Technische Daten
| Handschuhtyp | kurzer wasserdichter Übergangs- und Regenhandschuh |
|---|---|
| Norm | EN 13594:2015, PSA-Kategorie II |
| Schutzstufe | KP1 (geprüfter Knöchel-Aufprallschutz, Leistungsstufe 1) |
| Membran | 5_DRYTECH, wasserdicht und atmungsaktiv, in der Handfläche teilverklebt |
| Obermaterial | laminiertes Polyestergewebe |
| Handfläche | vollnarbiges Ziegenleder |
| Zwischenfinger | Stretch-Nylon |
| Knöchelschutz | ERGO-PROTECH-Schale mit Wabenstruktur, verdeckt |
| Handballen | ERGO-PROTECH-Slider aus flexiblem TPR |
| Fingerpolsterung | Schaumverstärkung an Ring- und Kleinfinger |
| Manschette | laminierte Lycra-Komfortmanschette unter dem Klettverschluss |
| Verschluss | verstellbarer Klettverschluss am Handgelenk |
|---|---|
| Touchscreen | Touch-Screen-System an Zeigefinger und Daumen |
| Sichtbarkeit | reflektierende Logos auf der Oberseite |
| Thermofutter | nein, kein Wattefutter |
| Größen | 05/3XS bis 15/5XL, dreizehn Größen |
| Farbe | Schwarz |
| Artikelnummer Helm Express | 608154 |
| EAN (Schwarz, Größe XL) | 3666951042260 |
| UVP laut Five | 79,90 € |
| Straßenpreis | 63,92 € (Helm Express) |
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Wasserdichte und atmungsaktive Membran in einem Handschuh für unter 65 Euro
- Die Membran ist in der Handfläche teilverklebt: sie liegt am Leder an, statt darin zu wandern, und der Griff bleibt direkt
- Vollnarbiges Ziegenleder in der Handfläche statt des in dieser Preisklasse üblichen Kunstleders
- KP1-Kennzeichnung, der Knöchelprotektor ist geprüft und sitzt verdeckt unter dem Obermaterial
- Handballen-Slider aus flexiblem TPR an der Stelle, die beim Abstützen zuerst aufsetzt
- Touchscreen an Zeigefinger UND Daumen, damit lässt sich auch eine Zoom-Geste ausführen
- Dreizehn Größen von 05 bis 15, das ist eine der feinsten Staffelungen am Markt
Das spricht dagegen
- Kein Thermofutter: der Spark WP hält trocken, bei Frost bleibt die Hand trotzdem kalt
- Leistungsstufe 1: die Abriebprüfung verlangt im Mittel gut vier Sekunden statt der acht Sekunden von Stufe 2
- Kurze Bauform ohne Stulpe, Regen läuft am Ärmel entlang ins Handgelenk, wenn die Jacke nicht darüber schließt
- Nur eine Farbe (Schwarz), Sichtbarkeit entsteht allein über die reflektierenden Logos
- Five weist kein Gewicht aus, ein Vergleich zu ungefütterten Sommerhandschuhen fehlt
- Helm Express listet nur die Größen S bis 3XL, die Ränder der Herstellertabelle laufen über andere Händler
Auf einem Fahrzeug ohne Dach gehört Regen fest zur Kalkulation. Wer mit dem Trike auch bei zweifelhafter Vorhersage losfährt, braucht ein zweites Paar Handschuhe im Gepäck, und dieses zweite Paar muss nicht teuer sein. Der Five Spark WP kostet 63,92 Euro und bringt eine echte Membran mit. Grundlage dieser Einordnung sind das Datenblatt von Five, die Händlerangaben von Helm Express und die Zertifizierung nach EN 13594:2015.
Die Membran und was “teilverklebt” konstruktiv bedeutet
Der Spark WP arbeitet mit einer 5_DRYTECH-Membran, der hauseigenen wasserdichten und atmungsaktiven Lage von Five. Interessant ist weniger die Membran selbst als die Art, wie sie eingebaut ist: in der Handfläche ist sie mit dem Material verbunden, nicht lose eingehängt.
Der Unterschied ist im Alltag spürbar. Bei einem klassischen Aufbau liegt die Membran als eigene Schicht zwischen Futter und Obermaterial und wandert beim Greifen mit. Genau daher kommt das schwammige Gefühl, das viele Regenhandschuhe am Lenker haben: Zwischen Hand und Griff bewegen sich zwei Lagen gegeneinander. Ist die Membran an der Innenfläche fixiert, baut der Handschuh dort dünner auf und die Rückmeldung vom Griff bleibt direkt.
