Five Kansas

Lederhandschuh · Five

Five Kansas (Lederhandschuh)

  • Zertifiziert nach EN 13594:2015 mit KP1, der Knöchelprotektor ist geprüft
  • Vollnarbiges Ziegenleder an Schaft und Handfläche, perforiert am Handrücken
  • Einteilige Schutzschale über den Knöcheln, unter dem Leder verborgen
  • Doppelter Verschluss aus Reißverschluss und Klettlasche am Schaft
  • Drei Farben (Schwarz, Braun, Gold) und sieben Größen von 07/XS bis 13/3XL

Preise: Stand 03.09.2026, ohne Gewähr

Affiliate-Links sind mit einem Sternchen (*) gekennzeichnet.

Rezension der trike-magazin.de-Redaktion · Veröffentlicht am 30. August 2026

Technische Daten

Handschuhtyp kurzer Lederhandschuh im Custom-Schnitt
Norm EN 13594:2015, PSA-Kategorie II
Schutzstufe KP1 (geprüfter Knöchel-Aufprallschutz, Leistungsstufe 1)
Obermaterial vollnarbiges Ziegenleder, am Handrücken perforiert
Handfläche vollnarbiges Ziegenleder
Knöchelschutz einteilige PVC-Schale unter dem Leder
Verstärkung Handballen Rindsleder-Panel mit Memory-Schaum und Logo-Prägung
Fingerpolsterung Polster über den Fingergliedern
Nähte Außennähte an den Fingern
Verschluss Reißverschluss plus Klettlasche, Anziehschlaufe
Faltenbalg Lederbalg an Fingern und Daumen, elastische Manschette
Touchscreen Touch-Screen-System am Zeigefinger
Passform Regular Fit
Wasserdicht nein, keine Membran
Thermofutter nein
Größen 07/XS bis 13/3XL, sieben Größen
Farben Schwarz, Braun, Gold
Artikelnummer Helm Express 608061
EAN (Schwarz, Größe XL) 4770916485265
UVP laut Five 79,90 €
Straßenpreis 63,92 € (Helm Express)

Stärken und Schwächen

Das spricht dafür

  • Vollnarbiges Ziegenleder an Schaft und Handfläche: die oberste, dichteste Lederschicht bleibt erhalten, das ist die abriebfeste Variante
  • Die Knöchelschale sitzt unter dem Leder statt darauf, der Handschuh bleibt optisch schlicht und trägt trotzdem KP1
  • Rindsleder mit Memory-Schaum am Kleinfingerballen, genau die Stelle, die beim Abstützen zuerst aufsetzt
  • Doppelter Verschluss aus Reißverschluss und Klett hält den Schaft fest am Handgelenk
  • Außennähte an den Fingern, innen liegt keine Naht auf der Haut, das macht auf langen Etappen einen Unterschied
  • Drei Farben inklusive Braun, was zu klassischen Trikes und Custom-Umbauten optisch passt
  • 63,92 Euro für einen zertifizierten Vollleder-Handschuh mit geprüftem Knöchelschutz

Das spricht dagegen

  • Leistungsstufe 1: die Abriebprüfung verlangt im Mittel gut vier Sekunden statt der acht Sekunden von Stufe 2
  • Kein Regenschutz und keine Isolierung, Leder saugt sich voll und trocknet danach hart, wenn es nicht gepflegt wird
  • Ein neuer Lederhandschuh braucht Einlaufzeit, in den ersten Betriebsstunden sitzt er stramm
  • Touchscreen nur am Zeigefinger, für längere Eingaben am Display reicht das nicht
  • Five weist kein Gewicht aus, ein Vergleich zu Textilhandschuhen fehlt damit
  • Die Perforation sitzt nur am Handrücken, die Handfläche bleibt geschlossen und staut bei Hitze Wärme unter dem Griff

Bewertung im Detail

Sicherheit & Zulassung 3,5
Ausstattung 3,5
Komfort & Passform 4,0
Preis-Leistung 4,5

Gesamtwertung: 3,9 / 5

Ein Trike mit klassischer Linie und ein Handschuh mit aufgesetzter Kunststoffkappe über den Knöcheln passen optisch selten zusammen. Genau in diese Lücke baut Five den Kansas: ein Handschuh aus vollnarbigem Ziegenleder, dessen Schutzschale unter dem Leder verschwindet. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von Five, die Händlerangaben von Helm Express und die Zertifizierung nach EN 13594:2015.

