LS2 OF603 Infinity II

Jethelm · LS2

LS2 OF603 Infinity II (Jethelm)

  • Vier Schalengrößen und EPS in fünf Dichten: die feinste Größenabstufung im Jethelm-Feld unter 200 Euro
  • HPFC-Faserschale statt Thermoplast, LS2 nennt 1.400 Gramm für die Standardausführung
  • Pinlock 70 Maxvision liegt bei, bei den meisten Wettbewerbern dieser Klasse fehlt die Antibeschlagscheibe
  • Notfall-Entriegelung für die Wangenpolster, damit lässt sich der Helm nach einem Sturz abnehmen, ohne den Kopf zu bewegen
  • Sieben Größen von XS bis 3XL, dazu Metall-Ratschenverschluss mit magnetischer Zuglasche

Preise: Stand 03.09.2026, ohne Gewähr

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Rezension der trike-magazin.de-Redaktion · Veröffentlicht am 31. August 2026

Technische Daten

Helmtyp Jethelm mit langem Doppelvisier und integrierter Sonnenblende
Norm ECE-R 22.06
Außenschale HPFC, High Performance Fiberglass Composite (Glasfaser-Harz-Verbund)
Innenschale EPS in mehreren Dichten, in fünf Größen ausgeführt, mit Luftkanälen
Schalengrößen 4
Größen XS bis 3XL, sieben Größen
Gewicht 1.400 g ± 50 g; Carbon-Ausführung 1.300 g ± 50 g (LS2)
Visier lang, doppelt gekrümmt, optische Klasse A, kratz- und UV-fest, mit Schnellwechsel und Verriegelung
Sonnenblende integriert
Antibeschlag Pinlock 70 Maxvision im Lieferumfang
Belüftung Oberkopfeinlässe, kanalisiertes EPS, Auslass am Hinterkopf
Verschluss mikrometrischer Metall-Ratschenverschluss mit magnetischer Zuglasche
Notfallsystem Emergency Release für die Wangenpolster, dazu Metall-Sicherheitsplatte
Innenausstattung X-Static Silver Liner, hypoallergen, atmungsaktiv, lasergeschnitten, herausnehmbar und waschbar
Sichtbarkeit reflektierendes Sicherheits-Badge
Farben Solid in matt schwarz, grau, blau und weiß; Carbon-Ausführung ab 288,90 €
Artikelnummer Helm Express 132095
EAN (matt schwarz) 6923221130667
Listenpreis 199,00 € (Streichpreis Helm Express)
Straßenpreis ab 179,00 € (Helm Express, Stand 31.08.2026)

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Vier Schalengrößen für sieben Helmgrößen: kein anderer Jethelm unter 200 Euro baut so fein abgestuft, das entscheidet über Passform und Bauvolumen
  • Pinlock 70 Maxvision liegt bei, dieser Posten kostet bei Wettbewerbern 25 bis 39 Euro extra
  • HPFC-Faserschale statt gespritztem Thermoplast, bei gleicher Steifigkeit weniger Wandstärke
  • Emergency Release: Rettungskräfte ziehen die Wangenpolster heraus und nehmen den Helm ab, ohne die Halswirbelsäule zu bewegen
  • Optische Klasse A beim Visier, dazu Schnellwechsel und Verriegelung gegen selbsttätiges Öffnen
  • X-Static Silver Liner wirkt gegen Geruchsbildung, das Futter ist lasergeschnitten und waschbar
  • Größe 3XL im Programm, für große Köpfe wird die Auswahl bei Jethelmen sonst dünn

Das spricht dagegen

  • Mit rund 1.400 Gramm der schwerste Jethelm unter 200 Euro in diesem Vergleich, die Faserschale spart hier kein Gewicht
  • LS2 weist keinen Geräuschpegel aus, ein belastbarer Wert zur Aeroakustik fehlt
  • Keine ab Werk vorbereitete Sprechanlage, Bluetooth-Sets werden außen montiert
  • Die Carbon-Ausführung spart nur 100 Gramm und kostet dafür rund 110 Euro Aufpreis
  • Der Preisabstand zum Caberg Riviera V4X beträgt 74 Euro, die Mehrausstattung muss man wirklich brauchen

Bewertung im Detail

Sicherheit & Zulassung 4,5
Komfort & Passform 4,5
Ausstattung 4,5
Preis-Leistung 4,5

Gesamtwertung: 4,5 / 5

Der Infinity II ist der Jethelm, bei dem LS2 die Ausstattungsliste eines Touring-Integralhelms in eine offene Bauform übertragen hat. Vier Schalengrößen, Faserschale, beiliegendes Pinlock und ein Notfall-Entriegelungssystem sind Merkmale, die in dieser Preisklasse sonst einzeln vorkommen. Diese Einordnung stützt sich auf die Angaben von LS2, die Händlerdaten von Helm Express und die Prüfkriterien der ECE-Regelung Nr. 22 in der Fassung 22.06.