Auf dem Trike, wo Bremse und Kupplung wie am Motorrad über Handhebel laufen, ist das kein Komfortdetail. Ein Handschuh, bei dem sich Material zwischen Finger und Hebel verschiebt, kostet Dosierfähigkeit, und die braucht man im nassen Kreisverkehr mehr als im trockenen.
Ziegenleder in der Handfläche statt Kunstleder
In dieser Preisklasse ist eine Handfläche aus Kunstleder der Normalfall, meist als Amara oder ein vergleichbares Mikrofaser-Material. Der Spark WP verbaut stattdessen vollnarbiges Ziegenleder.
Vollnarbig heißt, dass die oberste, dichteste Hautschicht erhalten bleibt. Ziegenleder ist zusätzlich bei geringer Materialstärke sehr zugfest, was eine dünne, bewegliche Handfläche mit hoher Reißfestigkeit erlaubt. Für einen Regenhandschuh kommt ein praktischer Vorteil dazu: Nasses Leder bleibt griffig, während manches Kunstleder bei Nässe glatt wird.
Der Rest des Handschuhs besteht aus laminiertem Polyestergewebe, zwischen den Fingern sitzt Stretch-Nylon für die Beweglichkeit.
Zwei Protektoren an zwei verschiedenen Aufgaben
Über den Fingerknöcheln sitzt eine ERGO-PROTECH-Schale mit Wabenstruktur, verdeckt unter dem Obermaterial. Die Wabenstruktur ist ein Kompromiss zwischen Steifigkeit und Gewicht: Sie verteilt einen Schlag über die Fläche und lässt die Schale trotzdem der Bewegung der Hand folgen.
Am Kleinfingerballen sitzt ein zweites Element mit anderer Aufgabe: ein Slider aus flexiblem TPR. Beim Sturz schiebt der Reflex die Hand nach vorn zum Abstützen, und diese Stelle bekommt als erste Bodenkontakt. Ein Slider lässt die Hand über den Asphalt gleiten, statt sie greifen zu lassen. Das ist wichtiger, als es klingt: Bleibt die Handfläche am Boden hängen, wandert die Drehbewegung ins Handgelenk, und dort entstehen die typischen Brüche.
Dazu kommen Schaumverstärkungen an Ring- und Kleinfinger, den beiden Fingern, die beim Rutschen außen liegen.
KP1: was die Kennzeichnung wirklich aussagt
Der Spark WP trägt die Zertifizierung nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II mit der Kennzeichnung KP1. Die Norm prüft Abriebfestigkeit, Nahtfestigkeit, Reißfestigkeit, Schnittfestigkeit sowie Passform und Verschlusssystem.
| Prüfpunkt | Stufe 1 | Stufe 2 |
|---|---|---|
| Abrieb je Durchgang | mind. 3 s | mind. 6 s |
| Abrieb im Mittel | über 4 s | mind. 8 s |
| Knöchelprotektor | freiwillig, Kennzeichnung KP | Pflicht, Restkraft unter 4 kN |
| typischer Einsatz | Stadt, Touren, Sommer | hohe Geschwindigkeit, Sport |
Auf Stufe 1 wäre ein geprüfter Knöchelprotektor keine Pflicht. Das KP belegt, dass die Schale die Aufprallprüfung durchlaufen hat. Bei einem Handschuh unter 65 Euro ist das der Punkt, der ihn von einem Regenhandschuh ohne Schutzanspruch trennt.
Die Lücke, die kein Regenhandschuh von selbst schließt
Der Spark WP ist ein kurzer Handschuh ohne Stulpe. Er endet am Handgelenk mit einem verstellbaren Klettverschluss über einer laminierten Lycra-Manschette.
Damit hat er eine Schwachstelle, die keine Membran der Welt löst: Regen, der am Jackenärmel entlangläuft, kommt von oben ins Handgelenk. Die Membran hält Wasser von außen ab, Wasser von innen läuft an ihr vorbei. Für die Praxis heißt das, dass der Ärmelabschluss der Jacke über dem Handschuh schließen muss.
