Technische Daten
| Handschuhtyp | kurzer, belüfteter Sommerhandschuh (Trail Adventure) |
|---|---|
| Norm | EN 13594:2015, PSA-Kategorie II |
| Schutzstufe | KP1 (geprüfter Knöchel-Aufprallschutz, Leistungsstufe 1) |
| Handrücken | 3D-Wabenmesh, kombiniert mit wasserabweisendem Stretchgewebe |
| Handfläche | perforiertes Ziegenleder |
| Knöchelschutz | TPR-Schalen über den Fingerknöcheln |
| Verstärkungen | breite Kevlar-Einsätze, abriebfestes Nylon an der Handfläche |
| Griffverstärkung | Digital-PU-Auflage an Handfläche und Fingerkuppen |
| Stulpe | kurz, endet am Handgelenk |
| Verschluss | Klettriemen am Handgelenk |
| Touchscreen | Screen-System am Zeigefinger |
| Visierwischer | Clear Vision Pad am Daumen |
|---|---|
| Sichtbarkeit | retroreflektierendes Gewebe am Handgelenk |
| Wasserdicht | nein, wasserabweisendes Obermaterial ohne Membran |
| Thermofutter | nein |
| Größen | 07/XS bis 15/5XL, dreizehn Größen |
| Farben laut Hersteller | Schwarz/Grau, Grau/Neongelb, Grau/Rot, Sand/Braun |
| Artikelnummer Helm Express | 608097 |
| EAN (Schwarz/Grau, Größe XL) | 3882019111840 |
| UVP laut Five | 74,90 € |
| Straßenpreis | 67,92 € (Helm Express) |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Der Handrücken belüftet über eine dreidimensionale Wabenstruktur, die der Luft im Gewebe zusätzlich Raum zum Zirkulieren gibt
- Perforiertes Ziegenleder in der Handfläche: Ziegenleder ist von Natur aus zugfest und bleibt geschmeidig, die Löcher lassen die Handinnenfläche atmen
- KP1-Kennzeichnung, der Knöchelprotektor ist damit geprüft und nicht nur verbaut
- Kevlar an den Kanten, die beim Rutschen zuerst Kontakt haben, dazu abriebfestes Nylon in der Handfläche
- Clear Vision Pad am Daumen, auf einem Fahrzeug ohne Scheibe die praktischste Kleinigkeit am ganzen Handschuh
- Dreizehn Größen von 07 bis 15, damit kommen auch sehr große und sehr schmale Hände zu einer Passform
- Retroreflektierendes Gewebe am Handgelenk, die Hand am Lenker steht im Dunkeln direkt im Scheinwerferlicht des Nachfolgers
Das spricht dagegen
- Leistungsstufe 1 statt 2: die Abriebprüfung verlangt hier im Mittel gut vier Sekunden statt acht, für den schnellen Landstraßen-Vielfahrer ist das die untere Stufe
- Das Obermaterial ist wasserabweisend ohne Membran, ein längerer Schauer geht durch
- Die kurze Bauform lässt den Ärmelabschluss frei, bei kühlem Wind zieht es am Handgelenk
- Helm Express führt den Handschuh mit einem Streichpreis von 84,90 Euro, der über der Hersteller-UVP von 74,90 Euro liegt
- Five weist kein Gewicht aus, ein Vergleich zu anderen Sommerhandschuhen fehlt damit
- Im Handel steht überwiegend die Farbe Schwarz/Grau, die vier Herstellerfarben sind selten vollständig verfügbar
Auf dem Trike sitzen die Hände weit vorn und ungeschützt im Wind, meist ohne Verkleidung und oft ohne Scheibe. Im Sommer entscheidet deshalb weniger die Materialstärke über den Tragekomfort als die Frage, wie viel Luft durch den Handrücken kommt. Der Five TFX3 Airflow beantwortet das mit einer dreidimensionalen Wabenstruktur statt einzelner Belüftungsschlitze. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von Five, die Händlerangaben von Helm Express und die Zertifizierung nach EN 13594:2015.
Wabenmesh statt Lüftungslöcher: was das im Sommer ändert
Ein klassischer belüfteter Handschuh löst Hitze über Perforation, also über Löcher im Obermaterial und Mesh-Streifen zwischen den Fingern. Der TFX3 arbeitet mit einem dreidimensionalen Wabengewebe, das über die volle Fläche des Handrückens läuft. Der Unterschied liegt in der dritten Dimension: Ein flaches Netz lässt Luft durch, ein Wabengewebe hält zusätzlich einen Zwischenraum offen, in dem die Luft am Handrücken entlangstreichen kann.
