Ein Elektro-Dreirad kostet in der Anschaffung schnell 4.000 Euro und mehr. Für den Urlaub an der Küste, für die Wochen nach einer Operation oder als Test vor dem Kauf ist die Miete der günstigere Weg. Dahinter stecken allerdings zwei verschiedene Fahrzeuge mit eigenen Vermietern, eigenen Preisen und eigenen Regeln.
Elektro-Dreirad oder Elektromobil: Was du eigentlich mieten willst
Unter dem Stichwort „Elektro-Dreirad für Senioren“ laufen zwei Fahrzeuge, die sich auf den ersten Blick ähneln und rechtlich wenig miteinander zu tun haben.

Pedelec-Dreiräder werden getreten und tage- oder wochenweise vermietet. Elektromobile fahren per Hebel und lassen sich auch über Monate mieten.
Das Pedelec-Dreirad ist ein Fahrrad mit drei Rädern und Motorunterstützung. § 1 Abs. 3 StVG nimmt es aus dem Kraftfahrzeugbegriff heraus, solange der Motor höchstens 0,25 kW Nenndauerleistung hat, nur beim Treten hilft und bei 25 km/h abschaltet. Du trittst also selbst, der Motor macht Steigungen und Gegenwind leichter. Gefahren wird auf Radweg und Fahrbahn, ein Kennzeichen braucht es nicht. Dazu gehören Senioren-Dreiräder mit tiefem Einstieg wie das Van Raam Easy Rider, Sesseldreiräder und Liegedreiräder mit Unterstützung.
Das dreirädrige Elektromobil fährt ohne Treten, gesteuert über einen Fahrhebel am Lenker. Rechtlich ist es meist ein motorisierter Krankenfahrstuhl: einsitzig, elektrisch, höchstens 15 km/h und höchstens 110 cm breit (§ 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 FeV). Es darf den Gehweg in Schrittgeschwindigkeit nutzen. Verbreitet sind Ausführungen mit 6, 10 und 15 km/h. Über 6 km/h braucht das Elektromobil eine Haftpflichtversicherung mit Versicherungskennzeichen, bei Mietfahrzeugen ist sie in der Regel im Preis enthalten.
Die Wahl ist eine Frage der Kondition. Wer noch gern Rad fährt, aber Gleichgewicht oder Kraft nachlassen spürt, ist beim Pedelec-Dreirad richtig. Wer längere Strecken nicht mehr gehen und auch nicht mehr treten kann, braucht das Elektromobil. Die rechtlichen Grenzen beider Gruppen im Detail erklärt der Ratgeber Dreirad ohne Führerschein.
Was ein Elektro-Dreirad zur Miete kostet
Pedelec-Dreiräder vermieten vor allem Fahrradverleihe in Urlaubsregionen und spezialisierte Dreirad-Händler. Die Preise liegen erstaunlich nah beieinander:
| Verleih | Ort | Fahrzeug | Tag | Woche |
|---|---|---|---|---|
| Fahrradservice Norden | Norden (Ostfriesland) | E-Dreirad, 7 Gänge, Rücktrittbremse | 35 € | 30 € je Tag, also 210 € |
| Dreirad-Zentrum Köln | Köln | Elektro-Dreiräder | ab 35 € | Miete 1 Tag bis 1 Woche |
| Fietsverhuur Ameland | Ameland (NL) | elektrisches Dreirad | ab 40 € | ab einer Woche 15 € je weiteren Tag |
| Walraven Fietsen | Sinderen (NL) | Van Raam Easy Rider 3 und Easy Rider Compact | 40 € | 200 € |
Preise laut den Websites der Verleiher, Stand Oktober 2026. Zum Vergleich: Ein normales Leihrad gibt es an der Küste ab etwa 4 bis 7 Euro am Tag. Der Aufpreis erklärt sich über die Fahrzeuge selbst. Ein Van Raam Easy Rider 3, das Walraven für 40 Euro am Tag vermietet, kostet beim Dreirad-Zentrum als Basismodell ohne Elektromotor ab 4.053 Euro, mit Motor und größerem Akku entsprechend mehr.
Auffällig ist das Ende der Skala: Länger als eine Woche bieten die wenigsten Verleiher ihre Dreiräder an, weil sie in der Saison für Feriengäste gebraucht werden. Das niederländische Ameland lockt mit 15 Euro für jeden Tag über die erste Woche hinaus. Für Mieten über mehrere Wochen lohnt die direkte Anfrage bei einem Fachhändler.