Vier Schalengrößen: der teuerste Satz im Datenblatt

Ein Helmhersteller entscheidet früh, wie viele Außenschalen er baut. Jede kostet ein eigenes Werkzeug, eine eigene Zulassungsprüfung und eigene Lagerhaltung. Deshalb liegt der Standard in dieser Preisklasse bei zwei Schalen, und selbst Premium-Klapphelme wie der Schuberth C5 kommen mit zweien aus.

LS2 baut vier. Für den Träger heißt das: Der Abstand zwischen der kleinsten und der größten Kopfgröße, die auf derselben Schale sitzen, halbiert sich. Wer XS trägt, bekommt eine Schale, die für XS und S ausgelegt ist, und keine, die bis L mitgehen muss. Das Ergebnis ist ein Helm, der weniger aufträgt, weniger Hebel am Nacken erzeugt und dessen Innenschale näher an der Kopfform liegt. Dazu kommt EPS in fünf Dichtestufen, die Innenschale ist also ebenfalls nach Größe abgestimmt statt nur beschnitten.

HPFC: Faserverbund im Jethelm

Die Außenschale besteht aus HPFC, einem High Performance Fiberglass Composite aus Hochleistungsglasfaser und organischem Harz. Gegenüber gespritztem Thermoplast, wie ihn der Caberg Riviera V4X und der NEXX Y.10 verwenden, erreicht Faserverbund dieselbe Steifigkeit mit weniger Wandstärke, und er verteilt die Aufprallenergie großflächiger, statt sie punktuell weiterzugeben.

Auf der Waage sieht man davon zunächst nichts: 1.400 Gramm sind der höchste Wert unter den Jethelmen dieses Vergleichs unter 200 Euro. Der Grund steht auf der Ausstattungsliste. Doppelvisier mit Verriegelung, Sonnenblende, Metall-Ratschenverschluss, Metall-Sicherheitsplatte und das Notfallsystem wiegen zusammen mehr, als die Faserschale gegenüber ABS einspart.

Das Pinlock im Karton ist bares Geld

LS2 legt ein Pinlock 70 Maxvision bei. Maxvision heißt, dass die Scheibe bis an den Rand des Sichtfelds reicht, statt nur einen Ausschnitt in der Mitte abzudecken. Der Wert dieses Zubehörs wird regelmäßig unterschätzt: Als Ersatzteil kostet eine solche Scheibe zwischen 25 und 39 Euro.

Der Vergleich innerhalb dieser Rezensionsreihe fällt deutlich aus. Beim MT Le Mans 2 SV S und beim Caberg Riviera V4X gibt es nicht einmal die Vorbereitung, also keine Stifte im Visier. Selbst der Schuberth J2 für 469 Euro ist nur pinlockvorbereitet, die Scheibe muss dort dazugekauft werden. Rechnet man das Pinlock heraus, schrumpft der Preisabstand des Infinity II zum Caberg von 74 auf rund 40 Euro.

Emergency Release: das Detail, das man nie braucht

An den Wangenpolstern sitzen zwei rote Laschen. Zieht man daran, lassen sich die Polster seitlich herausziehen, und der Helm gleitet danach vom Kopf, ohne dass jemand den Kopf anheben oder drehen muss. Gedacht ist das für Rettungskräfte am Unfallort, wo der Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung jede Bewegung des Kopfes zum Risiko macht.

Bei Sporthelmen und Premium-Tourern gehört ein solches System inzwischen dazu, bei Jethelmen unter 200 Euro ist es die Ausnahme. Dazu kommt eine Metall-Sicherheitsplatte, die die Kinnriemenbefestigung in der Schale verstärkt, also genau die Stelle, an der beim Aufprall gezogen wird.

Visier und Belüftung im Detail

Das Visier ist doppelt gekrümmt, lang und nach optischer Klasse A eingestuft, der höchsten Stufe für Verzerrungsfreiheit. Ein Schnellwechselsystem erlaubt den Tausch ohne Werkzeug, eine Verriegelung verhindert, dass das Visier sich bei Fahrtwind selbsttätig öffnet. Für einen Jethelm, bei dem der Wind unter der Visierkante angreift, ist diese Verriegelung mehr als Komfort.