Auf einem offenen Dreirad zahlt das doppelt. Die Anströmung kommt dort ungebremst an, weil keine Verkleidung sie vorher wegnimmt, und die aufrechte Sitzposition stellt den Handrücken fast senkrecht in den Wind. Was am verkleideten Motorrad ein Detail ist, wird bei vier Stunden Landstraße auf dem Trike zum Unterschied zwischen einer trockenen und einer schwitzenden Hand.
In der Handfläche geht Five einen anderen Weg und verbaut perforiertes Ziegenleder. Ziegenleder ist von Natur aus zugfest bei geringer Dicke und bleibt geschmeidig, ohne einlaufen zu müssen. Die Perforation lässt auch die Innenfläche atmen, dort, wo die Hand am Griff dauerhaft Kontakt hat und die Wärme sonst steht.
Kevlar an den Stellen, die beim Rutschen arbeiten
Belüftung und Abriebfestigkeit ziehen konstruktiv in verschiedene Richtungen. Ein Gewebe, das Luft durchlässt, hat weniger Material, das im Ernstfall über den Asphalt gezogen wird. Five löst das über die Verteilung: breite Kevlar-Verstärkungen liegen an den Kanten und Zonen, die beim Rutschen zuerst Kontakt bekommen, dazu kommt abriebfestes Nylon in der Handfläche.
Kevlar ist eine Aramidfaser mit hoher Zugfestigkeit und sehr guter Schnitt- und Abriebbeständigkeit. Als schmaler Einsatz in einem Mesh-Handschuh übernimmt sie genau dort Arbeit, wo das Netzgewebe zu dünn wäre, ohne die belüftete Fläche zuzubauen. Über den Fingerknöcheln sitzen zusätzlich TPR-Schalen, ein thermoplastisches Gummi, das flexibel bleibt und trotzdem einen Schlag verteilt.
KP1: was die Kennzeichnung wirklich aussagt
Der TFX3 trägt die Zertifizierung nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II mit der Kennzeichnung KP1. Die Zahl steht für die Leistungsstufe, das Kürzel KP für Knuckle Protector.
Die Norm prüft fünf Dinge: Abriebfestigkeit, Nahtfestigkeit, Reißfestigkeit, Schnittfestigkeit sowie Passform und Verschlusssystem. Die Abriebprüfung macht die Stufen greifbar.
| Prüfpunkt | Stufe 1 | Stufe 2 |
|---|---|---|
| Abrieb je Durchgang | mind. 3 s | mind. 6 s |
| Abrieb im Mittel | über 4 s | mind. 8 s |
| Knöchelprotektor | freiwillig, Kennzeichnung KP | Pflicht, Restkraft unter 4 kN |
| typischer Einsatz | Stadt, Touren, Sommer | hohe Geschwindigkeit, Sport |
Auf Stufe 1 ist ein geprüfter Knöchelprotektor keine Pflicht. Trägt ein Handschuh dieser Stufe trotzdem das KP, hat der Protektor die Aufprallprüfung durchlaufen. Genau das ist beim TFX3 der Fall, und es ist der Punkt, an dem sich ein zertifizierter Handschuh von einem mit eingenähtem Kunststoffteil unterscheidet.
Clear Vision Pad: der Wischer am Daumen
Am Daumen sitzt eine Gummileiste, die Five Clear Vision Pad nennt. Sie zieht Wasser und Insektenreste vom Visier ab, ohne dass die Hand den Lenker lange verlässt.
An diesem Detail zeigt sich, warum Motorrad-Ausrüstung auf dem Trike oft anders wirkt als am Zweirad. Der Helm ist nach § 21a Abs. 2 StVO auch auf dem offenen dreirädrigen Kraftfahrzeug über 20 km/h vorgeschrieben, eine Scheibe, die Regen und Insekten vorher abfängt, haben viele Trikes hingegen nicht. Das Visier bekommt dort in einer Stunde Abendfahrt mehr ab als am verkleideten Tourer auf der ganzen Etappe. Alles, was das Reinigen an eine Handbewegung bindet, spart einen Stopp. Welche Helme mit P/J-Zulassung dafür infrage kommen, klärt der Vergleich der Klapphelm-Rezensionen.
Dreizehn Größen: was die Spanne wert ist
Five führt den TFX3 in dreizehn Größen von 07/XS bis 15/5XL. Das ist mehr als die üblichen sieben Nummern und eine Ansage an große Hände, die sonst mit 2XL an der Obergrenze der Tabelle hängen.
Die Passform gehört bei einem Schutzhandschuh zur Schutzwirkung. Die EN 13594 prüft das Verschlusssystem ausdrücklich mit, weil ein Handschuh, der sich beim Rutschen von der Hand zieht, seine gesamte Wirkung verliert. Eine feinere Größenstaffelung heißt praktisch: weniger Kompromiss zwischen einem Handschuh, der an den Fingerkuppen klemmt, und einem, der am Handgelenk schlackert.
