Das Gewicht eines Trikes spürt man beim ersten Rangieren in der Einfahrt, beim Verladen auf den Anhänger und bei jeder Tour zu zweit mit Gepäck. Die Hersteller geben es auf drei verschiedene Arten an, was Vergleiche schwierig macht. Hier stehen die Werte der gängigen Modelle, was hinter den Begriffen steckt und wo das Gewicht rechtlich eine Grenze zieht.
Wie schwer ist ein Trike? Die Werte der Hersteller
Die Spanne ist groß, weil unter dem Begriff Trike sehr verschiedene Fahrzeuge laufen. Can-Am baut Fahrzeuge mit zwei Rädern vorn und einem kompakten Rotax-Motor, Harley-Davidson setzt ein Motorrad auf eine Hinterachse mit zwei Rädern, rewaco kombiniert eine Motorradgabel mit einem 1,5-Liter-Automotor im Heck. Die Übersicht nennt die Werte so, wie die Hersteller sie angeben:
| Modell | Bauart | Gewicht | Angabe |
|---|---|---|---|
| Can-Am Ryker 600 / 900 | zwei Räder vorn | 270 / 280 kg | trocken |
| Can-Am Spyder F3-S / F3 Limited | zwei Räder vorn | 408 / 448 kg | trocken |
| Can-Am Canyon | zwei Räder vorn | 452 bis 470 kg | trocken |
| Can-Am Spyder RT | zwei Räder vorn | 464 kg | trocken |
| EML Martinique (Gold-Wing-Umbau) | zwei Räder hinten | 486 kg | leer |
| Harley-Davidson Freewheeler (2025) | zwei Räder hinten | 513 kg | fahrbereit |
| Harley-Davidson Road Glide 3 (2026) | zwei Räder hinten | 537 kg | fahrbereit |
| Harley-Davidson Tri Glide Ultra (2025) | zwei Räder hinten | 561 kg | fahrbereit |
| Harley-Davidson Street Glide 3 Limited (2026) | zwei Räder hinten | 567 kg | fahrbereit |
| Harley-Davidson CVO Street Glide 3 Limited (2026) | zwei Räder hinten | 582 kg | fahrbereit |
| Boom Mustang ST1 (bis 2012) | zwei Räder hinten | 645 kg | trocken |
| rewaco RF1 und PUR3 | zwei Räder hinten | 658 bis 687 kg | leer |
Die Werte stammen von Can-Am, EML, der deutschen Harley-Davidson-Website und rewaco, beim Boom aus der Fahrzeugdatenbank von Motorrad & Reisen. Grob lassen sich drei Gewichtsklassen unterscheiden: Can-Am mit 270 bis 470 kg, die Trikes auf Motorradbasis von Harley und EML mit 486 bis 582 kg und die Trikes mit Automotor von rewaco und Boom mit rund 645 bis 690 kg. Zum Vergleich: Ein Dreirad-Roller wie die Piaggio MP3 Yourban 125 wiegt laut Handbuch 212 kg fahrfertig.

Kein Serien-Trike kommt der L5e-Grenze von 1.000 kg nahe. Die Schweizer 670-kg-Grenze schneidet dagegen mitten durch die rewaco-Baureihe.
Trocken, leer, fahrbereit: drei Gewichtsangaben
Wer die Tabelle von oben nach unten liest, vergleicht nicht ganz gleiche Zahlen. Die Hersteller verwenden drei Begriffe:
- Trockengewicht. Das Fahrzeug ohne Betriebsstoffe, also ohne Kraftstoff, Motoröl und Kühlmittel. So sind die Can-Am-Werte angegeben, ebenso der Wert des Boom. Rechtlich hat dieser Wert keine Bedeutung, er steht in keinem Fahrzeugpapier.
- Leergewicht beziehungsweise Masse in fahrbereitem Zustand. Die Verordnung (EU) Nr. 168/2013 definiert in Artikel 5, was dazugehört: Flüssigkeiten, Standardausrüstung, Aufbau und ein zu mindestens 90 Prozent gefüllter Tank. Fahrer und Beifahrer zählen nicht mit, ebenso wenig die Antriebsbatterie eines Elektrofahrzeugs.
- Zulässige Gesamtmasse. Das Höchstgewicht mit allem, was an Bord ist: Personen, Gepäck, Zubehör.
Den Unterschied zwischen trocken und fahrbereit macht vor allem der Tank. Benzin wiegt rund 0,75 kg je Liter. Beim Can-Am Ryker mit 20 Litern Tankinhalt sind 90 Prozent Füllung rund 13 kg, bei Harley mit 22,7 Litern rund 15 kg, bei rewaco mit 38 Litern rund 26 kg. Öl und Kühlmittel kommen hinzu. Ein Ryker mit 270 kg Trockengewicht bringt fahrbereit also allein durch den Kraftstoff mindestens 283 kg auf die Waage. Für jeden Vergleich lohnt deshalb der Blick darauf, welche Angabe hinter der Zahl steht.
