Was kostet ein Trike? Neupreise, Gebrauchte und Umbau

Neue Trikes kosten von rund 11.000 bis knapp 60.000 Euro. Was Can-Am, Harley und Rewaco verlangen, was Gebrauchte kosten und was ein Umbau aufruft.

Motorrad-Trikes Aktualisiert am zuerst veröffentlicht am 8 Min. Lesezeit

Beim Trike reicht die Preisspanne weiter als bei fast jedem anderen Fahrzeug. Can-Am und Harley-Davidson veröffentlichen Listenpreise für Deutschland, Rewaco nennt seine Preise im Online-Konfigurator. Dazu kommt ein offener Gebrauchtmarkt, auf dem auch die Trikes des 2022 geschlossenen Herstellers Boom gehandelt werden.

Die Spanne in einem Satz

Ein fahrbereites Motorrad-Trike kostet neu zwischen 11.099 Euro und 59.900 Euro. Die untere Grenze markiert ein einzelnes Fahrzeug, der Can-Am Ryker. Nach oben öffnet sich das Feld über die Spyder-Modelle von Can-Am und die auf Bestellung gebauten Trikes von Rewaco bis zu den Harley-Trikes, deren Spitze die CVO Street Glide 3 Limited bildet.

Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Neufahrzeug liegt mehr als der Faktor fünf. Ein Grund ist die Bauweise. Can-Am und Harley-Davidson bauen in Serie, Rewaco konfiguriert jedes Trike nach Kundenwunsch, und dort bestimmen Ausstattungslinie, Motor und Lackierung den Endpreis mit.

Was die Serienhersteller verlangen

Can-Am und Harley-Davidson veröffentlichen Listenpreise für Deutschland. Bei Harley-Davidson hat sich das Programm zum Modelljahr 2026 erneuert.

ModellMotorLeistungPreis ab
Can-Am Ryker 600Rotax 600 ACE37,3 kW (50 PS)11.099 €
Can-Am Ryker 900Rotax 900 ACE61,1 kW (82 PS)11.099 €
Can-Am Ryker SportRotax 900 ACE61,1 kW (82 PS)14.899 €
Can-Am Spyder F3-SRotax 1330 ACE85,8 kW (115 PS)26.399 €
Can-Am Spyder F3 LimitedRotax 1330 ACE85,8 kW (115 PS)31.599 €
Can-Am Spyder RT LimitedRotax 1330 ACE85,8 kW (115 PS)34.299 €
Can-Am Spyder RT Sea-to-SkyRotax 1330 ACE85,8 kW (115 PS)36.199 €
Harley-Davidson Road Glide 3Milwaukee-Eight VVT 11778 kW (106 PS)38.900 €
Harley-Davidson Street Glide 3 LimitedMilwaukee-Eight VVT 11778 kW (106 PS)47.700 €
Harley-Davidson CVO Street Glide 3 LimitedMilwaukee-Eight VVT 12186 kW (117 PS)59.900 €

Preise laut Herstellerangaben von BRP und Harley-Davidson (bei Harley Modelljahr 2026) für den deutschen Markt, jeweils inklusive Mehrwertsteuer und ohne Überführung.

Die Tabelle zeigt zwei Sprünge. Der erste liegt zwischen Ryker und Spyder: Rund 11.500 Euro trennen den offenen Einsteiger vom kleinsten Spyder, obwohl beide vom selben Hersteller kommen. Bezahlt wird damit der größere Rotax-Dreizylinder, die aufwendigere Verkleidung und die Halbautomatik mit Rückwärtsgang. Der zweite Sprung führt zu Harley-Davidson. Die Road Glide 3 liegt knapp 2.700 Euro über dem teuersten Spyder, die Street Glide 3 Limited bringt für 47.700 Euro 201 Liter Stauraum und 567 Kilogramm fahrbereit mit. Die Tri Glide Ultra (zuletzt 46.600 Euro) und die Freewheeler (zuletzt 37.100 Euro) hat Harley-Davidson mit dem Modelljahr 2025 auslaufen lassen.

Auffällig ist der Preis des Ryker: Beide Motorvarianten starten bei derselben Zahl. Wer die Leistung von 50 auf 82 PS hebt, zahlt im Grundpreis nichts dazu, was die Motorwahl zu einer reinen Charakterfrage macht. Wie sich die Leistung auf Tempo und Fahrverhalten auswirkt, behandelt der Ratgeber zur PS-Leistung von Trikes.