Der Handel bildet diese Spanne selten vollständig ab. Helm Express listet den TFX3 in S bis 3XL, für 07 und die oberen Nummern führt der Weg über die Herstellerliste oder einen anderen Händler.
Wasserabweisend heißt nicht wasserdicht
Das Stretchgewebe am Handrücken ist wasserabweisend ausgerüstet. Sprühnebel und die ersten Minuten eines Schauers hält es ab, danach ist Schluss: Eine Membran hat der TFX3 nicht, und ein Wabengewebe ist auf Durchzug gebaut.
Das folgt direkt aus der Aufgabe des Handschuhs. Ein Gewebe kann Luft durchlassen oder Wasser abhalten. Wer beides braucht, kauft zwei Paar, und auf einem Fahrzeug ohne Dach ist genau das die realistische Rechnung. Für dieselbe Preisklasse deckt der Five Spark WP mit teilverklebter Membran die andere Hälfte des Wetters ab.
Der zweite Punkt, an dem der Sommer endet, ist der Ärmelabschluss. Der TFX3 ist ein kurzer Handschuh, er endet am Handgelenk und überlappt nicht mit dem Jackenärmel. In der aufrechten Sitzposition auf dem Trike schiebt der Wind den Ärmel nach oben und gibt ein Stück Handgelenk frei. Bei 26 Grad ist das gleichgültig, bei 13 Grad am Abend nicht mehr.
Was der TFX3 kostet und wo er im Feld steht
Bei Helm Express* steht der Handschuh mit 67,92 Euro in der Liste. Five selbst nennt als UVP 74,90 Euro. Der Händler zeigt daneben einen Streichpreis von 84,90 Euro, der über der Hersteller-UVP liegt. Für die Kaufentscheidung zählt allein der Betrag an der Kasse, und der ist mit knapp 68 Euro rund 7 Euro unter der Herstellerempfehlung.
In dieser Preisklasse bekommt man einen zertifizierten Sommerhandschuh mit geprüftem Knöchelprotektor, Kevlar-Verstärkungen und einer außergewöhnlich feinen Größenstaffelung. Nach oben hin, bei 129 Euro, kommen bessere Materialkombinationen und aufwendigere Protektorkonstruktionen dazu, die Norm bleibt bei vielen dieser Modelle dieselbe.
Der TFX3 im Umfeld des eigenen Handschuh-Satzes
| Modell | Einsatz | Preis | Norm | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Five TFX3 Airflow | Sommer, trocken | 67,92 € | EN 13594:2015 KP1 | 3D-Wabenmesh, Clear Vision Pad, 13 Größen |
| Five Kansas | Sommer, Custom | 63,92 € | EN 13594:2015 KP1 | vollnarbiges Ziegenleder, Knöchelschale unter dem Leder |
| Five Spark WP | Übergang, Regen | 63,92 € | EN 13594:2015 KP1 | 5_DRYTECH-Membran, Handballen-Slider |
| Dainese Unruly Ergo-Tek | Sommer, trocken | 129,00 € | EN 13594:2015 Level 1 | Strick-Handrücken, Ergo-Tek-Knöchel |
| Macna Foton 2.0 RTX | Frost, Winter | 135,96 € | EN 13594:2015 KP1 | vier Heizstufen, Raintex-Membran |
Preise Helm Express, Stand 30. August 2026. Die Tabelle zeigt die eigentliche Aussage: Zwischen 64 und 136 Euro entscheidet beim Handschuh die Aufgabe. Alle fünf Modelle sind nach derselben Norm zertifiziert, und jedes einzelne löst ein anderes Wetter.
Für wen der TFX3 Airflow passt
Der TFX3 passt zu Trike- und Motorradfahrern, die im Sommer viel unterwegs sind und einen belüfteten Handschuh mit geprüftem Knöchelschutz für unter 70 Euro suchen. Er passt besonders für Hände an den Rändern der Größentabelle, weil dreizehn Nummern dort einen echten Unterschied machen. Und er passt für Fahrzeuge ohne Scheibe, wo das Clear Vision Pad regelmäßig zum Einsatz kommt.
Er passt nicht für Fahrer, die überwiegend schnell auf der Landstraße unterwegs sind und die zweite Leistungsstufe wollen. Und er passt nicht als einziger Handschuh im Schrank, weil ihm Membran und Isolierung fehlen.