Auf dem Trike verschärft sich das durch die Sitzposition. Aufrecht und ohne Verkleidung schiebt der Fahrtwind den Ärmel nach oben, statt ihn anzulegen. Wer viel bei Regen fährt, findet in der Kategorie der Tourenhandschuhe die lange Stulpe, die unter dem Ärmel verschwindet. Der Dainese Tempest 2 D-Dry Long Thermal ist genau dieser Bautyp, kostet mit 129,00 Euro allerdings das Doppelte.
Wasserdicht ohne warm: warum das eine bewusste Entscheidung ist
Der Spark WP hat kein Thermofutter. Das klingt zunächst nach einer Lücke, ist aber die Bedingung dafür, dass der Handschuh im Sommer überhaupt tragbar bleibt.
Ein wasserdichter Handschuh mit Wattefutter ist ab etwa 15 Grad zu warm, und die Hand schwitzt darin selbst dann, wenn kein Tropfen von außen kommt. Ein ungefütterter Membranhandschuh deckt dagegen die Spanne ab, in der die meisten Regenfahrten stattfinden: etwa 8 bis 18 Grad, Frühling und Herbst, dazu der Sommergewitter-Fall.
Die Rechnung sieht damit so aus:
| Wetterlage | passender Handschuh | Preis |
|---|---|---|
| Sommer trocken, über 20 Grad | Five TFX3 Airflow | 67,92 € |
| Übergang und Regen, 8 bis 18 Grad | Five Spark WP | 63,92 € |
| Kälte und Regen, unter 8 Grad | Dainese Tempest 2 D-Dry Long | 129,00 € |
| Frost, dauerhaft unter 3 Grad | Macna Foton 2.0 RTX beheizt | 135,96 € |
Wer den Spark WP mit einem Sommerhandschuh kombiniert, kommt für rund 132 Euro durch drei Viertel des Jahres. Das ist weniger als ein einzelner Premium-Handschuh kostet.
Touchscreen an zwei Fingern
Das Touch-Screen-System sitzt an Zeigefinger und Daumen. Das ist mehr als der übliche Zeigefinger-Einsatz und praktisch relevant, weil sich mit zwei touchfähigen Fingern eine Zoom-Geste ausführen lässt.
Auf einem Trike sitzt das Display fast immer offen am Lenker und nicht hinter einer Verkleidung. Jede Bedienung, die den Handschuh an der Hand lässt, spart einen Stopp und verhindert, dass ein nasser Handschuh auf dem Parkplatz liegen bleibt. Bei Regen kommt dazu, dass der Handschuh, den man einmal ausgezogen hat, innen nass wird und danach nicht mehr richtig warm wird.
Was der Spark WP kostet und wo er im Feld steht
Bei Helm Express* steht der Handschuh mit 63,92 Euro in der Liste, die UVP von Five liegt bei 79,90 Euro.
Für das Geld bekommt man eine echte Membran, eine Handfläche aus vollnarbigem Ziegenleder, zwei geprüfte Protektorelemente und eine Größenstaffelung über dreizehn Nummern. Unter 40 Euro finden sich wasserdichte Handschuhe ohne KP-Kennzeichnung, mit Kunstleder-Handfläche und meist mit fünf Größen. Der Aufpreis von rund 25 Euro kauft in diesem Fall drei konkrete Dinge.
Für wen der Spark WP passt
Der Spark WP passt zu Trike- und Motorradfahrern, die ein zweites Paar für Regen und Übergangszeit suchen, ohne dafür über 100 Euro auszugeben. Er passt für Pendler, die bei jedem Wetter fahren und einen Handschuh brauchen, der im Frühling wie im Herbst funktioniert. Und er passt für Hände, die in Standardgrößen nie richtig sitzen.
Er passt nicht für Frostfahrten, weil ihm die Isolierung fehlt. Er passt nicht für Dauerregen ohne passenden Jackenärmel, weil die kurze Bauform Wasser von oben einlässt. Und er passt nicht als einziger Handschuh im Sommer, weil eine Membran auch dann keine Luft durchlässt, wenn es trocken ist.
Fazit
Der Five Spark WP ist der Handschuh, der die Lücke zwischen Sommer und Winter für kleines Geld schließt. Die teilverklebte Membran hält die Hand trocken, ohne den Griff schwammig zu machen, die Ziegenleder-Handfläche ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich, und zwei geprüfte Protektorelemente sitzen an den beiden Stellen, die im Sturz zählen. Für 63,92 Euro ist das ein starkes Angebot.