Warum Trikes so viel schwerer sind als Motorräder
Den direkten Vergleich erlaubt Harley-Davidson, weil Motorrad und Trike auf derselben Basis stehen. Die Road Glide wiegt laut Harley als Motorrad 380 kg fahrbereit, die Road Glide 3 als Trike 537 kg. Das sind 157 kg oder gut 40 Prozent mehr, beide Fahrzeuge mit dem Milwaukee-Eight VVT 117.
Das Mehrgewicht verteilt sich auf mehrere Baugruppen:
- Die Hinterachse. Das Heck trägt eine Achse mit zwei Rädern, zwei Bremsen und einem Differenzial. Harley hängt das Differenzial seit dem Modelljahr 2026 an den Rahmen und senkt damit die ungefederten Massen laut Hersteller um 30 kg, das Gesamtgewicht bleibt trotzdem deutlich über dem Motorrad.
- Der Aufbau. Kotflügel über zwei breiten Hinterrädern und bei vielen Modellen ein Kofferraum im Heck.
- Der Rückwärtsgang. Bei Harley ein Elektromotor oder eine Anlasser-Lösung, bei rewaco Teil des Automatikgetriebes. Ohne ihn wäre das Fahrzeug kaum zu rangieren.
Am schwersten sind die Trikes mit Automotor. rewaco verbaut einen 1,5-Liter-Vierzylinder mit Siebengang-Automatik, dazu eine Karosserie mit Sitzbank für bis zu drei Personen. Am leichtesten bleibt der Can-Am Ryker, der einen kompakten Zwei- oder Dreizylinder von Rotax mit stufenlosem Getriebe und eine Kunststoffverkleidung kombiniert. Wie sich die Bauformen mit zwei Rädern vorn und zwei Rädern hinten sonst unterscheiden, zeigt der Ratgeber zum Motorrad mit 3 Rädern hinten.
Zuladung: wie viel ein Trike tragen darf
Für die Praxis wichtiger als das Leergewicht ist, was obendrauf passt. Die Zuladung ist die Differenz aus zulässiger Gesamtmasse und Leergewicht, und bei Trikes ist sie knapper, als die Größe der Fahrzeuge vermuten lässt:
| Modell | Leergewicht | Zuladung | zulässige Gesamtmasse |
|---|---|---|---|
| Can-Am Ryker | 270 / 280 kg trocken | 204 kg | keine Angabe |
| Can-Am Spyder F3 | 408 / 448 kg trocken | 199 kg | keine Angabe |
| EML Martinique | 486 kg | 227 kg (rechnerisch) | 713 kg |
| rewaco, leichtestes Modell | 658 kg | 237 kg | 895 kg (rechnerisch) |
| rewaco, schwerstes Modell | 687 kg | 208 kg | 895 kg (rechnerisch) |
Die rewaco-Zeilen zeigen einen Zusammenhang, der für alle Trikes gilt. Der Hersteller nennt 658 bis 687 kg Leergewicht und 208 bis 237 kg Zuladung, und beide Spannen ergeben zusammen jeweils 895 kg. Die zulässige Gesamtmasse bleibt gleich, jedes Kilogramm mehr Fahrzeug fehlt bei der Zuladung.
Was die Zahlen bedeuten, zeigt eine einfache Rechnung für zwei Erwachsene mit je 85 kg:
- Can-Am Ryker: 204 kg minus 170 kg ergibt 34 kg für Kleidung, Helme und Gepäck.
- rewaco, schwerstes Modell: 208 kg minus 170 kg ergibt 38 kg.
- EML Martinique: 227 kg minus 170 kg ergibt 57 kg.
Nachgerüstetes Zubehör zählt dabei mit. Ein Topcase wie das Givi V47 wiegt leer 4,4 kg und darf laut Givi mit höchstens 10 kg beladen werden, beides geht von der Zuladung ab. Mit drei Personen an Bord wird es noch enger, wie die Rechnung im Ratgeber zu den Sitzplätzen auf dem Trike zeigt.
Wo das Gewicht in den Papieren steht
Verbindlich für dein Fahrzeug sind die Werte in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Drei Felder sind wichtig:
- Feld G: Masse des in Betrieb befindlichen Fahrzeugs, bei Trikes mit EU-Typgenehmigung die Masse in fahrbereitem Zustand.
- Feld F.1: technisch zulässige Gesamtmasse.
- Feld F.2: im Zulassungsstaat zulässige Gesamtmasse.