Was ein Elektromobil zur Miete kostet
Beim Elektromobil ist die Langzeitmiete der Normalfall, weil die Fahrzeuge oft für Wochen nach einem Krankenhausaufenthalt oder bis zur Entscheidung der Krankenkasse gebraucht werden. Zwei Preislisten zeigen, wie stark der Tagespreis mit der Dauer fällt.
Elektromobil-Fachhandel in Bischoffen-Oberweidbach (Hessen), Mindestmietdauer 7 Tage, Preise inklusive Mehrwertsteuer:
| Mietdauer | Modell mit 6 km/h | Modell mit 15 km/h |
|---|---|---|
| 7 Tage | 25 € je Tag | 30 € je Tag |
| 14 Tage | 22 € je Tag | 27 € je Tag |
| 28 Tage | 20 € je Tag | 25 € je Tag |
| 56 Tage | 17 € je Tag | 22 € je Tag |
| 84 Tage | 15 € je Tag | 20 € je Tag |
Elektromobil-Vermietung in Lampertheim (bei Mannheim), Preise inklusive Versicherung, Abholung vor Ort:
| Mietdauer | Preis |
|---|---|
| 1 Tag (24 Stunden) | 39 € bzw. 45 € je nach Modell |
| 3 Tage | 99 € bis 117 € |
| 7 Tage | 175 € bis 196 € |
| 12 Monate Mindestmietdauer | ab 69 € im Monat (klappbares Modell) bis 159 € |
Bringen und Holen kostet in Lampertheim beim klappbaren Modell 89 Euro im Umkreis von 30 Kilometern, der hessische Händler liefert im Umkreis von 50 Kilometern dienstags bis donnerstags. Ein Ratgeberportal für Elektromobile nennt als bundesweite Spanne 15 bis 40 Euro am Tag, 70 bis 250 Euro in der Woche und 200 bis 300 Euro im Monat. Die beiden Preislisten fügen sich darin ein.
Die Reichweite gehört zur Auswahl dazu. Der hessische Vermieter nennt für seine Modelle 14 bis 40 Kilometer: Die kleinen Mobile für Reisen und den Kofferraum schaffen 14 bis 16 Kilometer, die größeren Modelle etwa 40 Kilometer.
Wo Senioren ein Elektro-Dreirad mieten können
Die Suche geht je nach Fahrzeug an unterschiedliche Adressen:
- Fahrradverleihe in Urlaubsregionen. An Nord- und Ostsee und auf den Inseln führen viele Verleiher Dreiräder für Erwachsene, ein Teil davon mit Elektromotor. Am Ferienort zu mieten spart den Transport, der bei einem Dreirad oft das größte Problem ist. Welche Wege es dafür gibt, zeigt der Ratgeber zum Dreirad transportieren.
- Dreirad-Fachhändler. Spezialisierte Händler vermieten ihre Vorführräder tage- oder wochenweise und bieten daneben Probefahrten an. Das Dreirad-Zentrum in Köln empfiehlt, mindestens eine Woche im Voraus zu reservieren.
- Partner-Verleihstationen von Van Raam. Der niederländische Hersteller vermietet selbst nicht. In seiner Händlersuche lässt sich aber die Option „vanRaam Partner Verleihstation“ wählen, darunter finden sich Fahrradverleiher, Museen und andere Organisationen. Van Raam rät, vorher anzurufen, ob das gewünschte Rad frei ist.
- Niederlande. Das Nachbarland hat eine dichte Verleihlandschaft für angepasste Fahrräder, grenznah etwa in Sinderen im Achterhoek. Viele Anbieter liefern auf Anfrage.
- Sanitätshäuser und Elektromobil-Fachhandel. Für Elektromobile die erste Adresse, meist mit Lieferung, Einweisung und Abholung.
- Gastgeber fragen. Einzelne Vermieter beliefern ausdrücklich Hotels, Pensionen, Campingplätze und Seniorenheime. Ein Anruf beim Gastgeber vor der Reise klärt, ob dort ein Mobil bereitsteht oder vermittelt wird.
Mieten vor dem Kauf: So wird der Test aussagekräftig
Für viele ist die Miete der Probelauf für eine Anschaffung über 4.000 Euro. Eine kostenlose Probefahrt beim Händler beantwortet die Grundfragen: Komme ich bequem auf und ab, sitze ich sicher, kann ich das Rad schieben? Eine Mietwoche im eigenen Umfeld beantwortet die Fragen, die sich auf dem Hof des Händlers nicht stellen:
- Die Steigung vor der Haustür. Reicht die Unterstützung für den Berg auf dem Heimweg, auch mit vollem Einkaufskorb?