Die Belüftung arbeitet mit Einlässen am Oberkopf, Luftkanälen im EPS und einem Auslass am Hinterkopf. Kanäle im EPS führen die einströmende Luft über den Kopf, statt sie zwischen Futter und Schale stehen zu lassen. Auf dem Trike, wo der Fahrtwind ohne Verkleidung direkt am Helm anliegt, arbeitet dieses System bereits bei niedrigem Tempo.

Was der Infinity II kostet

179,00 Euro sind der Straßenpreis für die Ausführung Solid bei Helm Express*, der Streichpreis liegt bei 199,00 Euro.

AusführungStraßenpreis
OF603 Infinity II Solid179,00 €
OF603 Infinity II Carbon Solid288,90 €
OF603 Infinity II Carbon Urus308,90 €
Pinlock 70 Maxvisionim Lieferumfang
Universal-Bluetooth-Set (Nachrüstung)ab rund 60 €

Die Carbon-Ausführung kostet rund 110 Euro mehr und spart 100 Gramm. Das ist gut ein Euro pro Gramm bei ansonsten identischer Ausstattung, eine Rechnung, die sich nur für Vielfahrer auf langen Etappen trägt.

Für wen der Infinity II passt

Er passt für Trike-Fahrer, die den Jethelm als Haupthelm nutzen und damit auch längere Touren fahren. Vier Schalengrößen, Pinlock, Notfallsystem und optische Klasse A sind Ausstattungsmerkmale, die sich erst über Stunden im Sattel auszahlen. Er passt außerdem für große Köpfe: Größe 3XL führen im Jethelm-Segment nur wenige Hersteller.

Er passt weniger für Fahrer, die den Helm nur für kurze Wege brauchen. Wer zehnmal im Jahr zum Eisdielentreffen fährt, bekommt beim Caberg Riviera V4X für 74 Euro weniger einen leichteren Helm mit derselben Norm. Der Aufpreis kauft Passform und Ausstattung, keine höhere Zulassungsstufe.

Der Infinity II im Umfeld der Preisklasse

ModellBauartStraßenpreis abSchalenPinlock
LS2 OF603 Infinity IIJethelm179,00 €4liegt bei (70 Maxvision)
MT Le Mans 2 SV SJethelm83,96 €2keine Vorbereitung
Caberg Riviera V4XJethelm104,99 €2keine Vorbereitung
NEXX Y.10 PlainJethelm127,49 €2keine Vorbereitung
Schuberth J2Jethelm469,00 €k. A.vorbereitet, Scheibe extra
LS2 FF901 Advant XKlapphelm398,90 €k. A.liegt bei (120XLT)

Straßenpreise Helm Express, Stand 31. August 2026. Der Infinity II ist der einzige Helm in diesem Feld, der vier Schalengrößen und ein beiliegendes Pinlock kombiniert, und er tut das zu einem Preis, der 290 Euro unter dem Premium-Jethelm liegt.

Fazit

Der LS2 OF603 Infinity II ist der beste Jethelm unter 200 Euro für Trike-Fahrer, die viel fahren. Vier Schalengrößen sind der Konstruktionsschritt, der die Passform am stärksten verbessert, und LS2 geht ihn als einziger in dieser Preisklasse. Pinlock im Karton, Notfall-Entriegelung und optische Klasse A vervollständigen ein Paket, das gegen deutlich teurere Helme antritt.

Die 1.400 Gramm bleiben der Preis dafür, und ein ausgewiesener Geräuschwert fehlt. Wer leichter fahren will, greift zum Caberg Riviera V4X, wer die ausgewiesene Aeroakustik und ein abnehmbares Kinnteil braucht, zum Schuberth J2. Für die Sonntagsrunde reicht der MT Le Mans 2 SV S zum halben Preis. Wie sich Helmpflicht und Gurtausnahme auf dem Trike verhalten, steht im Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike; die laufenden Kosten rechnet der Überblick zu den Unterhaltskosten durch.

Häufige Fragen

Ist der LS2 OF603 Infinity II auf dem Trike zugelassen?

Ja. § 21a Abs. 2 StVO verlangt auf offenen dreirädrigen Kraftfahrzeugen über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit einen geeigneten Schutzhelm, ohne die Bauform vorzuschreiben. Geeignet ist ein Helm mit Genehmigung nach ECE-Regelung Nr. 22, und der Infinity II trägt die aktuelle Fassung 22.06. Ob auf deinem Fahrzeug Helmpflicht besteht oder ein angelegter Gurt sie aufhebt, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.

Warum sind vier Schalengrößen wichtig?