Die Differenz aus F.2 und G ergibt die Zuladung, die für Personen, Gepäck und Zubehör bleibt. Bei umgebauten Trikes lohnt der Vergleich mit dem Prospekt besonders: Nach einem Umbau stehen die Werte aus dem Gutachten in den Papieren, und die können deutlich von den Katalogwerten eines Serienmodells abweichen.
Was das Gewicht im Alltag bedeutet
Rangieren. Ein Trike lässt sich nicht wie ein Motorrad mit den Füßen zurückschieben. Die Kraft lässt sich abschätzen: Auf einer Einfahrt mit 5 Prozent Steigung verlangt ein rewaco mit 687 kg rund 337 Newton gegen den Hangabtrieb und bei einem Rollwiderstandsbeiwert von 0,015 weitere rund 101 Newton für das Rollen. Zusammen sind das etwa 440 Newton, so viel wie die Gewichtskraft von 45 kg. Deshalb haben fast alle Trikes einen Rückwärtsgang, wie der Ratgeber zum Trike-Rückwärtsgang im Detail zeigt.
Transport. Wer ein Trike auf einem Anhänger bewegt, braucht eine Nutzlast über dem Fahrzeuggewicht. Bei Trockengewichten kommen die Betriebsstoffe noch hinzu. Welche Anhänger das leisten und wo die 3.500-kg-Grenze der Klasse B für das Gespann aus Zugwagen und Anhänger liegt, erklärt der Ratgeber zum Anhänger für den Trike-Transport.
Leistungsgewicht. Das Gewicht bestimmt, wie viel von der Motorleistung beim Beschleunigen ankommt. Teilt man das Gewicht durch die Nennleistung, ergibt sich das Leistungsgewicht in Kilogramm je Kilowatt, je kleiner, desto spritziger:
| Modell | Gewicht | Leistung | kg je kW |
|---|---|---|---|
| Harley-Davidson Road Glide (Motorrad) | 380 kg fahrbereit | 80 kW | 4,8 |
| Can-Am Ryker 900 | 280 kg trocken | 61,1 kW | 4,6 |
| Can-Am Spyder F3-S | 408 kg trocken | 85,8 kW | 4,8 |
| rewaco mit 130 kW | 658 bis 687 kg leer | 130 kW | 5,1 bis 5,3 |
| Harley-Davidson Road Glide 3 | 537 kg fahrbereit | 78 kW | 6,9 |
| Can-Am Ryker 600 | 270 kg trocken | 37,3 kW | 7,2 |
| rewaco mit 81 kW | 658 bis 687 kg leer | 81 kW | 8,1 bis 8,5 |
| Harley-Davidson Tri Glide Ultra | 561 kg fahrbereit | 62 kW | 9,0 |
Weil die Can-Am-Werte trocken angegeben sind, liegen sie fahrbereit etwas höher. Die Größenordnung bleibt: Der Ryker 900 und der Spyder F3 kommen dem Motorrad nahe, das schwere Harley-Tourentrike liegt fast beim Doppelten.
Reifen und Bremsen. Wo das Gewicht sitzt, bestimmt auch den Reifendruck. Bei Trikes mit Heckmotor lastet der größte Teil auf der Hinterachse, bei Can-Am mit Frontmotor vorn. Die passenden Werte für beide Achsen erklärt der Ratgeber zum Trike-Reifendruck.
Die Gewichtsgrenzen im Gesetz
Die Grenze der Klasse L5e. Ein dreirädriges Kraftfahrzeug muss nach Anhang I der Verordnung (EU) Nr. 168/2013 in fahrbereitem Zustand unter 1.000 kg bleiben. Die schwersten Serien-Trikes erreichen knapp 70 Prozent davon. Wer die Grenze überschreitet, verlässt die L-Klassen und braucht eine Genehmigung nach den Regeln für Personenkraftwagen. Die weiteren Kriterien der Klasse erklärt der Ratgeber zur Fahrzeugklasse L5e.
Der Führerschein in Deutschland. Hier spielt das Gewicht keine Rolle. Ob die Klasse B ab 18 oder erst ab 21 genügt, entscheidet § 6 Abs. 3a FeV allein nach der Motorleistung von 15 kW.
Die Schweiz. Dort zieht das Gewicht eine Führerschein-Grenze. Art. 3 Abs. 2 VZV führt die Unterkategorie B1 für dreirädrige Motorfahrzeuge bis 670 kg Leergewicht, und der Führerausweis der Kategorie A schließt B1 ein. Ein Motorradfahrer ohne Autoführerschein darf in der Schweiz also leichte Trikes fahren. Die rewaco-Baureihe liegt mit 658 bis 687 kg genau auf dieser Grenze, ob ein bestimmtes Modell darunter bleibt, zeigt erst der Fahrzeugausweis. Alle Schweizer Kategorien erklärt der Ratgeber zum Trike-Führerschein in der Schweiz.