- Kurvenfahrt. Ein Dreirad legt sich nicht in die Kurve, und das fühlt sich für geübte Radfahrer anfangs fremd an. Warum das so ist und wie lange die Umgewöhnung dauert, erklärt der Ratgeber Dreirad für Erwachsene fahren.
- Abstellplatz und Laden. Passt das Dreirad durch Hoftor und Kellertür, und gibt es dort eine Steckdose für den Akku?
- Wege im Alltag. Bäcker, Arzt, Friedhof: Reicht die Reichweite für die Woche, ohne dass der Akku täglich an die Steckdose muss?
- Radweg und Bordstein. Ein Dreirad ist breiter als ein Fahrrad. Engstellen, Umlaufsperren und hohe Bordsteine zeigen sich erst auf der eigenen Strecke.
Rechnerisch bleibt die Miete lange günstiger: Für den Preis eines Easy Rider 3 ohne Motor ließe sich das Rad bei 200 Euro pro Woche rund 20 Wochen mieten. Wer das Dreirad nur im Urlaub braucht, fährt mit der Miete am besten. Wer es täglich nutzen will, nimmt die Mietwoche als Entscheidungshilfe für den Kauf.
Wenn die Krankenkasse ein Dreirad leiht
Die Krankenkasse kommt ins Spiel, wenn ein Dreirad medizinisch notwendig ist, etwa weil Gleichgewichtsstörungen ein normales Fahrrad unmöglich machen. Dann kann es als Hilfsmittel verordnet werden. § 33 Abs. 5 SGB V erlaubt der Kasse ausdrücklich, Hilfsmittel leihweise zu überlassen. Das Rad bleibt dann Eigentum der Kasse, Wartung und Reparatur laufen über sie, und es geht zurück, wenn der Bedarf entfällt. Für dich ist das praktisch eine kostenlose Dauerleihe.
Bis zur Entscheidung vergehen allerdings Wochen. Wer in dieser Zeit mobil bleiben will, überbrückt mit einem gemieteten Elektromobil. Wann die Kasse zahlt, welche Hilfsmittelnummer den Antrag trägt und welche Fristen sie einhalten muss, steht im Ratgeber Dreirad für Erwachsene: Wann die Krankenkasse zahlt.
Worauf du im Mietvertrag achten solltest
Ein Mietvertrag für ein Dreirad ist kürzer als einer für ein Auto, ein paar Punkte verdienen trotzdem einen Blick:
| Punkt | Was üblich ist | Was du fragen solltest |
|---|---|---|
| Kaution | rund 100 €, laut Portal 100 bis 500 € | bar oder per Karte, wann sie zurückkommt |
| Ausweis | Personalausweis bei Übergabe | gilt bei Lieferung genauso |
| Versicherung | beim Elektromobil oft inklusive | wer bei Diebstahl und Schäden haftet |
| Lieferung | Pauschale oder Umkreis-Regel | Liefertage, Abholung am Mietende |
| Einweisung | bei Übergabe üblich | auch für Angehörige, die laden und schieben |
| Körpermaße | Hersteller geben Größe und Höchstgewicht vor | passt Sitzhöhe und Zuladung |
| Rückgabe | am letzten Miettag zur Ladenschlusszeit | Akku geladen oder leer zurück |
Bei Pedelec-Dreirädern gibt es keine Versicherungspflicht, weil sie als Fahrrad gelten. Schäden an Dritten trägt dann die eigene Privathaftpflicht, Diebstahl und Schäden am Mietrad regelt der Mietvertrag. Ein abschließbares Schloss sollte deshalb zum Mietumfang gehören. Was beim eigenen E-Trike versichert werden sollte, zeigt der Ratgeber zur E-Trike-Versicherung.
Mitfahren statt selbst fahren: Rikscha-Fahrten für Senioren
Nicht jeder kann oder will selbst fahren. Für diesen Fall gibt es ein Angebot, das ganz ohne Miete auskommt: Radeln ohne Alter. Der Verein mit Sitz in Bonn bietet ehrenamtliche Rikscha-Fahrten für Seniorinnen und Senioren an, für die Fahrgäste kostenlos. Freiwillige treten in die Pedale, die Gäste sitzen vorn in der Rikscha mit Blick auf die Strecke. Nach eigenen Angaben ist der Verein an rund 140 Standorten in 15 Bundesländern aktiv.
Angehörige finden die nächste Ortsgruppe über die Website des Vereins. Für Menschen, die ein Dreirad nicht mehr selbst steuern können, ist das der einfachste Weg zu einer Ausfahrt.