Weil sie darüber entscheiden, wie viel Helm über dem Kopf sitzt. Bei zwei Schalen für sieben Größen bekommt der kleinste Kopf eine Schale, die für zwei bis drei Nummern größer mit ausgelegt ist, und trägt entsprechend Volumen und Hebel. Vier Schalen halbieren diese Spreizung. Für die Passform ist das der wirksamste Konstruktionsschritt, den ein Hersteller gehen kann, und er kostet ihn vier Werkzeugsätze statt zwei.

Ist beim Infinity II ein Pinlock dabei?

Ja, ein Pinlock 70 Maxvision gehört zum Lieferumfang. Maxvision bedeutet, dass die Scheibe bis an den Rand des Sichtfelds reicht statt nur den mittleren Bereich abzudecken. Bei Wettbewerbern kostet die Scheibe zwischen 25 und 39 Euro extra, beim MT Le Mans 2 SV S und beim Caberg Riviera V4X gibt es nicht einmal die Vorbereitung dafür.

Wie schwer ist der LS2 OF603 Infinity II?

LS2 gibt 1.400 Gramm mit 50 Gramm Toleranz für die Standardausführung an, die Carbon-Version wiegt 1.300 Gramm. Damit ist der Infinity II der schwerste Jethelm unter 200 Euro in diesem Vergleich. Der Grund liegt in der Ausstattung: Doppelvisier, Sonnenblende, Metallverschluss, Notfallsystem und Metall-Sicherheitsplatte wiegen zusammen mehr, als die Faserschale einspart.

Was ist das Emergency Release System?

Zwei rote Laschen an den Wangenpolstern. Rettungskräfte ziehen daran, die Polster lassen sich seitlich herausnehmen, und der Helm gleitet danach vom Kopf, ohne dass die Halswirbelsäule bewegt werden muss. Bei einem Sturz mit Verdacht auf Wirbelsäulenverletzung ist genau das der kritische Moment. Bei Jethelmen unter 200 Euro ist ein solches System die Ausnahme.

Passt eine Sprechanlage in den Infinity II?

LS2 weist keine ab Werk vorbereitete Anlage aus. Universelle Bluetooth-Sets lassen sich montieren, die Lautsprecher finden in den Aussparungen der Ohrpolster Platz, die Basis wird seitlich an der Schale befestigt. Wer eine Werkslösung möchte, findet sie beim Schuberth J2 mit der SC2-Vorbereitung oder beim Caberg Riviera V4X mit dem Pro Speak EVO.

Was kostet der LS2 OF603 Infinity II aktuell?

Bei Helm Express kostet die Ausführung Solid 179,00 Euro (Stand 31. August 2026), der Streichpreis liegt bei 199,00 Euro. Die Carbon-Ausführung steht bei 288,90 Euro, die Carbon-Variante Urus bei 308,90 Euro. Der Helm ist auch bei Amazon gelistet. Für den Aufpreis zur Carbon-Version bekommt man 100 Gramm weniger Gewicht bei identischer Ausstattung.

Lohnt sich die Carbon-Ausführung?

Rechnerisch selten. Rund 110 Euro Aufpreis für 100 Gramm weniger Gewicht ergibt gut einen Euro pro Gramm. Ausstattung, Visier, Sonnenblende, Verschluss und Innenfutter sind identisch. Wer täglich lange Etappen fährt und jedes Gramm im Nacken spürt, kann den Aufpreis rechtfertigen; für Wochenendfahrten auf dem Trike bleibt die Standardausführung die vernünftigere Wahl.

Infinity II oder ein Klapphelm?

Der Infinity II ist der Jethelm mit der besten Touring-Ausstattung unter 200 Euro, aber Kinn und Gesicht bleiben frei. Wer regelmäßig Autobahn und lange Etappen fährt, bekommt beim LS2 FF901 Advant X aus demselben Haus für rund 220 Euro Aufpreis einen Klapphelm mit P/J-Doppelzulassung, dessen Kinnteil sich komplett in den Nacken dreht. Auf Landstraße, Stadtstrecke und Sonntagsrunde spielt der Jethelm seine Vorteile bei Sicht und Luft aus.

Für welche Kopfumfänge gibt es den Helm?

LS2 führt sieben Größen von XS bis 3XL. Am oberen Ende ist das die Ausnahme im Jethelm-Segment: Die meisten Wettbewerber enden bei XXL. Vier Schalengrößen verteilen sich auf diese sieben Helmgrößen, dazu kommt EPS in fünf Dichtestufen. Gemessen wird der Kopfumfang waagerecht, etwa zwei Zentimeter über den Augenbrauen.

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