Fazit: auf die Angabe hinter der Zahl achten
Ein Motorrad-Trike wiegt je nach Bauart 270 bis knapp 700 kg, am leichtesten der Can-Am Ryker, am schwersten die Trikes mit Automotor von rewaco und Boom. Harleys Trikes liegen mit 513 bis 582 kg fahrbereit dazwischen und wiegen gut 150 kg mehr als die Motorräder, aus denen sie stammen.
Für den Alltag zählt vor allem die Zuladung. Sie liegt bei den meisten Trikes um 200 kg, und zwei Erwachsene verbrauchen davon schon den Großteil. Wer ein Trike für Touren zu zweit sucht, rechnet deshalb vor dem Kauf mit den Werten aus Feld F.2 und G der Papiere und achtet beim Vergleich darauf, ob der Hersteller trocken, leer oder fahrbereit angibt.
Stand September 2026. Gewichtsangaben laut Can-Am, EML, Harley-Davidson Deutschland und rewaco, Boom laut Fahrzeugdatenbank Motorrad & Reisen. Rechtliche Grenzen nach Anhang I und Artikel 5 der Verordnung (EU) Nr. 168/2013, § 6 FeV und Art. 3 VZV (Schweiz).
Häufige Fragen
Wie schwer ist ein Trike?
Ein Motorrad-Trike wiegt je nach Bauart zwischen rund 270 und knapp 700 Kilogramm. Am leichtesten ist der Can-Am Ryker mit 270 kg Trockengewicht, Harley-Davidson nennt für seine Trikes 513 bis 582 kg fahrbereit, rewaco 658 bis 687 kg Leergewicht. Damit wiegt ein Trike deutlich mehr als ein vergleichbares Motorrad.
Wie schwer ist ein Harley-Trike?
Harley-Davidson gibt für seine Trikes das Gewicht fahrbereit an: Freewheeler 513 kg, Road Glide 3 537 kg, Tri Glide Ultra 561 kg, Street Glide 3 Limited 567 kg und CVO Street Glide 3 Limited 582 kg. Die Road Glide als Motorrad wiegt laut Harley 380 kg, das Trike auf derselben Basis also 157 kg mehr.
Wie schwer ist ein rewaco-Trike?
rewaco nennt für seine Baureihen RF1 und PUR3 ein Leergewicht von 658 bis 687 kg, je nach Modell. Die Zuladung liegt bei 208 bis 237 kg. Beide Spannen ergeben zusammen jeweils 895 kg, das schwerere Modell trägt also entsprechend weniger.
Wie schwer ist ein Goldwing-Trike?
Ein Goldwing-Trike ist immer ein Umbau, das Gewicht hängt deshalb am Umbausatz. EML gibt für sein Martinique-Trike auf Gold-Wing-Basis 486 kg Leergewicht an, zulässig sind 713 kg. Für Fahrer, Beifahrer und Gepäck bleiben damit rechnerisch 227 kg.
Wie viel Zuladung hat ein Trike?
Meist rund 200 bis 240 kg. Can-Am nennt für den Ryker 204 kg und für den Spyder F3 199 kg, rewaco 208 bis 237 kg, beim EML Martinique ergeben sich rechnerisch 227 kg. Zwei Erwachsene mit je 85 kg verbrauchen davon bereits 170 kg, für Gepäck und Zubehör bleiben 30 bis 70 kg.
Was ist der Unterschied zwischen Trockengewicht und Leergewicht?
Das Trockengewicht gilt ohne Betriebsstoffe, also ohne Kraftstoff, Öl und Kühlmittel. Das Leergewicht beziehungsweise die Masse in fahrbereitem Zustand schließt Flüssigkeiten und einen mindestens zu 90 Prozent gefüllten Tank ein. Allein der Kraftstoff macht bei einem 20-Liter-Tank rund 13 kg aus, bei 38 Litern rund 26 kg.
Gibt es eine Gewichtsgrenze für Trikes?
Ja. Ein dreirädriges Kraftfahrzeug der Klasse L5e muss in fahrbereitem Zustand unter 1.000 kg bleiben, Antriebsbatterien von Elektrofahrzeugen zählen dabei nicht mit. Kein Serien-Trike kommt dieser Grenze nahe. In der Schweiz spielt zusätzlich die Grenze von 670 kg Leergewicht eine Rolle, bis zu der Trikes in die Unterkategorie B1 fallen.
Spielt das Gewicht für den Trike-Führerschein eine Rolle?
In Deutschland nicht. Ob die Klasse B ab 18 oder erst ab 21 reicht, hängt nach § 6 Abs. 3a FeV allein an der Motorleistung von 15 kW. Anders in der Schweiz: Dort dürfen Inhaber der Kategorie A Trikes bis 670 kg Leergewicht fahren, schwerere verlangen die Kategorie B.