Als einziger Handschuh reicht er nicht, und das will er auch nicht sein. Für trockene Sommertage übernimmt der Five TFX3 Airflow oder der Five Kansas, für Frost der beheizte Macna Foton 2.0 RTX. Welche Ausrüstung auf dem Trike vorgeschrieben ist und welche nur vernünftig, klärt der Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.
Häufige Fragen
Welche Zulassung hat der Five Spark WP?
Der Handschuh ist nach EN 13594:2015 in PSA-Kategorie II zertifiziert und trägt die Kennzeichnung KP1. Das KP steht für Knuckle Protector und belegt, dass der Knöchelprotektor die Aufprallprüfung bestanden hat, was auf Leistungsstufe 1 keine Pflicht wäre. Damit erfüllt der Spark WP auch die französische Handschuhpflicht nach Artikel R431-1-2 Code de la route.
Ist der Five Spark WP wirklich wasserdicht?
Ja, der Handschuh hat eine 5_DRYTECH-Membran, die wasserdicht und atmungsaktiv arbeitet. Die konstruktive Grenze liegt woanders: Der Spark WP ist ein kurzer Handschuh ohne Stulpe. Läuft Regen am Jackenärmel entlang, kommt er von oben ins Handgelenk, ohne die Membran zu passieren. Damit das nicht passiert, muss der Ärmelabschluss über dem Handschuh schließen.
Was bedeutet teilverklebte Membran?
Bei einem klassischen Aufbau liegt die Membran als eigene Schicht zwischen Futter und Obermaterial und kann sich beim Greifen verschieben. Beim Spark WP ist sie in der Handfläche direkt mit dem Material verbunden. Der Handschuh baut damit an der Innenfläche dünner auf, und der Griff am Lenker bleibt direkter, weil sich keine lose Schicht zwischen Hand und Griff bewegt.
Taugt der Spark WP als Winterhandschuh?
Nur bedingt. Der Handschuh ist wasserdicht und windundurchlässig, hat aber kein Thermofutter. Für Übergangszeit, Regen und kühle Abende von etwa 8 bis 18 Grad ist er die richtige Wahl. Bei Frost fehlt die Isolierung, dort führt der Weg zu einem gefütterten oder beheizten Modell.
Welche Größen gibt es beim Five Spark WP?
Five führt dreizehn Größen von 05/3XS bis 15/5XL. Gemessen wird der Handumfang unterhalb der Knöchel an der kräftigeren Hand. Helm Express hat daraus die Spanne S bis 3XL gelistet. Bei einem Handschuh mit Membran zählt die Passform doppelt: Sitzt er zu eng, drückt die Membran auf die Durchblutung, und die Hand kühlt schneller aus.
Was ist der Handballen-Slider beim Spark WP?
Ein Gleitelement aus flexiblem TPR am Kleinfingerballen. Beim Sturz schiebt der Reflex die Hand nach vorn, und genau diese Stelle setzt zuerst auf. Ein Slider lässt die Hand über den Asphalt gleiten, statt sie greifen zu lassen. Das reduziert die Drehbewegung, die im Handgelenk ankommt.
Kann man mit dem Spark WP ein Navi bedienen?
Ja, das Touch-Screen-System sitzt an Zeigefinger und Daumen. Mit zwei touchfähigen Fingern lässt sich auch eine Zoom-Geste ausführen, was bei Handschuhen mit nur einem ausgerüsteten Finger nicht geht. Auf dem Trike sitzt das Display fast immer offen am Lenker, damit fällt das im Alltag öfter ins Gewicht als am verkleideten Motorrad.
Wie unterscheidet sich der Spark WP vom Dainese Tempest 2 D-Dry Long?
Beide sind wasserdicht, decken aber verschiedene Temperaturen ab. Der Spark WP ist ein kurzer Handschuh ohne Thermofutter für Regen und Übergangszeit und kostet 63,92 Euro. Der Tempest 2 Long hat eine lange Stulpe und ein Fiberfill-Thermofutter für Kälte und liegt bei 129,00 Euro. Für Regen bei 15 Grad reicht der Spark, für Regen bei 5 Grad braucht es den Tempest.
Was kostet der Five Spark WP?
Bei Helm Express steht der Handschuh mit 63,92 Euro in der Liste, die UVP von Five liegt bei 79,90 Euro. Damit ist er einer der günstigsten zertifizierten Motorradhandschuhe mit echter Membran und Ziegenleder-Handfläche.