Fazit
Der Five TFX3 Airflow ist ein durchdachter Sommerhandschuh zu einem fairen Preis. Das Wabenmesh belüftet über die volle Handrückenfläche, das perforierte Ziegenleder hält die Handfläche griffig und atmungsaktiv, und die KP1-Kennzeichnung belegt, dass der Knöchelprotektor die Prüfung bestanden hat, obwohl er auf dieser Stufe freiwillig ist. Für 67,92 Euro ist das eine klare Empfehlung im Preissegment unter 70 Euro.
Die Grenzen sind sauber benannt: kein Regenschutz, keine Wärme, kurze Bauform. Für nasse Tage übernimmt der Five Spark WP, für Frost der beheizte Macna Foton 2.0 RTX. Welche Ausrüstung auf dem Trike vorgeschrieben ist und welche nur vernünftig, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.
Häufige Fragen
Welche Zulassung hat der Five TFX3 Airflow?
Der Handschuh ist nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II zertifiziert und trägt die Kennzeichnung KP1. Das KP steht für Knuckle Protector: Der Knöchelprotektor hat die Aufprallprüfung der Norm bestanden, was auf Leistungsstufe 1 keine Pflicht wäre. Damit erfüllt der TFX3 auch die französische Handschuhpflicht nach Artikel R431-1-2 Code de la route.
Ist der Five TFX3 wasserdicht?
Nein. Das Obermaterial ist wasserabweisend ausgerüstet und hält Sprühnebel oder einen kurzen Schauer eine Weile ab. Eine Membran hat der Handschuh nicht, und das Wabenmesh am Handrücken ist auf Durchzug gebaut. Bei anhaltendem Regen ist die Hand nass, und der belüftete Handrücken kühlt danach im Fahrtwind schnell aus.
Was ist das Clear Vision Pad beim TFX3?
Das Clear Vision Pad ist eine Gummileiste am Daumen, mit der sich Wasser und Insekten vom Visier abziehen lassen. Am Trike ist das mehr wert als am verkleideten Motorrad: Der Helm ist nach § 21a Abs. 2 StVO auch dort Pflicht, eine Scheibe, die Regen und Insekten vorher abfängt, gibt es an vielen Fahrzeugen nicht.
Welche Größen gibt es beim Five TFX3?
Five führt dreizehn Größen von 07/XS bis 15/5XL. Gemessen wird der Handumfang unterhalb der Knöchel an der kräftigeren Hand. Helm Express hat aus dieser Spanne die Größen S bis 3XL gelistet, für die Ränder der Größentabelle lohnt der Blick auf die Herstellerliste.
Was bedeutet Leistungsstufe 1 bei der EN 13594?
Die Norm prüft Abriebfestigkeit, Nahtfestigkeit, Reißfestigkeit, Schnittfestigkeit und die Passform samt Verschluss. Für Stufe 1 muss jeder der drei Abriebdurchgänge mindestens drei Sekunden halten und der Mittelwert über vier Sekunden liegen. Stufe 2 verlangt mindestens sechs Sekunden je Durchgang und acht im Mittel und schreibt den geprüften Knöchelprotektor vor, den der TFX3 als KP1 freiwillig mitbringt.
Taugt der TFX3 für lange Sommertouren auf dem Trike?
Ja, solange es trocken bleibt. Auf einem offenen Dreirad kommt der volle Fahrtwind an den Handrücken an, und genau dort sitzt beim TFX3 das Wabenmesh. Die perforierte Handfläche verhindert, dass sich unter dem Griff Wärme staut. Für Etappen mit Regenrisiko gehört ein zweites, wasserdichtes Paar ins Gepäck.
Wie unterscheidet sich der TFX3 vom Five Kansas?
Der Kansas ist ein Lederhandschuh im Custom-Schnitt aus vollnarbigem Ziegenleder, der TFX3 kombiniert Wabenmesh mit perforiertem Leder nur in der Handfläche. Leder hält beim Rutschen länger und altert schöner, Mesh belüftet deutlich stärker und wiegt weniger. Beide tragen EN 13594:2015 mit KP1, der Kansas kostet 63,92 Euro, der TFX3 67,92 Euro.
Kann man mit dem TFX3 ein Navi bedienen?
Ja, der Zeigefinger trägt einen Screen-System-Einsatz und arbeitet auf kapazitiven Displays. Der Daumen ist mit dem Clear Vision Pad belegt und nicht touchfähig, für längere Eingaben ist das unbequem. Für Zoom und Streckenwechsel am Lenkerdisplay reicht der Zeigefinger.
Was kostet der Five TFX3 Airflow?
Bei Helm Express steht der Handschuh mit 67,92 Euro in der Liste. Five nennt als UVP 74,90 Euro, der Händler zeigt daneben einen Streichpreis von 84,90 Euro, der über der Herstellerangabe liegt. Für die Kaufentscheidung zählt der Betrag an der Kasse.