Vollnarbiges Ziegenleder: warum die Materialangabe zählt

Bei Leder entscheidet die Schnittführung durch die Haut über die Festigkeit. Vollnarbig heißt, dass die oberste Hautschicht mit ihrer natürlichen Narbung erhalten bleibt. Diese Schicht hat die dichteste Faserstruktur, und genau sie fehlt bei korrigiertem oder gespaltenem Leder, dem für die gleichmäßige Optik die Oberfläche abgeschliffen wurde.

Ziegenleder bringt eine zweite Eigenschaft mit: eine hohe Zugfestigkeit bei geringer Materialstärke. Das erlaubt einen dünnen, beweglichen Handschuh, der am Griff Rückmeldung gibt, ohne an Reißfestigkeit zu verlieren. Für einen Handschuh, der bei Hitze getragen wird, ist die geringe Dicke ebenso wichtig wie die Festigkeit.

Am Handrücken ist das Leder perforiert. Die Löcher lassen Fahrtwind an die Haut, und auf dem Trike kommt dieser Wind ungebremst an, weil keine Verkleidung davor sitzt. Die Handfläche bleibt geschlossen, dort geht Grip vor Belüftung.

Die Schale unter dem Leder

Über den Fingerknöcheln sitzt eine einteilige Schutzschale aus PVC, verborgen unter dem Leder. Diese Bauweise ist der Grund, warum der Kansas aussieht wie ein Fahrhandschuh aus den Siebzigern und trotzdem die Kennzeichnung KP1 trägt.

Technisch ist die verdeckte Schale ein Kompromiss mit Ansage. Eine aufgesetzte Hartschale verteilt einen Schlag über eine größere Fläche und rutscht besser über Asphalt. Eine verdeckte Schale muss durch das Leder hindurch arbeiten, dafür trägt sie nicht auf und blockiert die Bewegung der Faust nicht. Für einen Handschuh, mit dem am Lenker eines Trikes über Stunden Hebel und Griff umfasst werden, ist die zweite Lösung die alltagstauglichere.

Am Kleinfingerballen sitzt ein Panel aus Rindsleder mit Memory-Schaum. Das ist die Stelle, mit der die Hand beim Sturz zuerst auf den Boden kommt, weil der Reflex sie zum Abstützen nach vorn schiebt. Rindsleder ist dicker und robuster als Ziegenleder, an dieser einen Stelle ist der Materialwechsel begründet.

KP1: was die Kennzeichnung wirklich aussagt

Der Kansas trägt die Zertifizierung nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II mit der Kennzeichnung KP1. Die Norm prüft Abriebfestigkeit, Nahtfestigkeit, Reißfestigkeit, Schnittfestigkeit sowie Passform und Verschlusssystem.

PrüfpunktStufe 1Stufe 2
Abrieb je Durchgangmind. 3 smind. 6 s
Abrieb im Mittelüber 4 smind. 8 s
Knöchelprotektorfreiwillig, Kennzeichnung KPPflicht, Restkraft unter 4 kN
typischer EinsatzStadt, Touren, Sommerhohe Geschwindigkeit, Sport

Auf Stufe 1 wäre ein geprüfter Knöchelprotektor keine Pflicht. Das KP hinter der Stufenangabe belegt, dass die Schale die Aufprallprüfung durchlaufen hat. Bei einem Handschuh, der optisch bewusst zurückhaltend gebaut ist, ist das die relevante Information: Der Schutz ist da, er ist nur nicht zu sehen.

Außennähte und Faltenbalg: Details, die auf langen Etappen zählen

Die Finger des Kansas sind mit Außennähten gearbeitet. Innen liegt damit keine Nahtkante auf der Haut. Auf einer Feierabendrunde merkt niemand den Unterschied, auf einer Tagestour mit sechs Stunden am Lenker schon, weil eine Innennaht an der Fingerkuppe genau dort scheuert, wo der Griff Druck ausübt.

Dazu kommen Lederbalgen an Fingern und Daumen und eine elastische Manschette. Ein Faltenbalg ist ein eingesetztes Lederstück, das sich beim Beugen aufzieht, statt zu spannen. Das verkürzt die Einlaufphase, die ein Lederhandschuh grundsätzlich braucht, und hält die Faust auch mit neuem Handschuh schließbar.

Der Verschluss arbeitet doppelt: Reißverschluss am Schaft plus Klettlasche, dazu eine Anziehschlaufe. Der Reißverschluss macht das Anziehen leicht, die Klettlasche zieht den Schaft danach fest ans Handgelenk. Diese Kombination ist konstruktiv wichtiger, als sie klingt, weil die EN 13594 das Verschlusssystem ausdrücklich prüft: Ein Handschuh, der sich beim Rutschen von der Hand zieht, verliert seine gesamte Wirkung.