Rewaco: Preise aus dem Konfigurator

Rewaco baut seine Trikes auf Bestellung. Der Käufer stellt Modell, Ausstattungslinie, Motor, Lackierung und Extras im Online-Konfigurator zusammen, und dort nennt der Hersteller auch unverbindliche Preisempfehlungen ab Werk Lindlar, inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Überführung. In seinen FAQ fasst Rewaco das als Spanne von etwa 29.000 bis über 50.000 Euro zusammen.

ModellAusstattungslinienUVP ab (110 PS)teuerste Linie ohne Extras
PUR3 ExplorerRider, Classic, Exclusive Line, Touring29.900 €43.550 € (Touring, Turbo)
PUR3 GTRider, Classic, Exclusive Line, Magma Limited, Touring31.490 €53.000 € (Touring Magma Limited)
RF1 ST-3Classic, Exclusive Line37.610 €43.210 € (Exclusive Line, Turbo)
RF1 GTExclusive Line, Touring42.990 €47.960 € (Touring, Turbo)

UVP laut Rewaco-Konfigurator, Oktober 2026. Der Turbo mit 140 PS kostet in jeder Linie 2.620 Euro Aufpreis.

Innerhalb eines Modells entscheidet die Ausstattungslinie über mehrere Tausend Euro. Die Einstiegslinie Rider gibt es nur mit 110 PS und ohne Optionen, ABS lässt sich dort nicht bestellen. In Classic kostet ABS 990 Euro, ab der Exclusive Line ist es Serie. Dazu kommen Extras wie das mattschwarze Black-Line-Exterieur (920 Euro), Felgen bis 3.085 Euro und beim PUR3 Explorer bis 2.190 Euro für eine Wunschfarbe. Wie sich die vier Linien des PUR3 GT rechnen, zeigt die Rezension zum Rewaco PUR3 GT.

Technisch steckt in jedem aktuellen Rewaco ein 1,5-Liter-Vierzylinder mit 110 PS oder 140 PS Turboleistung und eine Automatik von Punch Powertrain mit sieben Stufen. Das ist Autotechnik in einem Fahrzeug, das in kleiner Stückzahl entsteht. Boom, der zweite große deutsche Trike-Hersteller, hat den Betrieb zum 30. Juni 2022 eingestellt. Seine Trikes gibt es nur noch gebraucht. Der Mustang ST1 kostete 2012 neu ab 24.900 Euro, der Fighter X11 2013 ab 28.900 Euro.

Preisachse von 0 bis 60.000 Euro mit vier Bändern: neu aus der Großserie 11.099 bis 59.900 Euro, neu von Rewaco 29.900 bis 53.000 Euro, gebrauchte Werks-Trikes 19.500 bis 42.000 Euro und Umbau 25.000 bis 36.000 Euro. Das Umbau-Band liegt vollständig im Gebrauchtmarkt-Band.

Der Gebrauchtmarkt: breiter als erwartet

Gebrauchte Trikes sind reichlich vorhanden, und ihre Preise streuen stark. Für Rewaco-Trikes listet mobile.de 43 Angebote in einer Spanne von rund 19.500 bis 42.000 Euro. Einzelbeispiele machen die Streuung deutlich: Ein RF1 von 2021 stand mit 25.000 Euro in der Liste, ein RF1 von 2019 mit 32.900 Euro und ein RF1 von 2025 mit 41.999 Euro.

Die Reihenfolge folgt dabei nicht allein dem Baujahr. Ein Rewaco von 2019 mit 16.100 Kilometern wurde mit 26.500 Euro angeboten, ein Fahrzeug von 2011 mit 119.000 Kilometern mit 23.990 Euro. Drei Faktoren erklären das:

  1. Ausstattung. Weil jedes Manufaktur-Trike individuell konfiguriert wurde, tragen zwei Fahrzeuge desselben Baujahrs unterschiedliche Motoren, Getriebe, Sitzanlagen und Anhängevorrichtungen. Der Neupreis lag entsprechend weit auseinander.
  2. Zustand statt Alter. Trikes werden überwiegend als Saisonfahrzeuge bei gutem Wetter bewegt. Laufleistungen unter 20.000 Kilometern sind auch bei zehn Jahre alten Fahrzeugen üblich, was das Baujahr als Preismaßstab schwächt.
  3. Kaum Referenzpreise. Rewaco nennt Neupreise nur für die laufenden Modelle, für ältere Baureihen und für Boom fehlt dem Gebrauchtmarkt der Anker, an dem sich Abschläge messen ließen. Der Preis entsteht im Verhandeln.