Fazit: Erst das Fahrzeug klären, dann den Verleih
Ein Elektro-Dreirad zur Miete kostet 35 bis 40 Euro am Tag und rund 200 Euro in der Woche, angeboten vor allem am Urlaubsort und beim Dreirad-Fachhandel. Ein dreirädriges Elektromobil beginnt bei 39 Euro für einen Tag und wird bei langer Miete deutlich günstiger, bis hinunter auf 69 Euro im Monat.
Der wichtigste Schritt kommt vor der Suche: die Entscheidung zwischen Treten mit Unterstützung und Fahren per Hebel. Wer noch radeln kann, mietet ein Pedelec-Dreirad und nutzt die Mietwoche als Test vor dem Kauf. Wer auf ein Fahrzeug ohne Treten angewiesen ist, wendet sich an den Elektromobil-Fachhandel und prüft parallel, ob die Krankenkasse ein Hilfsmittel stellt.
Preise und Bedingungen stammen aus den veröffentlichten Preislisten der genannten Verleiher und Händler (Stand Oktober 2026) und ändern sich saisonal. Rechtsstand Oktober 2026, Grundlage der Rechtsangaben sind § 1 Abs. 3 StVG, § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 FeV, § 1a PflVG und § 33 Abs. 5 SGB V.
Häufige Fragen
Was kostet es, ein Elektro-Dreirad zu mieten?
Bei Verleihern in Deutschland und den Niederlanden kostet ein Elektro-Dreirad mit Tretunterstützung 35 bis 40 Euro am Tag. Bei Wochenmiete sinkt der Tagespreis, gefunden haben wir 200 Euro und 210 Euro für sieben Tage. Ein dreirädriges Elektromobil kostet am einzelnen Tag 39 bis 45 Euro, bei längerer Miete deutlich weniger.
Wo kann man ein Dreirad für Senioren mieten?
Pedelec-Dreiräder vermieten vor allem Fahrradverleihe in Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee und auf den Inseln sowie Dreirad-Fachhändler, die damit auch Probefahrten ermöglichen. Dreirädrige Elektromobile vermieten Sanitätshäuser und Elektromobil-Fachhändler, oft mit Lieferung nach Hause. Van Raam zeigt in seiner Händlersuche eigene Partner-Verleihstationen an.
Kann man ein Elektromobil auch für mehrere Monate mieten?
Ja, im Fachhandel ist das üblich. Ein Anbieter aus Lampertheim nennt ab 69 Euro im Monat bei zwölf Monaten Mindestmietdauer, inklusive Versicherung. Ein Fachhändler in Hessen vermietet ab sieben Tagen und senkt den Tagespreis bei zwölf Wochen Mietdauer auf 15 bis 20 Euro.
Braucht man für ein gemietetes Elektro-Dreirad einen Führerschein?
Nein. Ein Pedelec-Dreirad mit Unterstützung bis 25 km/h gilt nach § 1 Abs. 3 StVG als Fahrrad. Ein dreirädriges Elektromobil, das als motorisierter Krankenfahrstuhl mit höchstens 15 km/h gebaut ist, ist nach § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 FeV fahrerlaubnisfrei. Über 6 km/h braucht es allerdings ein Versicherungskennzeichen, das bei Mietfahrzeugen in der Regel dabei ist.
Zahlt die Krankenkasse die Miete für ein Dreirad?
Die Krankenkasse leistet über Hilfsmittel: Ist ein Dreirad medizinisch notwendig und ärztlich verordnet, kann sie es nach § 33 Abs. 5 SGB V leihweise überlassen. Für Mietkosten beim Verleih gibt es keine Erstattung. Es bleibt dann Eigentum der Kasse, Wartung und Reparatur laufen über sie, und bei Wegfall des Bedarfs geht es zurück.
Lohnt sich die Miete vor dem Kauf?
Ja, gerade bei Preisen ab rund 4.000 Euro für ein Markendreirad. Eine Woche Miete für rund 200 Euro zeigt, ob Aufstieg, Kurvenfahrt, die Steigung vor dem Haus und der Abstellplatz im Alltag passen. Eine kostenlose Probefahrt beim Händler beantwortet die ersten Fragen, eine Woche im eigenen Umfeld beantwortet die übrigen.
Welche Kaution verlangen Dreirad-Verleiher?
Die gefundenen Werte liegen bei rund 100 Euro, ein Ratgeberportal für Elektromobile nennt eine Spanne von 100 bis 500 Euro. Dazu kommen je nach Anbieter Lieferpauschalen, etwa 89 Euro für Bringen und Holen im Umkreis von 30 Kilometern. Zur Übergabe verlangen viele Vermieter den Personalausweis.