Wo der Kansas an seine Grenze kommt

Zwei Grenzen sind klar benannt und folgen aus der Bauweise. Die erste ist Regen. Der Kansas hat keine Membran, und der perforierte Handrücken lässt Wasser direkt durch. Leder saugt sich voll, wird schwer und trocknet ohne Pflege hart. Wer im Regen fährt, braucht ein zweites Paar, zum Beispiel den Five Spark WP mit teilverklebter Membran für denselben Preis.

Die zweite ist Hitze in der Handfläche. Die Perforation sitzt nur am Handrücken, die Innenfläche ist geschlossenes Leder. Unter dem Griff staut sich bei 30 Grad Wärme, die ein durchgehend belüfteter Handschuh wie der Five TFX3 ableitet. Dafür gibt der Kansas dort mehr Rückmeldung, wo Leder auf Gummi trifft.

Pflege: der Punkt, an dem sich Leder entscheidet

Ein Textilhandschuh geht in die Waschmaschine und ist fertig. Bei Leder hängt die Lebensdauer an der Pflege, und das ist beim Kansas kein Nebenthema, weil das gesamte Obermaterial aus Leder besteht.

Die Regel ist einfach: nass gewordenes Leder langsam bei Raumtemperatur trocknen, nie auf der Heizung und nie in der Sonne. Danach Lederfett oder Lederbalsam, sonst verhärtet die Faser und bricht an den Beugestellen. Wer das zweimal im Jahr macht, hat einen Handschuh, der viele Saisons hält und dabei besser aussieht als am ersten Tag. Wer es nie macht, hat nach zwei nassen Jahren einen steifen Handschuh, dessen Nähte reißen.

Was der Kansas kostet und wo er im Feld steht

Bei Helm Express* steht der Kansas mit 63,92 Euro in der Liste, die UVP von Five liegt bei 79,90 Euro. Bei Amazon* schwankt der Preis je nach Größe und Farbe deutlich, für Größe L waren zuletzt rund 83 Euro aufgerufen.

Für einen zertifizierten Vollleder-Handschuh mit geprüftem Knöchelschutz sind knapp 64 Euro ein guter Kurs. Nach unten hin, unter 40 Euro, finden sich Lederhandschuhe ohne KP-Kennzeichnung und ohne vollnarbige Materialangabe. Nach oben, ab 130 Euro, kommen Doppellagen an den Aufprallzonen und aufwendigere Protektorkonstruktionen dazu.

Der Kansas im Umfeld des eigenen Handschuh-Satzes

ModellEinsatzPreisNormBesonderheit
Five KansasSommer, Custom63,92 €EN 13594:2015 KP1vollnarbiges Ziegenleder, Schale unter dem Leder
Five TFX3 AirflowSommer, trocken67,92 €EN 13594:2015 KP13D-Wabenmesh, Clear Vision Pad
Five Spark WPÜbergang, Regen63,92 €EN 13594:2015 KP15_DRYTECH-Membran, Handballen-Slider
Dainese Unruly Ergo-TekSommer, trocken129,00 €EN 13594:2015 Level 1Strick-Handrücken, Ergo-Tek-Knöchel
Dainese Tempest 2 D-Dry LongRegen, Kälte129,00 €EN 13594:2015 Level 1D-Dry-Membran, lange Stulpe

Preise Helm Express, Stand 30. August 2026. Die Tabelle zeigt die eigentliche Aussage: Alle fünf Modelle tragen dieselbe Norm, der Unterschied liegt im Material und in der Aufgabe. Der Kansas ist der einzige, der ohne sichtbaren Kunststoff auskommt.

Für wen der Kansas passt

Der Kansas passt zu Fahrern eines klassisch gebauten Trikes oder Custom-Umbaus, die einen zertifizierten Handschuh wollen, der nicht nach Sportgerät aussieht. Er passt für trockene Sommerfahrten und für alle, die den Grip von echtem Leder am Griff schätzen. Und er passt für ein Budget unter 70 Euro, weil er dafür vollnarbiges Leder mit geprüftem Knöchelschutz liefert.

Er passt nicht als einziger Handschuh im Schrank, weil ihm Membran und Isolierung fehlen. Er passt nicht für Fahrer, die keine Lust auf Lederpflege haben. Und er passt nicht für hohe Geschwindigkeiten auf der Landstraße, wenn die zweite Leistungsstufe gewünscht ist.

Fazit

Der Five Kansas löst eine Aufgabe, die im Handschuhregal selten sauber gelöst ist: geprüfter Schutz in einem Handschuh, der klassisch aussieht. Vollnarbiges Ziegenleder, eine Knöchelschale unter dem Leder statt darauf, Rindsleder mit Memory-Schaum an der Abstützstelle und ein doppelter Verschluss ergeben zusammen einen ehrlich gebauten Sommerhandschuh. Für 63,92 Euro ist das ein sehr guter Kurs.