Nach unten öffnet sich der Markt weiter, als die Rewaco-Spanne vermuten lässt. Bei 1000PS beginnen einzelne Trike-Anzeigen bei 1.400 Euro. Dahinter stehen alte Eigenbauten und reparaturbedürftige Fahrzeuge, bei denen Gutachten und Instandsetzung den eigentlichen Aufwand ausmachen.

Ein Punkt verdient beim Gebrauchtkauf besondere Aufmerksamkeit: die Papiere. Bei umgebauten Fahrzeugen gehört das Gutachten der Einzelabnahme zum Fahrzeug und sollte vorliegen. Was darin geprüft wurde und warum das Dokument zählt, erklärt der Ratgeber zum Trike-Umbau.

Der Umbau als dritter Weg

Wer ein vorhandenes Motorrad auf drei Räder bringen lässt, rechnet mit drei Posten. Für US-amerikanische Umbausätze kursieren Angaben um 25.000 Euro, wobei Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und die aufwendigere Begutachtung ohne europäische Freigaben dazukommen. Ein fertig umgebautes EML-Trike auf Basis einer Honda GL 1800 wurde als Vorführfahrzeug für 36.000 Euro angeboten. Das Vollgutachten nach § 21 StVZO kostet zwischen 125 und 480 Euro, bei aufwendigen Eigenbauten mit Vorbesprechung und Nachprüfung mehr. Für die Montage liegen die Werkstattstundensätze im Motorradbereich bei 110 bis 130 Euro.

Die Summe landet damit im Bereich eines gebrauchten Werks-Trikes, und genau das macht die Grafik oben sichtbar: Die drei Beschaffungswege überlappen sich auf der Preisachse fast vollständig. Wirtschaftlich trägt sich ein Umbau vor allem dort, wo das Basisfahrzeug einen persönlichen Wert hat, den ein anderes Fahrzeug nicht ersetzt.

Was zum Kaufpreis dazukommt

Zum Fahrzeugpreis kommen am Tag der Übergabe weitere Posten hinzu.

PostenGrößenordnungAnmerkung
Überführung und Zulassungeinige Hundert Euroje Händler und Zulassungsstelle unterschiedlich
Helm für Fahrer und Soziusab etwa 130 Euro je HelmPflicht nach § 21a Abs. 2 StVO auf offenen Trikes
Bekleidungdreistellig je PersonDauerwind ohne Verkleidung
Vollgutachten beim Umbau125 bis 480 Euronach § 21 StVZO, bei Eigenbauten mehr
Durchsicht beim GebrauchtkaufStundensatz 110 bis 130 Euroohne Garantie sinnvoll

Die Helmposition wird von Umsteigern aus dem Auto regelmäßig übersehen. Auf offenen drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeugen über 20 km/h bauartbedingter Höchstgeschwindigkeit gilt Helmpflicht, und sie trifft jeden Mitfahrer einzeln. Nur wo vorgeschriebene Sicherheitsgurte angelegt sind, entfällt sie. Welche Bauart welche Regel trifft, steht im Ratgeber zur Helmpflicht beim Trike.

Was das Trike danach kostet

Nach dem Kauf beginnt der laufende Posten, und er fällt beim Trike höher aus als bei einem Motorrad gleicher Größe. Ursache ist die Kfz-Steuer: Krafträder zahlen nach § 9 Abs. 1 Nr. 1 KraftStG 1,84 Euro je angefangene 25 Kubikzentimeter, dreirädrige Kraftfahrzeuge nach Nr. 2b derselben Vorschrift 21,07 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter. Bei 1.868 Kubikzentimetern werden daraus 400,33 Euro im Jahr statt 138 Euro.

Dazu kommen Versicherung, Kraftstoff, Reifen, Wartung und die Hauptuntersuchung. Die vollständige Jahresrechnung mit Rechenweg je Posten steht im Ratgeber zu den Trike-Unterhaltskosten.

Welcher Weg zu welchem Budget passt

Aus den drei Beschaffungswegen ergibt sich eine klare Zuordnung:

Wer vor der Entscheidung erst einmal fahren möchte, findet die Konditionen der Vermieter im Ratgeber zum Trike mieten.

Fazit

Die Preisfrage hat beim Trike eine belastbare Antwort, seit auch Rewaco seine Preise im Konfigurator nennt. Der Einstieg beginnt bei 11.099 Euro, das Feld der Touren-Trikes liegt zwischen 26.399 und 59.900 Euro, und der Gebrauchtmarkt deckt die Spanne von rund 19.500 bis 42.000 Euro ab. Der Umbau eines vorhandenen Motorrads spart dabei kein Geld, er verlagert es in Gutachten und Montage.

