteren Ende. Für Fahrerinnen mit 51 oder 52 Zentimetern Kopfumfang wird die Auswahl sonst sehr dünn.
Fazit
Der NEXX Y.10 Plain ist die richtige Wahl für alle, die woanders keine passende Größe finden, und für alle, denen die klassische Jethelm-Optik am Trike wichtig ist. Sieben Größen, langes Visier, integrierte Sonnenblende und eine Vorbereitung für universelle Sprechanlagen ergeben ein stimmiges Paket zum mittleren Preis.
Die 1.325 Gramm und die fehlende Hinterkopfentlüftung sind der Preis dafür. Wer leichter und besser belüftet fahren will, spart 22 Euro und nimmt den Caberg Riviera V4X. Wer die Faserschale und ein beiliegendes Pinlock will, legt 52 Euro drauf und greift zum LS2 OF603 Infinity II. Wie sich Helmpflicht und Gurtausnahme auf dem Trike verhalten, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.
Häufige Fragen
Ist der NEXX Y.10 auf dem Trike zugelassen?
Ja. § 21a Abs. 2 StVO verlangt auf offenen dreirädrigen Kraftfahrzeugen über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit einen geeigneten Schutzhelm und nennt keine Bauform. Als geeignet gilt ein Helm mit Genehmigung nach ECE-Regelung Nr. 22, und der Y.10 trägt die aktuelle Fassung 22.06. Welche Trikes überhaupt unter die Helmpflicht fallen, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.
Wie schwer ist der NEXX Y.10 wirklich?
NEXX und Helm Express geben übereinstimmend 1.325 Gramm mit 50 Gramm Toleranz an. Eine Amazon-Listung nennt rund 1.177 Gramm. Die Abweichung von fast 150 Gramm lässt sich nicht auflösen, im Zweifel gilt die Herstellerangabe. Damit ist der Y.10 der schwerste Helm im Feld der Jethelme zwischen 80 und 180 Euro, der Caberg Riviera V4X wiegt ab 1.100 Gramm.
Für welche Kopfumfänge gibt es den Y.10?
NEXX führt sieben Größen von XXS bis XXL. Das ist die breiteste Auswahl in dieser Preisklasse, viele Wettbewerber beginnen erst bei XS und enden bei XXL mit fünf oder sechs Größen. Für sehr kleine und sehr große Köpfe ist der Y.10 damit oft der einzige Jethelm, der überhaupt in Frage kommt. Zwei Schalengrößen decken diese sieben Helmgrößen ab.
Hat der Y.10 eine Sonnenblende?
Ja. Das Datenblatt von NEXX nennt ein langes klares und kratzfestes Visier plus eine integrierte Sonnenblende, die der Hersteller als ultrabreit beschreibt. Im Ausstattungsfeld von Helm Express taucht die Blende nicht auf, in der Produktbeschreibung desselben Händlers dagegen schon. Bei Retro-Jethelmen ist eine integrierte Blende keineswegs die Regel, viele klassisch gestaltete Modelle haben nur das Außenvisier.
Passt eine Sprechanlage in den NEXX Y.10?
Ja, der Helm ist für universelle Bluetooth-Systeme mit Lautsprechern bis 45 Millimeter Durchmesser vorbereitet. Das ist praktischer als eine Bindung an ein Herstellersystem, weil sich gängige Sets von Drittanbietern verbauen lassen. Die Aussparungen für die Lautsprecher sitzen in den Ohrpolstern, die Basis wird seitlich montiert.
Was kostet der NEXX Y.10 Plain aktuell?
Bei Helm Express kostet die Ausführung Plain 127,49 Euro (Stand 31. August 2026), der Streichpreis liegt bei 149,99 Euro. Die Dekorlinien kosten zwischen rund 110 und 162 Euro, je nach Motiv: Stiletto ab 110,49 Euro, Artville 127,49 Euro, Sunny 135,99 Euro, Midtown 152,99 Euro und Cali 161,49 Euro. Der Helm ist auch bei Amazon gelistet.
Ist der Y.10 ein Retro-Helm oder ein moderner Jethelm?
NEXX gestaltet den Y.10 im klassischen Jethelm-Stil, baut aber moderne Technik hinein: Polyfusion-Schale nach ECE 22.06, integrierte Sonnenblende, langes Visier und Sprechanlagen-Vorbereitung. Die Optik zielt auf Custom- und Cruiser-Fahrer, die Ausstattung auf den Alltag. Auf einem Trike mit klassischer Linie passt diese Kombination besser zusammen als ein sportlich gezeichneter Helm.
Beschlägt das Visier ohne Pinlock?
Bei feuchtem Wetter und niedrigen Temperaturen beschlägt jedes Visier ohne Antibeschlagscheibe. Der Y.10 hat keine Pinlock-Vorbereitung. Beim Jethelm entweicht ein Teil der Atemluft nach unten ins Freie, das entschärft das Problem gegenüber geschlossenen Bauformen. Wer im Herbst und Winter viel unterwegs ist, greift zu Antibeschlag-Spray oder einer aufklebbaren Nachrüstscheibe.
Y.10 oder Caberg Riviera V4X?
Der Caberg ist rund 200 Gramm leichter, hat die vollständigere Belüftung mit zwei Auslässen und kostet 22 Euro weniger. Der NEXX bietet dafür sieben statt sechs Größen ab XXS, die deutlich größere Farb- und Dekorauswahl und eine Vorbereitung für universelle Sprechanlagen statt für ein Herstellersystem. Wer einen sehr kleinen oder sehr großen Kopf hat oder die Retro-Optik sucht, nimmt den Y.10.
Wie lange hält der Helm?
Die übliche Empfehlung lautet fünf bis sieben Jahre ab Produktionsdatum, das auf einem Aufkleber im Innenfutter steht. Das Innenfutter des Y.10 ist antibakteriell ausgeführt, herausnehmbar und waschbar, was die Nutzungsdauer praktisch verlängert. Nach einem Sturz mit Kopfaufschlag gehört jeder Helm ausgetauscht, auch wenn die Schale unbeschädigt aussieht: Das EPS darunter arbeitet einmal und bleibt danach verformt.