Wer damit das ganze Jahr fahren will, braucht ein zweites Paar. Für Regen und kühle Tage übernimmt der Five Spark WP, für Frost der beheizte Macna Foton 2.0 RTX. Was auf dem Trike gesetzlich vorgeschrieben ist und was aus Vernunft dazugehört, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.

Häufige Fragen

Welche Zulassung hat der Five Kansas?

Der Kansas ist nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II zertifiziert und trägt die Kennzeichnung KP1. Das KP steht für Knuckle Protector und belegt, dass der Knöchelprotektor die Aufprallprüfung bestanden hat. Auf Leistungsstufe 1 wäre das keine Pflicht. Damit erfüllt der Handschuh auch die französische Handschuhpflicht nach Artikel R431-1-2 Code de la route.

Was bedeutet vollnarbiges Ziegenleder?

Vollnarbig heißt, dass die oberste Hautschicht mit der natürlichen Narbung erhalten bleibt und nicht abgeschliffen wurde. Genau diese Schicht ist die dichteste und abriebfesteste am ganzen Leder. Ziegenleder ist zusätzlich bei geringer Dicke sehr zugfest, was einen dünnen, beweglichen Handschuh mit hoher Reißfestigkeit erlaubt.

Ist der Five Kansas wasserdicht?

Nein. Der Kansas hat keine Membran, und der Handrücken ist zur Belüftung perforiert. Bei Regen läuft Wasser durch die Löcher, das Leder saugt sich voll und wird schwer. Nach dem Trocknen braucht es Lederfett oder Lederbalsam, sonst wird das Material hart und rissig. Für nasse Tage gehört ein zweites Paar mit Membran ins Gepäck.

Welche Größen und Farben gibt es beim Kansas?

Five führt sieben Größen von 07/XS bis 13/3XL in den Farben Schwarz, Braun und Gold. Gemessen wird der Handumfang unterhalb der Knöchel an der kräftigeren Hand. Helm Express hat alle drei Farben in der Spanne XS bis 3XL gelistet.

Muss man den Kansas einlaufen?

Ja. Ein neuer Lederhandschuh sitzt in den ersten Betriebsstunden stramm und passt sich erst über die Zeit der Hand an. Der Lederbalg an Fingern und Daumen und die elastische Manschette verkürzen diese Phase, ganz abnehmen können sie sie nicht. Wer nur an wenigen Wochenenden im Jahr fährt, sollte das beim Größenkauf einrechnen: Ein Handschuh, der von Anfang an locker sitzt, wird nach dem Eintragen zu weit.

Wo sitzt der Knöchelprotektor beim Five Kansas?

Über den Fingerknöcheln, als einteilige Schale aus PVC unterhalb des Leders. Der Handschuh zeigt dadurch außen keine aufgesetzte Kunststoffkappe, wie sie an Sporthandschuhen üblich ist. Für den Custom-Look ist das der entscheidende Konstruktionspunkt, der Schutz bleibt trotzdem geprüft.

Wie unterscheidet sich der Kansas vom Five TFX3?

Der Kansas ist ein Lederhandschuh mit Knöchelschale unter dem Material, der TFX3 kombiniert 3D-Wabenmesh am Handrücken mit perforiertem Ziegenleder in der Handfläche. Leder hält beim Rutschen länger und altert schöner, Mesh belüftet stärker und wiegt weniger. Beide tragen EN 13594:2015 mit KP1, der Kansas kostet 63,92 Euro, der TFX3 67,92 Euro.

Sind Motorradhandschuhe auf dem Trike in Deutschland Pflicht?

Nein. § 21a Abs. 2 StVO verlangt auf offenen dreirädrigen Kraftfahrzeugen über 20 km/h einen geeigneten Schutzhelm und nennt keine weitere Schutzkleidung. Handschuhe sind in Deutschland freiwillig. In Frankreich schreibt Artikel R431-1-2 Code de la route seit dem 20. November 2016 Handschuhe nach der Verordnung über persönliche Schutzausrüstung vor, ausdrücklich auch auf dem Motor-Dreirad und für den Beifahrer.

Was kostet der Five Kansas?

Bei Helm Express steht der Kansas mit 63,92 Euro in der Liste, die UVP von Five liegt bei 79,90 Euro. Bei Amazon schwankt der Preis je nach Größe und Farbe deutlich, für Größe L waren zuletzt rund 83 Euro aufgerufen. Für die Kaufentscheidung zählt der Betrag an der Kasse.

Passende Ratgeber zum Thema