Wer ein Budget setzt, rechnet die Nebenkosten mit ein und wirft vor dem Kauf einen Blick auf die Kfz-Steuer. Der Steuersatz für dreirädrige Kraftfahrzeuge ist der Posten, der die Rechnung nach dem Kauf am deutlichsten verschiebt.

Häufige Fragen

Was kostet ein Trike neu?

Der Einstieg liegt beim Can-Am Ryker, für den BRP ab 11.099 Euro nennt. Darüber staffeln sich die Touren-Modelle: Can-Am Spyder F3-S ab 26.399 Euro, Spyder RT Limited ab 34.299 Euro, Rewaco ab 29.900 Euro (PUR3 Explorer) bis 53.000 Euro und Harley-Davidson im Modelljahr 2026 ab 38.900 Euro (Road Glide 3). Das teuerste Serien-Trike ist die CVO Street Glide 3 Limited für 59.900 Euro.

Was kostet ein Trike-Motorrad gebraucht?

Für gebrauchte Rewaco-Trikes zeigt mobile.de eine Spanne von rund 19.500 bis 42.000 Euro über 43 Angebote. Ältere Fahrzeuge mit hoher Laufleistung beginnen darunter, einzelne Anzeigen bei 1000PS starten bei 1.400 Euro für reparaturbedürftige Exemplare. Der Preis hängt stärker am Zustand und an der Ausstattung als am Baujahr, weil viele Trikes Einzelstücke mit individueller Konfiguration sind.

Ist ein Trike-Umbau günstiger als ein Werks-Trike?

In der Regel nicht. Für US-amerikanische Umbausätze kursieren Angaben um 25.000 Euro, ein fertig umgebautes EML-Trike auf Basis einer Honda GL 1800 wurde als Vorführfahrzeug für 36.000 Euro angeboten. Dazu kommen das Vollgutachten nach § 21 StVZO mit 125 bis 480 Euro und Montagestunden zu 110 bis 130 Euro. Damit liegt der Umbau im Bereich eines gebrauchten Werks-Trikes.

Was kostet ein Motorrad mit drei Rädern im Unterhalt?

Der größte Einzelposten ist die Kfz-Steuer, weil dreirädrige Kraftfahrzeuge nach § 9 Abs. 1 Nr. 2b KraftStG mit 21,07 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter besteuert werden. Ein 1.868-Kubik-Motor kostet damit 400,33 Euro im Jahr statt 138 Euro als Kraftrad. Dazu kommen Versicherung, Kraftstoff, Reifen und Wartung.

Was kostet ein Rewaco-Trike?

Rewaco nennt im Online-Konfigurator unverbindliche Preisempfehlungen ab Werk Lindlar, inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Überführung. Der PUR3 Explorer beginnt bei 29.900 Euro, der PUR3 GT bei 31.490 Euro, das RF1 ST-3 bei 37.610 Euro und das RF1 GT bei 42.990 Euro. Der Turbo mit 140 PS kostet 2.620 Euro Aufpreis, die teuerste Ausführung ist der PUR3 GT Touring Magma Limited für 53.000 Euro (Stand Oktober 2026).

Was kostet ein Trike an Steuern?

Die Kfz-Steuer richtet sich nach dem Hubraum und beträgt für dreirädrige Kraftfahrzeuge 21,07 Euro je angefangene 100 Kubikzentimeter, sofern das Fahrzeug die Schadstoffgrenzwerte einhält und die Emissionsschlüsselnummer 09 oder 10 trägt. Andernfalls sind es 25,36 Euro. Ein Can-Am Spyder mit 1.330 Kubikzentimetern zahlt damit 295 Euro im Jahr.

Welche Nebenkosten fallen beim Trike-Kauf an?

Neben dem Fahrzeugpreis stehen Überführung und Zulassung auf der Rechnung, dazu die Erstausstattung. Weil auf offenen Trikes nach § 21a Abs. 2 StVO Helmpflicht gilt, gehören Helm und Bekleidung für Fahrer und Sozius dazu. Wer ein Fahrzeug ohne Garantie kauft, plant zusätzlich eine Durchsicht beim Fachbetrieb ein.

Gibt es Trikes unter 10.000 Euro?

Neu nicht. Der günstigste Serien-Trike im deutschen Markt ist der Can-Am Ryker ab 11.099 Euro. Unter 10.000 Euro finden sich ausschließlich Gebrauchtfahrzeuge mit hoher Laufleistung, ältere Eigenbauten oder dreirädrige Roller wie die Piaggio MP3, die technisch in einer anderen Klasse spielen.

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